Kurvenintegral
Voraussetzung: stückweise stetig differenzierbare Parametrisierung von stetig auf
- Kurve, entlang der integriert wird, mit einer Durchlaufrichtung
- Vektorfeld, z.B. ein Kraftfeld
- Parametrisierung der Kurve für t von a bis b
- Tangentenvektor, die Ableitung der Parametrisierung nach t
Das Kurvenintegral summiert die Komponente eines Vektorfelds längs einer Kurve, physikalisch die verrichtete Arbeit.
Erklärung
Das Kurvenintegral (auch Linien- oder Wegintegral) eines Vektorfelds summiert längs einer Kurve den Anteil von , der in Laufrichtung zeigt. Ist eine Kraft, ist das Ergebnis die Arbeit, die beim Durchlaufen der Kurve verrichtet wird.
Zur Berechnung parametrisiert man die Kurve durch , setzt in ein, bildet das Skalarprodukt mit und integriert über . Das Ergebnis hängt nicht von der Wahl der Parametrisierung ab, wohl aber von der Richtung: Rückwärts durchlaufen ändert das Vorzeichen.
Ist ein Gradientenfeld mit stetig differenzierbarem Potential , hängt das Integral nur vom Anfangs- und Endpunkt ab:
Insbesondere ist das Integral über jede geschlossene Kurve dann null. Davon zu unterscheiden ist das skalare Kurvenintegral , z.B. für die Masse eines Drahts. Mit liefert es die Bogenlänge.
Beispiele
Für längs des Einheitskreises , , gegen den Uhrzeigersinn:
Weil das Integral über eine geschlossene Kurve nicht null ist, ist dieses Feld kein Gradientenfeld.
Das Feld ist der Gradient von . Längs der Strecke von nach ist der Integrand , also
Längs der Parabel zwischen denselben Punkten ergibt sich mit dem Integranden ebenfalls .
Typische Fehler
- vergessen und nur integrieren. Das Ergebnis ist dann ein Vektor statt einer Zahl.
- Die Kurve nicht in einsetzen, sondern und stehen lassen.
- Die Durchlaufrichtung ignorieren. Bei umgekehrter Richtung ändert sich das Vorzeichen.
- Wegunabhängigkeit annehmen, ohne zu prüfen, ob ein Gradientenfeld ist.