LU-Zerlegung

LU-Zerlegung

Studium
A=L⋅UA = L \cdot U

Voraussetzung: A∈Rn×n,A \in \mathbb{R}^{n \times n}, Gauß-Elimination ohne Zeilentausch durchführbar

AA
quadratische Koeffizientenmatrix
LL
untere Dreiecksmatrix mit Einsen auf der Diagonalen; enthält die Eliminationsfaktoren
UU
obere Dreiecksmatrix, das Ergebnis der Gauß-Elimination

Die LU-Zerlegung schreibt eine Matrix als Produkt einer unteren und einer oberen Dreiecksmatrix, wie sie die Gauß-Elimination liefert.

Erklärung

Die LU-Zerlegung (auch LR-Zerlegung) ist die Gauß-Elimination in Matrixform. Man formt AA durch Abziehen von Vielfachen oberer Zeilen in eine obere Dreiecksmatrix UU um und merkt sich jeden Faktor lijl_{ij}, mit dem Zeile jj von Zeile ii abgezogen wurde. Diese Faktoren bilden, mit Einsen auf der Diagonalen, die untere Dreiecksmatrix LL.

Damit löst man Ax=bAx = b in zwei einfachen Schritten:

  1. Vorwärtseinsetzen: L y=bL\,y = b von oben nach unten lösen.
  2. Rückwärtseinsetzen: U x=yU\,x = y von unten nach oben lösen.

Die Zerlegung kostet etwa 23n3\frac{2}{3}n^3 Rechenoperationen, jedes weitere Einsetzen nur etwa 2n22n^2. Bei vielen Systemen mit derselben Matrix und verschiedenen rechten Seiten zerlegt man daher einmal und setzt mehrfach ein. Nebenbei ergibt sich det⁡A=u11⋅u22⋯unn\det A = u_{11} \cdot u_{22} \cdots u_{nn}.

Ohne Zeilentausch existiert die Zerlegung nur, wenn bei der Elimination kein Pivotelement null wird. Im Allgemeinen und aus Stabilitätsgründen tauscht man Zeilen (Spaltenpivotisierung) und erhält PA=LUPA = LU mit einer Permutationsmatrix PP. Diese Zerlegung existiert für jede invertierbare Matrix.

Beispiele

A=(211433879)A = \begin{pmatrix} 2 & 1 & 1 \\ 4 & 3 & 3 \\ 8 & 7 & 9 \end{pmatrix}

Erste Spalte: Zeile 2 minus 2⋅2 \cdot Zeile 1, Zeile 3 minus 4⋅4 \cdot Zeile 1. Das ergibt die Zeilen (0,1,1)(0, 1, 1) und (0,3,5)(0, 3, 5). Zweite Spalte: neue Zeile 3 minus 3⋅3 \cdot neue Zeile 2 ergibt (0,0,2)(0, 0, 2). Also

L=(100210431),U=(211011002)L = \begin{pmatrix} 1 & 0 & 0 \\ 2 & 1 & 0 \\ 4 & 3 & 1 \end{pmatrix}, \qquad U = \begin{pmatrix} 2 & 1 & 1 \\ 0 & 1 & 1 \\ 0 & 0 & 2 \end{pmatrix}

und det⁡A=2⋅1⋅2=4\det A = 2 \cdot 1 \cdot 2 = 4.

Für b=(4,10,24)b = (4, 10, 24) liefert Vorwärtseinsetzen y1=4y_1 = 4, y2=10−2⋅4=2y_2 = 10 - 2 \cdot 4 = 2, y3=24−4⋅4−3⋅2=2y_3 = 24 - 4 \cdot 4 - 3 \cdot 2 = 2. Rückwärtseinsetzen ergibt x3=1x_3 = 1, x2=2−1=1x_2 = 2 - 1 = 1, x1=4−1−12=1x_1 = \frac{4 - 1 - 1}{2} = 1, also x=(1,1,1)x = (1, 1, 1).

Typische Fehler

  • Die Faktoren mit falschem Vorzeichen in LL eintragen. Wird das 22-Fache abgezogen, steht in LL eine +2+2.
  • Für die Faktoren der zweiten Spalte die ursprünglichen statt der bereits umgeformten Zeilen verwenden.
  • Die Zerlegung erzwingen, obwohl ein Pivot null ist. (0111)\begin{pmatrix} 0 & 1 \\ 1 & 1 \end{pmatrix} hat keine LU-Zerlegung ohne Zeilentausch.
  • Bei PA=LUPA = LU vergessen, auch bb zu permutieren: Man löst Ly=PbLy = Pb.

Verwandte Formeln