Numerik
Bisektionsverfahren
Voraussetzung: stetig auf
- linke und rechte Grenze des aktuellen Intervalls
- Mittelpunkt des Intervalls, neue Näherung
- stetige Funktion, deren Nullstelle gesucht ist
Das Bisektionsverfahren halbiert ein Intervall mit Vorzeichenwechsel so lange, bis die Nullstelle genau genug eingeschlossen ist.
Explizites Euler-Verfahren
Voraussetzung:
- Näherung für die Lösung y(t_k)
- k-ter Zeitpunkt, t_k = t_0 + k · h
- Schrittweite
- rechte Seite der Differentialgleichung y′ = f(t, y)
- Anfangswert zur Zeit t_0
Das explizite Euler-Verfahren löst y′ = f(t, y) näherungsweise, indem es in jedem Schritt der aktuellen Steigung folgt.
Fehler der Trapezregel
Voraussetzung: zweimal stetig differenzierbar auf
- Näherung der summierten Trapezregel mit n Teilintervallen
- Integrationsgrenzen
- Schrittweite, Breite eines Teilintervalls
- Anzahl der Teilintervalle
- zweite Ableitung des Integranden
Der Fehler der summierten Trapezregel ist höchstens (b − a) · h² / 12 mal das Maximum von |f″|; er sinkt quadratisch mit h.
Fixpunktiteration
Voraussetzung: auf
- Iterationsfunktion, deren Fixpunkt gesucht ist
- n-te Näherung
- Startwert
- Fixpunkt, also Lösung von x = φ(x)
- Kontraktionskonstante (Lipschitz-Konstante kleiner als 1)
- Anzahl der Iterationsschritte
Bei der Fixpunktiteration setzt man jede Näherung wieder in φ ein; ist φ eine Kontraktion, konvergiert das gegen den Fixpunkt.
Gauß-Seidel-Verfahren
Voraussetzung:
- i-te Komponente der Näherung nach k Schritten
- Einträge der Koeffizientenmatrix A
- Diagonaleinträge von A
- Komponenten der rechten Seite b
- Anzahl der Gleichungen und Unbekannten
Das Gauß-Seidel-Verfahren arbeitet wie das Jacobi-Verfahren, verwendet neu berechnete Komponenten aber sofort weiter.
Implizites Euler-Verfahren
Voraussetzung: (Schrittgleichung eindeutig lösbar, z.B. bei mit Lipschitz-Konstante )
- Näherung für die Lösung y(t_n)
- n-ter Zeitpunkt, t_n = t_0 + n · h
- Schrittweite
- rechte Seite der Differentialgleichung y′ = f(t, y)
Das implizite Euler-Verfahren nimmt die Steigung am neuen Punkt; dafür muss man in jedem Schritt eine Gleichung lösen.
Jacobi-Verfahren
Voraussetzung:
- i-te Komponente der Näherung nach k Schritten
- Einträge der Koeffizientenmatrix A
- Diagonaleinträge von A
- Komponenten der rechten Seite b
- Anzahl der Gleichungen und Unbekannten
Das Jacobi-Verfahren löst jede Gleichung nach ihrer Diagonalvariablen auf und setzt die alte Näherung für alle anderen ein.
Voraussetzung: hinreichend glatt
- Näherung für die Lösung y(t_n)
- Schrittweite
- Steigung am Anfang, k₁ = f(t_n, y_n)
- Steigung in der Mitte, k₂ = f(t_n + h/2, y_n + h/2 · k₁)
- verbesserte Steigung in der Mitte, k₃ = f(t_n + h/2, y_n + h/2 · k₂)
- Steigung am Ende, k₄ = f(t_n + h, y_n + h · k₃)
Das klassische Runge-Kutta-Verfahren mittelt vier Steigungen pro Schritt und erreicht so die Konvergenzordnung 4.
Konditionszahl
Voraussetzung: invertierbar
- Konditionszahl der Matrix A bezüglich der gewählten Norm
- Matrixnorm von A, passend zur verwendeten Vektornorm
- inverse Matrix
- exakte Lösung und ihre Änderung
- rechte Seite und ihre Störung (z.B. Mess- oder Rundungsfehler)
Die Konditionszahl gibt an, wie stark sich relative Fehler in der rechten Seite höchstens auf die Lösung auswirken.
