Mehrdimensionale Analysis
Divergenz
Voraussetzung: partiell differenzierbares Vektorfeld auf
- Vektorfeld, z.B. ein Strömungs- oder Kraftfeld
- Komponenten des Vektorfelds in x-, y- und z-Richtung
- Nabla-Operator, der Vektor der partiellen Ableitungen
- Divergenz, ein Skalarfeld
Die Divergenz eines Vektorfelds ist die Summe der partiellen Ableitungen seiner Komponenten und misst die Quellstärke.
Voraussetzung: stetig auf
- Rechteck, über das integriert wird
- Integrand, eine Funktion zweier Variablen
- Flächenelement, hier dA = dx dy
- Grenzen in x-Richtung
- Grenzen in y-Richtung
Ein Doppelintegral über ein Rechteck berechnet man als zwei einfache Integrale nacheinander, in beliebiger Reihenfolge.
Dreifachintegral
Voraussetzung: stetig auf
- Quader, über den integriert wird
- Integrand, z.B. eine Dichte
- Volumenelement, hier dV = dx dy dz
- Grenzen in x-, y- und z-Richtung
Ein Dreifachintegral summiert eine Funktion über einen räumlichen Bereich, gerechnet als drei einfache Integrale nacheinander.
Voraussetzung: zweimal stetig differenzierbar in einer Umgebung von Ableitungen an der Stelle
- Determinante der Hesse-Matrix im kritischen Punkt
- zweite partielle Ableitungen nach x bzw. nach y
- gemischte zweite partielle Ableitung
- kritischer Punkt, an dem der Gradient null ist
In einem kritischen Punkt entscheidet die Determinante der Hesse-Matrix, ob ein Minimum, Maximum oder Sattelpunkt vorliegt.
Gradient
Voraussetzung: partiell differenzierbar
- Gradient von f, auch grad f geschrieben
- reellwertige Funktion von n Variablen
- Variablen von f
- partielle Ableitung von f nach der k-ten Variablen
Der Gradient fasst alle partiellen Ableitungen zu einem Vektor zusammen, der in Richtung des steilsten Anstiegs zeigt.
Hesse-Matrix
Voraussetzung: zweimal partiell differenzierbar; ist zweimal stetig differenzierbar, gilt
- Hesse-Matrix der Funktion f
- zweite partielle Ableitungen nach x bzw. nach y
- gemischte zweite partielle Ableitungen (erst nach x, dann nach y bzw. umgekehrt)
Die Hesse-Matrix enthält alle zweiten partiellen Ableitungen und beschreibt die Krümmung einer Funktion mehrerer Variablen.
Voraussetzung: stetig
- Integrationsbereich, z.B. Kreisscheibe, Kreisring oder Sektor
- Abstand vom Ursprung
- Winkel zur positiven x-Achse
- Flächenelement in Polarkoordinaten, der Faktor r ist die Jacobi-Determinante
- Grenzen für Radius und Winkel
Über kreisförmige Bereiche integriert man in Polarkoordinaten; das Flächenelement dx dy wird dabei zu r dr dφ.
Jacobi-Matrix
Voraussetzung: alle partiell differenzierbar
- Jacobi-Matrix von f an der Stelle x, eine m×n-Matrix
- Komponentenfunktionen von f
- Variablen
- partielle Ableitung der i-ten Komponente nach der j-ten Variablen
Die Jacobi-Matrix enthält alle ersten partiellen Ableitungen einer vektorwertigen Funktion, Zeile für Zeile pro Komponente.
Voraussetzung: differenzierbar in (total) differenzierbar in
- Funktion der zwei Variablen x und y
- innere Funktionen, z.B. die Koordinaten einer Kurve
- Ableitungen der inneren Funktionen nach t
- partielle Ableitungen von f, ausgewertet an der Stelle (x(t), y(t))
Die Ableitung von f entlang einer Kurve ist die Summe aus partiellen Ableitungen mal Ableitungen der inneren Funktionen.
Kugelkoordinaten
Voraussetzung:
- Abstand des Punkts vom Ursprung
- Polarwinkel, gemessen von der positiven z-Achse
- Azimutwinkel in der x-y-Ebene, gemessen von der positiven x-Achse
- kartesische Koordinaten
- Volumenelement für Dreifachintegrale
Kugelkoordinaten beschreiben einen Punkt durch Abstand zum Ursprung und zwei Winkel; das Volumenelement ist r² sin θ dr dθ dφ.
Kurvenintegral
Voraussetzung: stückweise stetig differenzierbare Parametrisierung von stetig auf
- Kurve, entlang der integriert wird, mit einer Durchlaufrichtung
- Vektorfeld, z.B. ein Kraftfeld
- Parametrisierung der Kurve für t von a bis b
- Tangentenvektor, die Ableitung der Parametrisierung nach t
Das Kurvenintegral summiert die Komponente eines Vektorfelds längs einer Kurve, physikalisch die verrichtete Arbeit.
