Numerik

m=a+b2,[a,b]→{[a,m],f(a)⋅f(m)≤0[m,b],sonstm = \frac{a + b}{2}, \qquad [a, b] \to \begin{cases} [a, m], & f(a) \cdot f(m) \leq 0 \\ [m, b], & \text{sonst} \end{cases}

Voraussetzung: ff stetig auf [a,b],[a, b], f(a)⋅f(b)<0f(a) \cdot f(b) < 0

a,ba, b
linke und rechte Grenze des aktuellen Intervalls
mm
Mittelpunkt des Intervalls, neue Näherung
ff
stetige Funktion, deren Nullstelle gesucht ist

Das Bisektionsverfahren halbiert ein Intervall mit Vorzeichenwechsel so lange, bis die Nullstelle genau genug eingeschlossen ist.

yk+1=yk+h⋅f(tk,yk),tk+1=tk+hy_{k+1} = y_k + h \cdot f(t_k, y_k), \qquad t_{k+1} = t_k + h

Voraussetzung: y′(t)=f(t,y(t)),y'(t) = f(t, y(t)), y(t0)=y0,y(t_0) = y_0, h>0h > 0

yky_k
Näherung für die Lösung y(t_k)
tkt_k
k-ter Zeitpunkt, t_k = t_0 + k · h
hh
Schrittweite
f(t,y)f(t, y)
rechte Seite der Differentialgleichung y′ = f(t, y)
y0y_0
Anfangswert zur Zeit t_0

Das explizite Euler-Verfahren löst y′ = f(t, y) näherungsweise, indem es in jedem Schritt der aktuellen Steigung folgt.

∣∫abf(x) dx−Tn∣≤(b−a) h212max⁡x∈[a,b]∣f′′(x)∣\left| \int_a^b f(x)\,dx - T_n \right| \leq \frac{(b - a)\,h^2}{12} \max_{x \in [a, b]} |f''(x)|

Voraussetzung: ff zweimal stetig differenzierbar auf [a,b],[a, b], h=b−anh = \frac{b - a}{n}

TnT_n
Näherung der summierten Trapezregel mit n Teilintervallen
a,ba, b
Integrationsgrenzen
hh
Schrittweite, Breite eines Teilintervalls
nn
Anzahl der Teilintervalle
f′′f''
zweite Ableitung des Integranden

Der Fehler der summierten Trapezregel ist höchstens (b − a) · h² / 12 mal das Maximum von |f″|; er sinkt quadratisch mit h.

xn+1=φ(xn),∣xn−x∗∣≤Ln1−L ∣x1−x0∣x_{n+1} = \varphi(x_n), \qquad |x_n - x^*| \leq \frac{L^n}{1 - L} \, |x_1 - x_0|

Voraussetzung: φ([a,b])⊆[a,b],\varphi([a, b]) \subseteq [a, b], ∣φ(x)−φ(y)∣≤L ∣x−y∣|\varphi(x) - \varphi(y)| \leq L \, |x - y| auf [a,b],[a, b], 0≤L<1,0 \leq L < 1, x0∈[a,b]x_0 \in [a, b]

φ\varphi
Iterationsfunktion, deren Fixpunkt gesucht ist
xnx_n
n-te Näherung
x0x_0
Startwert
x∗x^*
Fixpunkt, also Lösung von x = φ(x)
LL
Kontraktionskonstante (Lipschitz-Konstante kleiner als 1)
nn
Anzahl der Iterationsschritte

Bei der Fixpunktiteration setzt man jede Näherung wieder in φ ein; ist φ eine Kontraktion, konvergiert das gegen den Fixpunkt.

xi(k+1)=1aii(bi−∑j<iaij xj(k+1)−∑j>iaij xj(k))x_i^{(k+1)} = \frac{1}{a_{ii}} \Bigl( b_i - \sum_{j < i} a_{ij}\,x_j^{(k+1)} - \sum_{j > i} a_{ij}\,x_j^{(k)} \Bigr)

Voraussetzung: Ax=b,A x = b, aii≠0,a_{ii} \neq 0, i=1,…,ni = 1, \ldots, n

xi(k)x_i^{(k)}
i-te Komponente der Näherung nach k Schritten
aija_{ij}
Einträge der Koeffizientenmatrix A
aiia_{ii}
Diagonaleinträge von A
bib_i
Komponenten der rechten Seite b
nn
Anzahl der Gleichungen und Unbekannten

