Differentialgleichungen

y′+a(x) y=b(x) yn  →  z = y1−n    z′+(1−n) a(x) z=(1−n) b(x)y' + a(x)\,y = b(x)\,y^n \;\xrightarrow{\;z \,=\, y^{1-n}\;}\; z' + (1-n)\,a(x)\,z = (1-n)\,b(x)

Voraussetzung: n∈R∖{0,1},n \in \mathbb{R} \setminus \{0, 1\}, y>0y > 0

yy
gesuchte Funktion y(x)
y′y'
Ableitung von y nach x
a(x),b(x)a(x), b(x)
stetige Koeffizientenfunktionen
nn
Exponent der Nichtlinearität
zz
neue Funktion z = y^(1−n), erfüllt eine lineare DGL
z′z'
Ableitung von z nach x

Die Substitution z = y^(1−n) macht aus der nichtlinearen Bernoulli-DGL eine lineare DGL erster Ordnung für z.

y′′+a y′+b y=0  ⇒  λ2+aλ+b=0y'' + a\,y' + b\,y = 0 \;\Rightarrow\; \lambda^2 + a\lambda + b = 0

Voraussetzung: a,b∈Ra, b \in \mathbb{R} konstant

yy
gesuchte Funktion y(x)
y′,y′′y', y''
erste und zweite Ableitung von y
a,ba, b
konstante Koeffizienten der Differentialgleichung
λ\lambda
Unbekannte der charakteristischen Gleichung; jede Lösung liefert eine Lösung e^(λx)

Der Ansatz y = e^(λx) macht aus einer linearen DGL mit konstanten Koeffizienten eine Polynomgleichung für λ.

f′(t)=k⋅f(t)  ⇒  f(t)=f(0)⋅ektf'(t) = k \cdot f(t) \;\Rightarrow\; f(t) = f(0) \cdot e^{kt}
f(t)f(t)
Bestand zum Zeitpunkt t
f′(t)f'(t)
momentane Änderungsrate des Bestands
f(0)f(0)
Anfangsbestand zum Zeitpunkt 0
kk
Wachstumskonstante; k > 0 Wachstum, k < 0 Abnahme
tt
Zeit
ee
Eulersche Zahl, e ≈ 2,71828

Ist die Änderungsrate proportional zum Bestand, wächst oder schrumpft der Bestand exponentiell mit f(0) · e^(kt).

x¨+2δ x˙+ω02 x=0  ⇒  x(t)=e−δt(Acos⁡(ωdt)+Bsin⁡(ωdt))\ddot{x} + 2\delta\,\dot{x} + \omega_0^2\,x = 0 \;\Rightarrow\; x(t) = e^{-\delta t} \bigl( A\cos(\omega_d t) + B\sin(\omega_d t) \bigr)

Voraussetzung: 0<δ<ω0,0 < \delta < \omega_0, ωd=ω02−δ2\omega_d = \sqrt{\omega_0^2 - \delta^2}

x(t)x(t)
Auslenkung aus der Ruhelage zur Zeit t
x˙,x¨\dot{x}, \ddot{x}
erste und zweite Ableitung von x nach der Zeit
δ\delta
Abklingkonstante, beim Federpendel δ = b/(2m) mit Reibungskoeffizient b
ω0\omega_0
Eigenkreisfrequenz des ungedämpften Systems
ωd\omega_d
Kreisfrequenz der gedämpften Schwingung
A,BA, B
Konstanten aus den Anfangswerten, A = x(0)
tt
Zeit

Bei schwacher Dämpfung schwingt das System mit ω_d = √(ω₀² − δ²), und die Amplitude klingt wie e^(−δt) ab.

x¨+ω02 x=0  ⇒  x(t)=Acos⁡(ω0t)+Bsin⁡(ω0t)\ddot{x} + \omega_0^2\,x = 0 \;\Rightarrow\; x(t) = A\cos(\omega_0 t) + B\sin(\omega_0 t)

Voraussetzung: ω0>0\omega_0 > 0

x(t)x(t)
Auslenkung aus der Ruhelage zur Zeit t
x¨\ddot{x}
zweite Ableitung von x nach der Zeit (Beschleunigung)
ω0\omega_0
Eigenkreisfrequenz, beim Federpendel ω₀ = √(k/m)
AA
Anfangsauslenkung x(0)
BB
Anfangsgeschwindigkeit geteilt durch ω₀, also v(0)/ω₀
tt
Zeit

Ist die Rückstellkraft proportional zur Auslenkung, schwingt das System sinusförmig mit der Eigenkreisfrequenz ω₀.

