Newton-Interpolation
Voraussetzung: paarweise verschieden
- Interpolationspolynom vom Grad höchstens n mit p(x_i) = f(x_i)
- Stützstellen
- dividierte Differenz der Ordnung k
- Anzahl der Stützstellen minus 1
Die Newton-Form baut das Interpolationspolynom aus dividierten Differenzen auf; eine neue Stützstelle fügt nur ein Glied hinzu.
Erklärung
Durch Punkte mit verschiedenen Stützstellen geht genau ein Polynom vom Grad höchstens . Die Newton-Form schreibt es als
Die Koeffizienten sind dividierte Differenzen, rekursiv definiert durch
Man berechnet sie in einem dreieckigen Differenzenschema; die Koeffizienten stehen auf der oberen Schräge.
Vorteile gegenüber der Lagrange-Form:
- Kommt eine Stützstelle hinzu, bleiben alle bisherigen Koeffizienten gleich. Man ergänzt nur eine Zeile im Schema und ein Glied im Polynom.
- Ausgewertet wird effizient mit einem Horner-artigen Schema von innen nach außen.
Es entsteht dasselbe Polynom wie bei Lagrange, nur anders dargestellt.
Beispiele
Gegeben sind , , . Das Differenzenschema:
| 1. Ordnung | 2. Ordnung | ||
|---|---|---|---|
| 0 | 1 | ||
| 1 | 3 | ||
| 3 | 2 |
Damit ist
Probe: . Für ergibt sich .
Kommt der Punkt hinzu, berechnet man nur die neue Schräge: , und . Das neue Polynom ist
Das zusätzliche Glied ist an den alten Stützstellen null, und es gilt .
Typische Fehler
- Im Nenner die benachbarten statt der äußeren Stützstellen nehmen: Bei steht im Nenner, nicht .
- Die falschen Koeffizienten aus dem Schema ablesen. Es sind die obersten Einträge jeder Spalte, die alle zu gehören.
- Im Produkt einen Faktor zu viel nehmen: Zu gehören die Faktoren bis , nicht bis .
- Bei vielen gleichabständigen Stützstellen erwarten, dass das Polynom die Funktion gut wiedergibt. Am Rand kann es stark schwingen (Runge-Phänomen).