Klassisches Runge-Kutta-Verfahren
Voraussetzung: hinreichend glatt
- Näherung für die Lösung y(t_n)
- Schrittweite
- Steigung am Anfang, k₁ = f(t_n, y_n)
- Steigung in der Mitte, k₂ = f(t_n + h/2, y_n + h/2 · k₁)
- verbesserte Steigung in der Mitte, k₃ = f(t_n + h/2, y_n + h/2 · k₂)
- Steigung am Ende, k₄ = f(t_n + h, y_n + h · k₃)
Das klassische Runge-Kutta-Verfahren mittelt vier Steigungen pro Schritt und erreicht so die Konvergenzordnung 4.
Erklärung
Das klassische Runge-Kutta-Verfahren (kurz RK4) löst Anfangswertprobleme , numerisch. Wie beim Euler-Verfahren geht man in Schritten der Breite vor, verwendet aber pro Schritt vier Steigungen:
Der Schritt verwendet ein gewichtetes Mittel mit den Gewichten . Hängt nur von ab, sind , und das Verfahren wird zur Simpsonregel.
Eigenschaften:
- Konvergenzordnung 4: Halbiert man , sinkt der globale Fehler etwa auf ein Sechzehntel.
- Explizit: Jedes ergibt sich aus bereits bekannten Werten.
- Pro Schritt sind vier Auswertungen von nötig. Bei gleichem Aufwand ist RK4 meist viel genauer als das Euler-Verfahren.
- Bei steifen Problemen braucht auch RK4 sehr kleine Schritte; dort sind implizite Verfahren besser.
Beispiele
, , exakte Lösung . Für diese Gleichung multipliziert ein Schritt mit , den ersten Gliedern der Exponentialreihe. Mit ist der Faktor , nach zwei Schritten
Der Fehler ist etwa . Das Euler-Verfahren mit derselben Zahl von acht Auswertungen () liefert , also einen Fehler von .
, , ein Schritt mit :
Exakt ist . Der Fehler beträgt etwa , beim Euler-Verfahren mit gleichem wäre es fast .
Typische Fehler
- Die Gewichte vertauschen: Die mittleren Steigungen , zählen doppelt, nicht die äußeren.
- In und den vollen statt den halben Schritt verwenden.
- In wieder statt einsetzen.
- Durch statt durch teilen. Die Gewichte ergeben .