LU-Zerlegung
Voraussetzung: Gauß-Elimination ohne Zeilentausch durchführbar
- quadratische Koeffizientenmatrix
- untere Dreiecksmatrix mit Einsen auf der Diagonalen; enthält die Eliminationsfaktoren
- obere Dreiecksmatrix, das Ergebnis der Gauß-Elimination
Die LU-Zerlegung schreibt eine Matrix als Produkt einer unteren und einer oberen Dreiecksmatrix, wie sie die Gauß-Elimination liefert.
Erklärung
Die LU-Zerlegung (auch LR-Zerlegung) ist die Gauß-Elimination in Matrixform. Man formt durch Abziehen von Vielfachen oberer Zeilen in eine obere Dreiecksmatrix um und merkt sich jeden Faktor , mit dem Zeile von Zeile abgezogen wurde. Diese Faktoren bilden, mit Einsen auf der Diagonalen, die untere Dreiecksmatrix .
Damit löst man in zwei einfachen Schritten:
- Vorwärtseinsetzen: von oben nach unten lösen.
- Rückwärtseinsetzen: von unten nach oben lösen.
Die Zerlegung kostet etwa Rechenoperationen, jedes weitere Einsetzen nur etwa . Bei vielen Systemen mit derselben Matrix und verschiedenen rechten Seiten zerlegt man daher einmal und setzt mehrfach ein. Nebenbei ergibt sich .
Ohne Zeilentausch existiert die Zerlegung nur, wenn bei der Elimination kein Pivotelement null wird. Im Allgemeinen und aus Stabilitätsgründen tauscht man Zeilen (Spaltenpivotisierung) und erhält mit einer Permutationsmatrix . Diese Zerlegung existiert für jede invertierbare Matrix.
Beispiele
Erste Spalte: Zeile 2 minus Zeile 1, Zeile 3 minus Zeile 1. Das ergibt die Zeilen und . Zweite Spalte: neue Zeile 3 minus neue Zeile 2 ergibt . Also
und .
Für liefert Vorwärtseinsetzen , , . Rückwärtseinsetzen ergibt , , , also .
Typische Fehler
- Die Faktoren mit falschem Vorzeichen in eintragen. Wird das -Fache abgezogen, steht in eine .
- Für die Faktoren der zweiten Spalte die ursprünglichen statt der bereits umgeformten Zeilen verwenden.
- Die Zerlegung erzwingen, obwohl ein Pivot null ist. hat keine LU-Zerlegung ohne Zeilentausch.
- Bei vergessen, auch zu permutieren: Man löst .