Konvergenzordnung
Voraussetzung: falls
- Näherung nach k Iterationsschritten
- gesuchter Grenzwert, z.B. eine Nullstelle
- Konvergenzordnung
- Konstante; bei p = 1 die Konvergenzrate
- Index, ab dem die Ungleichung gilt
Die Konvergenzordnung p gibt an, wie schnell der Fehler eines Iterationsverfahrens von Schritt zu Schritt schrumpft.
Lagrange-Interpolation
Voraussetzung: paarweise verschieden
- Interpolationspolynom vom Grad höchstens n
- Stützstellen und zugehörige Stützwerte
- Lagrange-Basispolynom, 1 bei x_i und 0 bei allen anderen Stützstellen
- Anzahl der Stützstellen minus 1
Die Lagrange-Formel liefert das eindeutige Polynom vom Grad höchstens n durch n + 1 Punkte mit verschiedenen x-Werten.
LU-Zerlegung
Voraussetzung: Gauß-Elimination ohne Zeilentausch durchführbar
- quadratische Koeffizientenmatrix
- untere Dreiecksmatrix mit Einsen auf der Diagonalen; enthält die Eliminationsfaktoren
- obere Dreiecksmatrix, das Ergebnis der Gauß-Elimination
Die LU-Zerlegung schreibt eine Matrix als Produkt einer unteren und einer oberen Dreiecksmatrix, wie sie die Gauß-Elimination liefert.
Mittelpunktregel
Voraussetzung:
- untere und obere Integrationsgrenze
- Funktion, die integriert wird
- Anzahl der Teilintervalle (Rechtecke)
- Schrittweite, Breite eines Rechtecks
- Nummer des Teilintervalls
Die Mittelpunktregel nähert ein Integral durch Rechtecke an, deren Höhe der Funktionswert in der Mitte jedes Teilintervalls ist.
Newton-Interpolation
Voraussetzung: paarweise verschieden
- Interpolationspolynom vom Grad höchstens n mit p(x_i) = f(x_i)
- Stützstellen
- dividierte Differenz der Ordnung k
- Anzahl der Stützstellen minus 1
Die Newton-Form baut das Interpolationspolynom aus dividierten Differenzen auf; eine neue Stützstelle fügt nur ein Glied hinzu.
Newton-Verfahren
Voraussetzung: differenzierbar
- aktuelle Näherung für die Nullstelle
- nächste, meist bessere Näherung
- Funktionswert an der Stelle xₙ
- Ableitung (Tangentensteigung) an der Stelle xₙ
Das Newton-Verfahren nähert eine Nullstelle an, indem es immer zur Nullstelle der Tangente im aktuellen Punkt springt.
Voraussetzung: stetig differenzierbar invertierbar
- Funktion, deren Nullstelle F(x) = 0 gesucht ist
- Näherungsvektor nach k Schritten
- Jacobi-Matrix von F, Matrix der partiellen Ableitungen ∂F_i/∂x_j
- Korrekturvektor im k-ten Schritt
Das Newton-Verfahren für Systeme ersetzt F durch seine Linearisierung und löst in jedem Schritt ein lineares Gleichungssystem.
Regula falsi
Voraussetzung: stetig auf
- Grenzen des aktuellen Intervalls mit Vorzeichenwechsel
- Nullstelle der Sekante, neue Näherung
- stetige Funktion, deren Nullstelle gesucht ist
Die Regula falsi schneidet die Sekante durch die Intervallenden mit der x-Achse und behält stets ein Intervall mit Vorzeichenwechsel.
Sekantenverfahren
Voraussetzung:
- die beiden letzten Näherungen
- neue Näherung, Nullstelle der Sekante
- Funktion, deren Nullstelle gesucht ist
Das Sekantenverfahren ersetzt beim Newton-Verfahren die Tangente durch die Sekante durch die letzten beiden Näherungen.
Simpsonregel
Voraussetzung: auf integrierbar und an den Stützstellen definiert
- untere und obere Integrationsgrenze
- Funktion, die integriert wird
- Intervallmitte
Die Simpsonregel ersetzt die Funktion durch eine Parabel durch Anfang, Mitte und Ende und integriert diese exakt.
Trapezregel
Voraussetzung:
- untere und obere Integrationsgrenze
- Funktion, die integriert wird
- Anzahl der Teilintervalle
- Schrittweite, Breite eines Teilintervalls
- Stützstellen, x₀ = a bis xₙ = b
Die Trapezregel nähert ein Integral durch Trapeze unter den Sehnen zwischen benachbarten Stützstellen an.