Hesse-Matrix
Voraussetzung: zweimal partiell differenzierbar; ist zweimal stetig differenzierbar, gilt
- Hesse-Matrix der Funktion f
- zweite partielle Ableitungen nach x bzw. nach y
- gemischte zweite partielle Ableitungen (erst nach x, dann nach y bzw. umgekehrt)
Die Hesse-Matrix enthält alle zweiten partiellen Ableitungen und beschreibt die Krümmung einer Funktion mehrerer Variablen.
Erklärung
Die Hesse-Matrix sammelt alle zweiten partiellen Ableitungen einer Funktion. Bei Variablen ist sie die -Matrix mit den Einträgen . Sie spielt für Funktionen mehrerer Variablen die Rolle der zweiten Ableitung .
Ist zweimal stetig differenzierbar, sind die gemischten Ableitungen nach dem Satz von Schwarz gleich, und die Hesse-Matrix ist symmetrisch.
Sie taucht in der Taylor-Näherung zweiter Ordnung auf:
Daraus folgt ihre Hauptanwendung: In einem kritischen Punkt () entscheidet die Definitheit der Hesse-Matrix über die Art der Stelle. Positiv definit (alle Eigenwerte positiv) bedeutet lokales Minimum, negativ definit lokales Maximum, indefinit Sattelpunkt.
Beispiele
Für ist und . Daraus:
Bei einer -Matrix reicht für positive Definitheit: Der Eintrag links oben ist positiv und die Determinante ist positiv. Hier ist und , die Matrix ist also positiv definit. Die Eigenwerte , also etwa und , sind beide positiv.
Der Punkt ist allerdings kein kritischer Punkt, weil . Die Hesse-Matrix sagt dort nur, dass der Graph wie eine nach oben geöffnete Schale gekrümmt ist.
Typische Fehler
- Die Hesse-Matrix mit der Jacobi-Matrix verwechseln. Die Jacobi-Matrix enthält erste Ableitungen, die Hesse-Matrix zweite.
- Die Definitheit an einem Punkt prüfen, der nicht kritisch ist, und daraus ein Extremum folgern. Zuerst muss gelten.
- Nur die Diagonale anschauen. Positive Diagonaleinträge allein reichen nicht, z.B. ist mit Determinante indefinit.