Das Gauß-Seidel-Verfahren arbeitet wie das Jacobi-Verfahren, verwendet neu berechnete Komponenten aber sofort weiter.

yn+1=yn+h⋅f(tn+1,yn+1),tn+1=tn+hy_{n+1} = y_n + h \cdot f(t_{n+1}, y_{n+1}), \qquad t_{n+1} = t_n + h

Voraussetzung: y′=f(t,y),y' = f(t, y), y(t0)=y0,y(t_0) = y_0, h>0h > 0 (Schrittgleichung eindeutig lösbar, z.B. bei hL<1hL < 1 mit Lipschitz-Konstante LL)

yny_n
Näherung für die Lösung y(t_n)
tnt_n
n-ter Zeitpunkt, t_n = t_0 + n · h
hh
Schrittweite
f(t,y)f(t, y)
rechte Seite der Differentialgleichung y′ = f(t, y)

Das implizite Euler-Verfahren nimmt die Steigung am neuen Punkt; dafür muss man in jedem Schritt eine Gleichung lösen.

xi(k+1)=1aii(bi−∑j≠iaij xj(k))x_i^{(k+1)} = \frac{1}{a_{ii}} \Bigl( b_i - \sum_{j \neq i} a_{ij}\,x_j^{(k)} \Bigr)

Voraussetzung: Ax=b,A x = b, aii≠0,a_{ii} \neq 0, i=1,…,ni = 1, \ldots, n

xi(k)x_i^{(k)}
i-te Komponente der Näherung nach k Schritten
aija_{ij}
Einträge der Koeffizientenmatrix A
aiia_{ii}
Diagonaleinträge von A
bib_i
Komponenten der rechten Seite b
nn
Anzahl der Gleichungen und Unbekannten

Das Jacobi-Verfahren löst jede Gleichung nach ihrer Diagonalvariablen auf und setzt die alte Näherung für alle anderen ein.

yn+1=yn+h6(k1+2k2+2k3+k4)y_{n+1} = y_n + \frac{h}{6} \left( k_1 + 2k_2 + 2k_3 + k_4 \right)

Voraussetzung: y′=f(t,y),y' = f(t, y), y(t0)=y0,y(t_0) = y_0, ff hinreichend glatt,, h>0,h > 0, tn+1=tn+ht_{n+1} = t_n + h

yny_n
Näherung für die Lösung y(t_n)
hh
Schrittweite
k1k_1
Steigung am Anfang, k₁ = f(t_n, y_n)
k2k_2
Steigung in der Mitte, k₂ = f(t_n + h/2, y_n + h/2 · k₁)
k3k_3
verbesserte Steigung in der Mitte, k₃ = f(t_n + h/2, y_n + h/2 · k₂)
k4k_4
Steigung am Ende, k₄ = f(t_n + h, y_n + h · k₃)

Das klassische Runge-Kutta-Verfahren mittelt vier Steigungen pro Schritt und erreicht so die Konvergenzordnung 4.

κ(A)=∥A∥⋅∥A−1∥,∥Δx∥∥x∥≤κ(A) ∥Δb∥∥b∥\kappa(A) = \|A\| \cdot \|A^{-1}\|, \qquad \frac{\|\Delta x\|}{\|x\|} \leq \kappa(A)\,\frac{\|\Delta b\|}{\|b\|}

Voraussetzung: AA invertierbar,, Ax=b,A x = b, A(x+Δx)=b+Δb,A(x + \Delta x) = b + \Delta b, b≠0b \neq 0

κ(A)\kappa(A)
Konditionszahl der Matrix A bezüglich der gewählten Norm
∥A∥\|A\|
Matrixnorm von A, passend zur verwendeten Vektornorm
A−1A^{-1}
inverse Matrix
x,Δxx, \Delta x
exakte Lösung und ihre Änderung
b,Δbb, \Delta b
rechte Seite und ihre Störung (z.B. Mess- oder Rundungsfehler)

Die Konditionszahl gibt an, wie stark sich relative Fehler in der rechten Seite höchstens auf die Lösung auswirken.

