Laplace-Operator

Laplace-Operator

Studium
Δf=div⁡(∇f)=∂2f∂x2+∂2f∂y2+∂2f∂z2\Delta f = \operatorname{div}(\nabla f) = \frac{\partial^2 f}{\partial x^2} + \frac{\partial^2 f}{\partial y^2} + \frac{\partial^2 f}{\partial z^2}

Voraussetzung: f ⁣:D⊆R3→Rf\colon D \subseteq \mathbb{R}^3 \to \mathbb{R} zweimal partiell differenzierbar

Δ\Delta
Laplace-Operator, auch als nabla² geschrieben
ff
Skalarfeld, z.B. Temperatur oder Potential
∂2f∂x2\frac{\partial^2 f}{\partial x^2}
zweite partielle Ableitung nach x, entsprechend für y und z

Der Laplace-Operator summiert die reinen zweiten partiellen Ableitungen; er ist die Divergenz des Gradienten.

Erklärung

Der Laplace-Operator Δ\Delta ordnet einer Funktion die Summe ihrer reinen zweiten partiellen Ableitungen zu. Er ist die Spur der Hesse-Matrix und lässt sich als Δ=∇⋅∇\Delta = \nabla \cdot \nabla schreiben. In der Ebene entfällt der zz-Term.

Anschaulich vergleicht Δf\Delta f den Wert in einem Punkt mit dem Mittelwert in seiner Umgebung: Ist Δf>0\Delta f > 0, liegt ff im Punkt unter dem Durchschnitt seiner Nachbarn, bei Δf<0\Delta f < 0 darüber.

Funktionen mit Δf=0\Delta f = 0 heißen harmonisch; die Gleichung Δf=0\Delta f = 0 ist die Laplace-Gleichung. Sie beschreibt stationäre Temperaturverteilungen und elektrostatische Potentiale im ladungsfreien Raum. Auf einem beschränkten Gebiet nimmt eine harmonische Funktion, die bis zum Rand stetig ist, Maximum und Minimum auf dem Rand an.

In ebenen Polarkoordinaten lautet der Operator

Δf=∂2f∂r2+1r∂f∂r+1r2∂2f∂φ2\Delta f = \frac{\partial^2 f}{\partial r^2} + \frac{1}{r} \frac{\partial f}{\partial r} + \frac{1}{r^2} \frac{\partial^2 f}{\partial \varphi^2}

Beispiele

Für f(x,y,z)=x2+y2+z2f(x, y, z) = x^2 + y^2 + z^2 ist Δf=2+2+2=6\Delta f = 2 + 2 + 2 = 6.

Die Funktion f=1rf = \frac{1}{r} mit r=x2+y2+z2r = \sqrt{x^2 + y^2 + z^2} ist außerhalb des Ursprungs harmonisch. Im Punkt (1,2,2)(1, 2, 2) mit r=3r = 3 ergibt sich Δf=0\Delta f = 0. Sie ist bis auf einen Faktor das Potential einer Punktladung.

In der Ebene sind f=x2−y2f = x^2 - y^2 (mit Δf=2+(−2)=0\Delta f = 2 + (-2) = 0) und f=exsin⁡yf = e^x \sin y (mit Δf=exsin⁡y−exsin⁡y=0\Delta f = e^x \sin y - e^x \sin y = 0) harmonisch.

Mit der Polarform: Für f=r2=x2+y2f = r^2 = x^2 + y^2 ist Δf=2+1r⋅2r+0=4\Delta f = 2 + \frac{1}{r} \cdot 2r + 0 = 4, wie in kartesischen Koordinaten.

Typische Fehler

  • Die gemischten Ableitungen mitnehmen. In Δf\Delta f stehen nur fxxf_{xx}, fyyf_{yy} und fzzf_{zz}.
  • Δ\Delta mit dem Differenzzeichen verwechseln, z.B. Δx\Delta x als Laplace von xx lesen. Aus dem Zusammenhang muss klar sein, was gemeint ist.
  • In Polarkoordinaten einfach frr+fφφf_{rr} + f_{\varphi\varphi} rechnen. Der Term 1rfr\frac{1}{r} f_r und der Faktor 1r2\frac{1}{r^2} fehlen dann.

Verwandte Formeln