Partielle Ableitung

Partielle Ableitung

Studium
∂f∂x(x0,y0)=lim⁡h→0f(x0+h, y0)−f(x0,y0)h\frac{\partial f}{\partial x}(x_0, y_0) = \lim_{h \to 0} \frac{f(x_0 + h,\, y_0) - f(x_0, y_0)}{h}

Voraussetzung: f ⁣:D⊆R2→R,f\colon D \subseteq \mathbb{R}^2 \to \mathbb{R}, (x0,y0)(x_0, y_0) innerer Punkt von D,D, der Grenzwert existiert

ff
Funktion der zwei Variablen x und y
∂f∂x\frac{\partial f}{\partial x}
partielle Ableitung von f nach x, auch f_x geschrieben
(x0,y0)(x_0, y_0)
Stelle, an der abgeleitet wird
hh
Schrittweite in x-Richtung, die gegen 0 geht

Die partielle Ableitung nach x ist die gewöhnliche Ableitung von f, wenn man alle anderen Variablen festhält.

Erklärung

Bei einer Funktion f(x,y)f(x, y) mehrerer Variablen fragt die partielle Ableitung nach der Änderung in genau einer Koordinatenrichtung. Für ∂f∂x\frac{\partial f}{\partial x} hält man yy fest und leitet nach xx ab, wie bei einer Funktion einer Variablen. Entsprechend entsteht ∂f∂y\frac{\partial f}{\partial y}, wenn man xx festhält. Übliche Kurzschreibweisen sind fxf_x, ∂xf\partial_x f oder D1fD_1 f.

Geometrisch ist fx(x0,y0)f_x(x_0, y_0) die Steigung der Schnittkurve des Graphen mit der Ebene y=y0y = y_0.

Leitet man noch einmal ab, entstehen höhere partielle Ableitungen wie fxxf_{xx}, fxyf_{xy} und fyyf_{yy}. Nach dem Satz von Schwarz gilt fxy=fyxf_{xy} = f_{yx}, wenn die zweiten partiellen Ableitungen stetig sind. Für Funktionen von nn Variablen gilt alles entsprechend.

Beispiele

Für f(x,y)=x2y+3xy3f(x, y) = x^2 y + 3xy^3 wird beim Ableiten nach xx der Faktor yy wie eine Konstante behandelt:

fx=2xy+3y3,fy=x2+9xy2f_x = 2xy + 3y^3, \qquad f_y = x^2 + 9xy^2

An der Stelle (1,2)(1, 2) ist fx(1,2)=4+24=28f_x(1, 2) = 4 + 24 = 28 und fy(1,2)=1+36=37f_y(1, 2) = 1 + 36 = 37. Die gemischten Ableitungen stimmen überein: fxy=fyx=2x+9y2f_{xy} = f_{yx} = 2x + 9y^2.

Für f(x,y)=sin⁡(xy)f(x, y) = \sin(xy) liefert die Kettenregel fx=ycos⁡(xy)f_x = y \cos(xy). An der Stelle (0,2)(0, 2) ist fx(0,2)=2cos⁡0=2f_x(0, 2) = 2 \cos 0 = 2.

Typische Fehler

  • Die festgehaltene Variable mit ableiten. Bei ∂∂x(x2y)\frac{\partial}{\partial x}(x^2 y) bleibt yy als Faktor stehen: 2xy2xy, nicht 2xy+x22xy + x^2.
  • Einen Summanden, der nur von yy abhängt, beim Ableiten nach xx stehen lassen. Er fällt weg, z.B. ∂∂x(x+y3)=1\frac{\partial}{\partial x}(x + y^3) = 1.
  • Aus der Existenz aller partiellen Ableitungen auf Stetigkeit schließen. Die Funktion f(x,y)=xyx2+y2f(x, y) = \frac{xy}{x^2 + y^2} mit f(0,0)=0f(0, 0) = 0 hat im Ursprung beide partiellen Ableitungen, ist dort aber nicht stetig.

Verwandte Formeln