F(s)=L{f(t)}(s)=∫0∞f(t) e−st dtF(s) = \mathcal{L}\{f(t)\}(s) = \int_0^\infty f(t)\,e^{-st}\,dt

Voraussetzung: ∣f(t)∣≤Meσt|f(t)| \leq M e^{\sigma t} für alle t≥0,t \geq 0, s>σs > \sigma

f(t)f(t)
Originalfunktion, definiert für t ≥ 0
F(s)F(s)
Bildfunktion (Laplace-Transformierte)
L\mathcal{L}
Laplace-Operator, der f die Funktion F zuordnet
ss
Variable im Bildbereich (reell oder komplex mit Re s > σ)
tt
Zeitvariable im Originalbereich
M,σM, \sigma
Konstanten, mit denen f höchstens exponentiell wächst

Die Laplace-Transformation ordnet einer Funktion f(t) das Integral von f(t) · e^(−st) über t von 0 bis ∞ zu.

L{f′}=s F(s)−f(0),L{f′′}=s2F(s)−s f(0)−f′(0)\mathcal{L}\{f'\} = s\,F(s) - f(0), \qquad \mathcal{L}\{f''\} = s^2 F(s) - s\,f(0) - f'(0)

Voraussetzung: ff stetig,, f,f′f, f' höchstens exponentiell wachsend,, s>σ;s > \sigma; für f′′f'' zusätzlich f′f' stetig und f′′f'' höchstens exponentiell wachsend

ff
Originalfunktion, auf t ≥ 0 differenzierbar
f′,f′′f', f''
erste und zweite Ableitung von f
F(s)F(s)
Laplace-Transformierte von f
f(0)f(0)
Anfangswert von f
f′(0)f'(0)
Anfangswert der Ableitung
ss
Variable im Bildbereich
L\mathcal{L}
Laplace-Transformation

Ableiten im Zeitbereich wird zur Multiplikation mit s; die Anfangswerte stehen direkt in der Formel.

y(x)=(C1+C2 x) eλxy(x) = (C_1 + C_2\,x)\,e^{\lambda x}

Voraussetzung: y′′+a y′+b y=0,y'' + a\,y' + b\,y = 0, a2=4b,a^2 = 4b, λ=−a2\lambda = -\tfrac{a}{2}

y(x)y(x)
allgemeine Lösung der homogenen Gleichung
λ\lambda
doppelte Lösung der charakteristischen Gleichung λ² + aλ + b = 0
C1,C2C_1, C_2
frei wählbare Konstanten, bestimmt durch zwei Anfangs- oder Randbedingungen
xx
unabhängige Variable

Hat die charakteristische Gleichung eine doppelte Lösung λ, kommt zur Lösung e^(λx) noch x · e^(λx) hinzu.

y(x)=eαx(C1cos⁡(ωx)+C2sin⁡(ωx))y(x) = e^{\alpha x} \bigl( C_1 \cos(\omega x) + C_2 \sin(\omega x) \bigr)

Voraussetzung: y′′+a y′+b y=0,y'' + a\,y' + b\,y = 0, a2<4b,a^2 < 4b, α=−a2,\alpha = -\tfrac{a}{2}, ω=b−a24\omega = \sqrt{b - \tfrac{a^2}{4}}

y(x)y(x)
allgemeine reelle Lösung der homogenen Gleichung
α\alpha
Realteil der Lösungen λ = α ± iω der charakteristischen Gleichung
ω\omega
Imaginärteil (positiv), bestimmt die Kreisfrequenz der Schwingung
C1,C2C_1, C_2
reelle Konstanten, bestimmt durch zwei Anfangs- oder Randbedingungen
xx
unabhängige Variable

Hat die charakteristische Gleichung komplexe Lösungen α ± iω, schwingt die Lösung mit ω und der Hüllkurve e^(αx).

