Tangentialebene

Tangentialebene

Studium
z=f(x0,y0)+fx(x0,y0) (x−x0)+fy(x0,y0) (y−y0)z = f(x_0, y_0) + f_x(x_0, y_0)\,(x - x_0) + f_y(x_0, y_0)\,(y - y_0)

Voraussetzung: ff in (x0,y0)(x_0, y_0) (total) differenzierbar

zz
Höhe der Tangentialebene über dem Punkt (x, y)
(x0,y0)(x_0, y_0)
Berührpunkt in der x-y-Ebene
f(x0,y0)f(x_0, y_0)
Funktionswert im Berührpunkt
fx,fyf_x, f_y
partielle Ableitungen von f nach x bzw. y

Die Tangentialebene berührt den Graphen von f(x, y) in einem Punkt und hat dort dieselben Steigungen in x- und y-Richtung.

Erklärung

Der Graph einer Funktion f(x,y)f(x, y) ist eine Fläche im Raum. Ist ff im Punkt (x0,y0)(x_0, y_0) differenzierbar, gibt es dort genau eine Ebene, die sich an die Fläche anschmiegt: die Tangentialebene. Sie ist das zweidimensionale Gegenstück zur Tangente und liefert die Linearisierung von ff nahe (x0,y0)(x_0, y_0).

Die Ebene geht durch den Punkt (x0,y0,f(x0,y0))\big(x_0, y_0, f(x_0, y_0)\big) und hat in xx-Richtung die Steigung fxf_x, in yy-Richtung die Steigung fyf_y. Ein Normalenvektor ist

n⃗=(fx(x0,y0)fy(x0,y0)−1)\vec n = \begin{pmatrix} f_x(x_0, y_0) \\ f_y(x_0, y_0) \\ -1 \end{pmatrix}

Ist die Fläche nicht als Graph, sondern als Niveaufläche F(x,y,z)=cF(x, y, z) = c gegeben, ist ∇F(p⃗)\nabla F(\vec p) ein Normalenvektor, und die Tangentialebene lautet ∇F(p⃗)⋅(x⃗−p⃗)=0\nabla F(\vec p) \cdot (\vec x - \vec p) = 0 (vorausgesetzt ∇F(p⃗)≠0⃗\nabla F(\vec p) \neq \vec 0).

Beispiele

Für f(x,y)=x2+y2f(x, y) = x^2 + y^2 im Punkt (1,2)(1, 2) ist f(1,2)=5f(1, 2) = 5, fx=2x=2f_x = 2x = 2 und fy=2y=4f_y = 2y = 4:

z=5+2(x−1)+4(y−2)=2x+4y−5z = 5 + 2(x - 1) + 4(y - 2) = 2x + 4y - 5

Als Näherung an der Stelle (1,1; 1,9)(1{,}1;\ 1{,}9) liefert die Ebene 2,2+7,6−5=4,82{,}2 + 7{,}6 - 5 = 4{,}8, der exakte Wert ist 1,12+1,92=4,821{,}1^2 + 1{,}9^2 = 4{,}82. Ein Normalenvektor ist (2,4,−1)T(2, 4, -1)^T.

Die Kugel x2+y2+z2=9x^2 + y^2 + z^2 = 9 enthält den Punkt (1,2,2)(1, 2, 2). Mit ∇F=(2x,2y,2z)T=(2,4,4)T\nabla F = (2x, 2y, 2z)^T = (2, 4, 4)^T ergibt sich die Tangentialebene 2x+4y+4z=182x + 4y + 4z = 18.

Typische Fehler

  • Die partiellen Ableitungen allgemein stehen lassen, statt sie im Berührpunkt auszuwerten. Die Gleichung einer Ebene darf nur linear in xx und yy sein.
  • Den Funktionswert f(x0,y0)f(x_0, y_0) vergessen. Dann geht die Ebene nicht durch den Berührpunkt.
  • Beim Normalenvektor die dritte Komponente −1-1 weglassen oder (fx,fy)(f_x, f_y) als Normalenvektor im Raum ansehen.
  • Eine Tangentialebene angeben, obwohl ff nur partiell differenzierbar ist. Ohne totale Differenzierbarkeit schmiegt sich die Ebene nicht unbedingt an.

Verwandte Formeln