Bisektionsverfahren
Voraussetzung: stetig auf
- linke und rechte Grenze des aktuellen Intervalls
- Mittelpunkt des Intervalls, neue Näherung
- stetige Funktion, deren Nullstelle gesucht ist
Das Bisektionsverfahren halbiert ein Intervall mit Vorzeichenwechsel so lange, bis die Nullstelle genau genug eingeschlossen ist.
Erklärung
Das Bisektionsverfahren (Intervallhalbierung) sucht eine Nullstelle einer stetigen Funktion in einem Intervall , an dessen Enden verschiedene Vorzeichen hat. Nach dem Zwischenwertsatz liegt dann mindestens eine Nullstelle im Intervall.
In jedem Schritt berechnet man den Mittelpunkt und prüft das Vorzeichen von . Man behält die Hälfte, in der der Vorzeichenwechsel liegt. Ist , hat man die Nullstelle gefunden.
Das Verfahren ist robust: Es konvergiert immer, wenn die Voraussetzungen erfüllt sind, und braucht keine Ableitung. Dafür ist es langsam. Nach Schritten ist das Intervall lang, pro Schritt gewinnt man also nur ein Bit an Genauigkeit (lineare Konvergenz mit Faktor ). Liegen mehrere Nullstellen im Intervall, findet man eine davon. Nullstellen ohne Vorzeichenwechsel, z.B. bei , findet das Verfahren nicht.
Beispiele
Nullstelle von auf : Es ist und .
Nach vier Schritten ist das Intervall lang. Der Mittelpunkt weicht höchstens von ab.
Wie viele Schritte braucht man, um ein Intervall der Länge auf höchstens zu verkleinern? Aus folgt , also . Denn , aber .
Typische Fehler
- Die falsche Hälfte behalten. Entscheidend ist, wo das Vorzeichen wechselt, nicht, welcher Funktionswert kleiner ist.
- Das Verfahren auf ein Intervall ohne Vorzeichenwechsel anwenden. Aus folgt nicht, dass keine Nullstelle existiert, aber das Verfahren garantiert dann nichts.
- Stetigkeit vergessen: wechselt auf das Vorzeichen, hat aber keine Nullstelle.