Regula falsi
Voraussetzung: stetig auf
- Grenzen des aktuellen Intervalls mit Vorzeichenwechsel
- Nullstelle der Sekante, neue Näherung
- stetige Funktion, deren Nullstelle gesucht ist
Die Regula falsi schneidet die Sekante durch die Intervallenden mit der x-Achse und behält stets ein Intervall mit Vorzeichenwechsel.
Erklärung
Die Regula falsi verbindet die Ideen von Bisektion und Sekantenverfahren. Wie bei der Bisektion startet man mit einem Intervall , an dessen Enden verschiedene Vorzeichen hat. Statt den Mittelpunkt zu nehmen, legt man die Sekante durch und und berechnet ihre Nullstelle . Dann behält man das Teilintervall, in dem der Vorzeichenwechsel liegt.
Die Formel für ist dieselbe wie beim Sekantenverfahren, nur in symmetrischer Form geschrieben: . Der Unterschied liegt in der Auswahl der Punkte. Die Nullstelle bleibt immer eingeschlossen, deshalb konvergiert das Verfahren bei stetigem garantiert.
Der Nachteil: Ist im Intervall konvex oder konkav, bleibt ein Endpunkt oft dauerhaft liegen. Die Intervallbreite geht dann nicht gegen , und die Konvergenz ist nur linear, teils langsamer als die Bisektion. Varianten wie das Illinois-Verfahren halbieren in diesem Fall den Funktionswert am festhängenden Ende und beschleunigen so die Konvergenz.
Beispiele
Nullstelle von auf mit , :
Die ersten beiden Schritte stimmen mit dem Sekantenverfahren überein. Im dritten Schritt bleibt der rechte Endpunkt stehen, weil konvex ist. Das Sekantenverfahren liefert hier schon , die Regula falsi nur , ist dafür aber abgesichert.
Typische Fehler
- Die Regula falsi mit dem Sekantenverfahren gleichsetzen. Die Formel ist gleich, die Wahl der beiden Punkte nicht.
- Im Zähler schreiben. Richtig sind die „über Kreuz“ genommenen Werte .
- Als Abbruchkriterium die Intervallbreite verwenden. Weil ein Endpunkt hängen bleiben kann, wird sie oft nicht klein. Besser oder die Änderung von prüfen.