y(x)=C1 eλ1x+C2 eλ2xy(x) = C_1\,e^{\lambda_1 x} + C_2\,e^{\lambda_2 x}

Voraussetzung: y′′+a y′+b y=0,y'' + a\,y' + b\,y = 0, a2>4b,a^2 > 4b, λ1,2=−a2±a24−b\lambda_{1,2} = -\tfrac{a}{2} \pm \sqrt{\tfrac{a^2}{4} - b}

y(x)y(x)
allgemeine Lösung der homogenen Gleichung
λ1,λ2\lambda_1, \lambda_2
die zwei verschiedenen reellen Lösungen der charakteristischen Gleichung λ² + aλ + b = 0
C1,C2C_1, C_2
frei wählbare Konstanten, bestimmt durch zwei Anfangs- oder Randbedingungen
xx
unabhängige Variable

Hat die charakteristische Gleichung zwei verschiedene reelle Lösungen, ist die Lösung eine Summe zweier e-Funktionen.

y′+a(x) y=b(x)  ⇒  y(x)=e−A(x)(∫b(x) eA(x) dx+C)y' + a(x)\,y = b(x) \;\Rightarrow\; y(x) = e^{-A(x)} \left( \int b(x)\,e^{A(x)}\,dx + C \right)

Voraussetzung: a,ba, b stetig,, A′(x)=a(x)A'(x) = a(x)

yy
gesuchte Funktion y(x)
y′y'
Ableitung von y nach x
a(x)a(x)
Koeffizient vor y
b(x)b(x)
Störfunktion (Inhomogenität); bei b = 0 heißt die DGL homogen
A(x)A(x)
eine Stammfunktion von a(x)
CC
Integrationskonstante, wird aus einem Anfangswert bestimmt

Die Lösung von y′ + a(x)·y = b(x) erhält man mit dem integrierenden Faktor e^A(x), wobei A eine Stammfunktion von a ist.

y′=f(x) g(y)  ⇒  ∫dyg(y)=∫f(x) dx+Cy' = f(x)\,g(y) \;\Rightarrow\; \int \frac{dy}{g(y)} = \int f(x)\,dx + C

Voraussetzung: f,gf, g stetig,, g(y)≠0g(y) \neq 0

yy
gesuchte Funktion y(x)
y′y'
Ableitung von y nach x
xx
unabhängige Variable
f(x)f(x)
Faktor, der nur von x abhängt
g(y)g(y)
Faktor, der nur von y abhängt
CC
Integrationskonstante, wird z.B. aus einem Anfangswert bestimmt

Lässt sich y′ als f(x) · g(y) schreiben, bringt man alles mit y auf eine Seite und integriert beide Seiten.

yp(x)=C(x) e−A(x),C′(x)=b(x) eA(x)y_p(x) = C(x)\,e^{-A(x)}, \qquad C'(x) = b(x)\,e^{A(x)}

Voraussetzung: y′+a(x) y=b(x),y' + a(x)\,y = b(x), A′(x)=a(x)A'(x) = a(x)

ypy_p
partikuläre (spezielle) Lösung der inhomogenen Gleichung
C(x)C(x)
Funktion, die an die Stelle der Konstanten C der homogenen Lösung tritt
A(x)A(x)
eine Stammfunktion von a(x)
a(x)a(x)
Koeffizient vor y in der Normalform y′ + a(x)·y = b(x)
b(x)b(x)
Störfunktion (Inhomogenität)

Man ersetzt die Konstante der homogenen Lösung durch eine Funktion C(x) und erhält so eine Lösung der inhomogenen Gleichung.

L{tn}=n!sn+1,L{eat}=1s−a,L{sin⁡(ωt)}=ωs2+ω2,L{cos⁡(ωt)}=ss2+ω2\mathcal{L}\{t^n\} = \frac{n!}{s^{n+1}}, \quad \mathcal{L}\{e^{at}\} = \frac{1}{s - a}, \quad \mathcal{L}\{\sin(\omega t)\} = \frac{\omega}{s^2 + \omega^2}, \quad \mathcal{L}\{\cos(\omega t)\} = \frac{s}{s^2 + \omega^2}

Voraussetzung: n∈N0,n \in \mathbb{N}_0, s>0,s > 0, s>a,s > a, ω∈R\omega \in \mathbb{R}

L\mathcal{L}
Laplace-Transformation
ss
Variable im Bildbereich
tt
Zeitvariable, t ≥ 0
nn
Exponent der Potenz, natürliche Zahl einschließlich 0
aa
reelle Konstante im Exponenten
ω\omega
Kreisfrequenz

Die Laplace-Transformierten von Potenzen, e-Funktion, Sinus und Kosinus bilden die Grundlage jeder Korrespondenztabelle.