Lagrange-Multiplikatoren
Voraussetzung: stetig differenzierbar
- Zielfunktion, deren Extrema gesucht sind
- Funktion der Nebenbedingung g = 0
- Lagrange-Multiplikator, eine zusätzliche Unbekannte
- Kandidat für eine Extremstelle unter der Nebenbedingung
Unter einer Nebenbedingung g = 0 kann f nur dort extremal sein, wo die Gradienten von f und g parallel sind.
Laplace-Operator
Voraussetzung: zweimal partiell differenzierbar
- Laplace-Operator, auch als nabla² geschrieben
- Skalarfeld, z.B. Temperatur oder Potential
- zweite partielle Ableitung nach x, entsprechend für y und z
Der Laplace-Operator summiert die reinen zweiten partiellen Ableitungen; er ist die Divergenz des Gradienten.
Partielle Ableitung
Voraussetzung: innerer Punkt von der Grenzwert existiert
- Funktion der zwei Variablen x und y
- partielle Ableitung von f nach x, auch f_x geschrieben
- Stelle, an der abgeleitet wird
- Schrittweite in x-Richtung, die gegen 0 geht
Die partielle Ableitung nach x ist die gewöhnliche Ableitung von f, wenn man alle anderen Variablen festhält.
Richtungsableitung
Voraussetzung: in (total) differenzierbar
- Ableitung von f im Punkt a in Richtung v, auch D_v f(a) geschrieben
- Gradient von f im Punkt a
- Richtung als Einheitsvektor
- Punkt, an dem abgeleitet wird
Die Richtungsableitung gibt die Steigung von f in Richtung eines Einheitsvektors an, berechnet als Gradient mal Richtung.
Rotation
Voraussetzung: partiell differenzierbares Vektorfeld auf
- Vektorfeld im Raum
- Komponenten des Vektorfelds in x-, y- und z-Richtung
- Rotation als formales Kreuzprodukt des Nabla-Operators mit F
Die Rotation eines Vektorfelds ist ein Vektorfeld, das Achse und Stärke der lokalen Wirbel angibt.
Satz von Gauß
Voraussetzung: beschränkt äußere Normale
- räumlicher Bereich, z.B. Kugel oder Quader
- geschlossene Oberfläche von V
- Vektorfeld
- nach außen zeigender Einheitsnormalenvektor der Oberfläche
- Flächenelement der Oberfläche
- Volumenelement
Der Fluss eines Vektorfelds durch eine geschlossene Fläche ist gleich dem Integral seiner Divergenz über das Innere.
Satz von Stokes
Voraussetzung: orientierte Fläche nach Rechte-Hand-Regel
- Fläche im Raum mit Rand
- Randkurve der Fläche
- Vektorfeld
- Rotation des Vektorfelds
- Einheitsnormalenvektor der Fläche
- Flächenelement
Die Zirkulation eines Vektorfelds längs einer Randkurve ist gleich dem Fluss seiner Rotation durch die eingeschlossene Fläche.
Tangentialebene
Voraussetzung: in (total) differenzierbar
- Höhe der Tangentialebene über dem Punkt (x, y)
- Berührpunkt in der x-y-Ebene
- Funktionswert im Berührpunkt
- partielle Ableitungen von f nach x bzw. y
Die Tangentialebene berührt den Graphen von f(x, y) in einem Punkt und hat dort dieselben Steigungen in x- und y-Richtung.
Totales Differential
Voraussetzung: (total) differenzierbar, z.B. stetig partiell differenzierbar
- totales Differential, näherungsweise Änderung des Funktionswerts
- partielle Ableitung von f nach der k-ten Variablen an der betrachteten Stelle
- kleine Änderung der k-ten Variablen
- Anzahl der Variablen
Das totale Differential schätzt die Änderung von f ab, wenn sich alle Variablen gleichzeitig ein wenig ändern.
Transformationssatz
Voraussetzung: offen bijektiv, stetig differenzierbar auf integrierbar über
- Transformation, die neue Koordinaten u auf alte Koordinaten x abbildet
- Integrationsbereich in den neuen Koordinaten
- Integrationsbereich in den ursprünglichen Koordinaten
- Jacobi-Matrix der Transformation
- Integrand
Beim Koordinatenwechsel in Mehrfachintegralen kommt der Betrag der Jacobi-Determinante als Korrekturfaktor hinzu.
Zylinderkoordinaten
Voraussetzung:
- Abstand des Punkts von der z-Achse
- Winkel der Projektion in die x-y-Ebene zur positiven x-Achse
- Höhe, wie in kartesischen Koordinaten
- kartesische Koordinaten in der Grundebene
- Volumenelement für Dreifachintegrale
Zylinderkoordinaten beschreiben einen Punkt durch Abstand zur z-Achse, Winkel und Höhe; das Volumenelement ist r dr dφ dz.