∣xk+1−x∗∣≤C ∣xk−x∗∣p|x_{k+1} - x^*| \leq C\,|x_k - x^*|^p

Voraussetzung: p≥1,p \geq 1, C>0,C > 0, C<1C < 1 falls p=1,p = 1, k≥k0k \geq k_0

xkx_k
Näherung nach k Iterationsschritten
x∗x^*
gesuchter Grenzwert, z.B. eine Nullstelle
pp
Konvergenzordnung
CC
Konstante; bei p = 1 die Konvergenzrate
k0k_0
Index, ab dem die Ungleichung gilt

Die Konvergenzordnung p gibt an, wie schnell der Fehler eines Iterationsverfahrens von Schritt zu Schritt schrumpft.

p(x)=∑i=0nyi Li(x),Li(x)=∏j=0j≠inx−xjxi−xjp(x) = \sum_{i=0}^{n} y_i \, L_i(x), \qquad L_i(x) = \prod_{\substack{j=0 \\ j \neq i}}^{n} \frac{x - x_j}{x_i - x_j}

Voraussetzung: x0,…,xnx_0, \ldots, x_n paarweise verschieden

p(x)p(x)
Interpolationspolynom vom Grad höchstens n
xi,yix_i, y_i
Stützstellen und zugehörige Stützwerte
Li(x)L_i(x)
Lagrange-Basispolynom, 1 bei x_i und 0 bei allen anderen Stützstellen
nn
Anzahl der Stützstellen minus 1

Die Lagrange-Formel liefert das eindeutige Polynom vom Grad höchstens n durch n + 1 Punkte mit verschiedenen x-Werten.

A=L⋅UA = L \cdot U

Voraussetzung: A∈Rn×n,A \in \mathbb{R}^{n \times n}, Gauß-Elimination ohne Zeilentausch durchführbar

AA
quadratische Koeffizientenmatrix
LL
untere Dreiecksmatrix mit Einsen auf der Diagonalen; enthält die Eliminationsfaktoren
UU
obere Dreiecksmatrix, das Ergebnis der Gauß-Elimination

Die LU-Zerlegung schreibt eine Matrix als Produkt einer unteren und einer oberen Dreiecksmatrix, wie sie die Gauß-Elimination liefert.

∫abf(x) dx≈h∑k=1nf ⁣(a+(k−12)h)\int_a^b f(x)\,dx \approx h \sum_{k=1}^{n} f\!\left( a + \left(k - \tfrac{1}{2}\right) h \right)

Voraussetzung: h=b−an,h = \frac{b - a}{n}, n∈N,n \in \mathbb{N}, n≥1n \geq 1

a,ba, b
untere und obere Integrationsgrenze
ff
Funktion, die integriert wird
nn
Anzahl der Teilintervalle (Rechtecke)
hh
Schrittweite, Breite eines Rechtecks
kk
Nummer des Teilintervalls

Die Mittelpunktregel nähert ein Integral durch Rechtecke an, deren Höhe der Funktionswert in der Mitte jedes Teilintervalls ist.

p(x)=∑k=0nf[x0,…,xk]∏j=0k−1(x−xj)p(x) = \sum_{k=0}^{n} f[x_0, \ldots, x_k] \prod_{j=0}^{k-1} (x - x_j)

Voraussetzung: x0,…,xnx_0, \ldots, x_n paarweise verschieden

p(x)p(x)
Interpolationspolynom vom Grad höchstens n mit p(x_i) = f(x_i)
x0,…,xnx_0, \ldots, x_n
Stützstellen
f[x0,…,xk]f[x_0, \ldots, x_k]
dividierte Differenz der Ordnung k
nn
Anzahl der Stützstellen minus 1

Die Newton-Form baut das Interpolationspolynom aus dividierten Differenzen auf; eine neue Stützstelle fügt nur ein Glied hinzu.

xn+1=xn−f(xn)f′(xn)x_{n+1} = x_n - \frac{f(x_n)}{f'(x_n)}

Voraussetzung: ff differenzierbar,, f′(xn)≠0f'(x_n) \neq 0

xnx_n
aktuelle Näherung für die Nullstelle
xn+1x_{n+1}
nächste, meist bessere Näherung
f(xn)f(x_n)
Funktionswert an der Stelle xₙ
f′(xn)f'(x_n)
Ableitung (Tangentensteigung) an der Stelle xₙ

Das Newton-Verfahren nähert eine Nullstelle an, indem es immer zur Nullstelle der Tangente im aktuellen Punkt springt.

JF(x(k)) Δx(k)=−F(x(k)),x(k+1)=x(k)+Δx(k)J_F(x^{(k)})\,\Delta x^{(k)} = -F(x^{(k)}), \qquad x^{(k+1)} = x^{(k)} + \Delta x^{(k)}

Voraussetzung: F:Rn→RnF: \mathbb{R}^n \to \mathbb{R}^n stetig differenzierbar,, JF(x(k))J_F(x^{(k)}) invertierbar

FF
Funktion, deren Nullstelle F(x) = 0 gesucht ist
x(k)x^{(k)}
Näherungsvektor nach k Schritten
JFJ_F
Jacobi-Matrix von F, Matrix der partiellen Ableitungen ∂F_i/∂x_j
Δx(k)\Delta x^{(k)}
Korrekturvektor im k-ten Schritt

Das Newton-Verfahren für Systeme ersetzt F durch seine Linearisierung und löst in jedem Schritt ein lineares Gleichungssystem.

c=a⋅f(b)−b⋅f(a)f(b)−f(a),[a,b]→{[a,c],f(a)⋅f(c)≤0[c,b],sonstc = \frac{a \cdot f(b) - b \cdot f(a)}{f(b) - f(a)}, \qquad [a, b] \to \begin{cases} [a, c], & f(a) \cdot f(c) \leq 0 \\ [c, b], & \text{sonst} \end{cases}

Voraussetzung: ff stetig auf [a,b],[a, b], f(a)⋅f(b)<0f(a) \cdot f(b) < 0

a,ba, b
Grenzen des aktuellen Intervalls mit Vorzeichenwechsel
cc
Nullstelle der Sekante, neue Näherung
ff
stetige Funktion, deren Nullstelle gesucht ist

Die Regula falsi schneidet die Sekante durch die Intervallenden mit der x-Achse und behält stets ein Intervall mit Vorzeichenwechsel.

xn+1=xn−f(xn)⋅xn−xn−1f(xn)−f(xn−1)x_{n+1} = x_n - f(x_n) \cdot \frac{x_n - x_{n-1}}{f(x_n) - f(x_{n-1})}

Voraussetzung: f(xn)≠f(xn−1)f(x_n) \neq f(x_{n-1})

xn,xn−1x_n, x_{n-1}
die beiden letzten Näherungen
xn+1x_{n+1}
neue Näherung, Nullstelle der Sekante
ff
Funktion, deren Nullstelle gesucht ist

Das Sekantenverfahren ersetzt beim Newton-Verfahren die Tangente durch die Sekante durch die letzten beiden Näherungen.

∫abf(x) dx≈b−a6(f(a)+4f ⁣(a+b2)+f(b))\int_a^b f(x)\,dx \approx \frac{b - a}{6} \left( f(a) + 4 f\!\left( \frac{a + b}{2} \right) + f(b) \right)

Voraussetzung: ff auf [a,b][a, b] integrierbar und an den Stützstellen definiert

a,ba, b
untere und obere Integrationsgrenze
ff
Funktion, die integriert wird
a+b2\frac{a + b}{2}
Intervallmitte

Die Simpsonregel ersetzt die Funktion durch eine Parabel durch Anfang, Mitte und Ende und integriert diese exakt.

∫abf(x) dx≈h2(f(x0)+2f(x1)+…+2f(xn−1)+f(xn))\int_a^b f(x)\,dx \approx \frac{h}{2} \left( f(x_0) + 2 f(x_1) + \ldots + 2 f(x_{n-1}) + f(x_n) \right)

Voraussetzung: h=b−an,h = \frac{b - a}{n}, xk=a+kh,x_k = a + k h, n∈N,n \in \mathbb{N}, n≥1n \geq 1

a,ba, b
untere und obere Integrationsgrenze
ff
Funktion, die integriert wird
nn
Anzahl der Teilintervalle
hh
Schrittweite, Breite eines Teilintervalls
xkx_k
Stützstellen, x₀ = a bis xₙ = b

Die Trapezregel nähert ein Integral durch Trapeze unter den Sehnen zwischen benachbarten Stützstellen an.