Differentialgleichungen
Bernoulli-DGL
Voraussetzung:
- gesuchte Funktion y(x)
- Ableitung von y nach x
- stetige Koeffizientenfunktionen
- Exponent der Nichtlinearität
- neue Funktion z = y^(1−n), erfüllt eine lineare DGL
- Ableitung von z nach x
Die Substitution z = y^(1−n) macht aus der nichtlinearen Bernoulli-DGL eine lineare DGL erster Ordnung für z.
Charakteristische Gleichung
Voraussetzung: konstant
- gesuchte Funktion y(x)
- erste und zweite Ableitung von y
- konstante Koeffizienten der Differentialgleichung
- Unbekannte der charakteristischen Gleichung; jede Lösung liefert eine Lösung e^(λx)
Der Ansatz y = e^(λx) macht aus einer linearen DGL mit konstanten Koeffizienten eine Polynomgleichung für λ.
DGL des exponentiellen Wachstums
- Bestand zum Zeitpunkt t
- momentane Änderungsrate des Bestands
- Anfangsbestand zum Zeitpunkt 0
- Wachstumskonstante; k > 0 Wachstum, k < 0 Abnahme
- Zeit
- Eulersche Zahl, e ≈ 2,71828
Ist die Änderungsrate proportional zum Bestand, wächst oder schrumpft der Bestand exponentiell mit f(0) · e^(kt).
Gedämpfter Oszillator
Voraussetzung:
- Auslenkung aus der Ruhelage zur Zeit t
- erste und zweite Ableitung von x nach der Zeit
- Abklingkonstante, beim Federpendel δ = b/(2m) mit Reibungskoeffizient b
- Eigenkreisfrequenz des ungedämpften Systems
- Kreisfrequenz der gedämpften Schwingung
- Konstanten aus den Anfangswerten, A = x(0)
- Zeit
Bei schwacher Dämpfung schwingt das System mit ω_d = √(ω₀² − δ²), und die Amplitude klingt wie e^(−δt) ab.
Harmonischer Oszillator
Voraussetzung:
- Auslenkung aus der Ruhelage zur Zeit t
- zweite Ableitung von x nach der Zeit (Beschleunigung)
- Eigenkreisfrequenz, beim Federpendel ω₀ = √(k/m)
- Anfangsauslenkung x(0)
- Anfangsgeschwindigkeit geteilt durch ω₀, also v(0)/ω₀
- Zeit
Ist die Rückstellkraft proportional zur Auslenkung, schwingt das System sinusförmig mit der Eigenkreisfrequenz ω₀.
Laplace-Transformation
Voraussetzung: für alle
- Originalfunktion, definiert für t ≥ 0
- Bildfunktion (Laplace-Transformierte)
- Laplace-Operator, der f die Funktion F zuordnet
- Variable im Bildbereich (reell oder komplex mit Re s > σ)
- Zeitvariable im Originalbereich
- Konstanten, mit denen f höchstens exponentiell wächst
Die Laplace-Transformation ordnet einer Funktion f(t) das Integral von f(t) · e^(−st) über t von 0 bis ∞ zu.
Voraussetzung: stetig höchstens exponentiell wachsend für zusätzlich stetig und höchstens exponentiell wachsend
- Originalfunktion, auf t ≥ 0 differenzierbar
- erste und zweite Ableitung von f
- Laplace-Transformierte von f
- Anfangswert von f
- Anfangswert der Ableitung
- Variable im Bildbereich
- Laplace-Transformation
Ableiten im Zeitbereich wird zur Multiplikation mit s; die Anfangswerte stehen direkt in der Formel.
Voraussetzung:
- allgemeine Lösung der homogenen Gleichung
- doppelte Lösung der charakteristischen Gleichung λ² + aλ + b = 0
- frei wählbare Konstanten, bestimmt durch zwei Anfangs- oder Randbedingungen
- unabhängige Variable
Hat die charakteristische Gleichung eine doppelte Lösung λ, kommt zur Lösung e^(λx) noch x · e^(λx) hinzu.
Voraussetzung:
- allgemeine reelle Lösung der homogenen Gleichung
- Realteil der Lösungen λ = α ± iω der charakteristischen Gleichung
- Imaginärteil (positiv), bestimmt die Kreisfrequenz der Schwingung
- reelle Konstanten, bestimmt durch zwei Anfangs- oder Randbedingungen
- unabhängige Variable
Hat die charakteristische Gleichung komplexe Lösungen α ± iω, schwingt die Lösung mit ω und der Hüllkurve e^(αx).
Voraussetzung:
- allgemeine Lösung der homogenen Gleichung
- die zwei verschiedenen reellen Lösungen der charakteristischen Gleichung λ² + aλ + b = 0
- frei wählbare Konstanten, bestimmt durch zwei Anfangs- oder Randbedingungen
- unabhängige Variable
Hat die charakteristische Gleichung zwei verschiedene reelle Lösungen, ist die Lösung eine Summe zweier e-Funktionen.
Lineare DGL erster Ordnung
Voraussetzung: stetig
- gesuchte Funktion y(x)
- Ableitung von y nach x
- Koeffizient vor y
- Störfunktion (Inhomogenität); bei b = 0 heißt die DGL homogen
- eine Stammfunktion von a(x)
- Integrationskonstante, wird aus einem Anfangswert bestimmt
Die Lösung von y′ + a(x)·y = b(x) erhält man mit dem integrierenden Faktor e^A(x), wobei A eine Stammfunktion von a ist.
Trennung der Variablen
Voraussetzung: stetig
- gesuchte Funktion y(x)
- Ableitung von y nach x
- unabhängige Variable
- Faktor, der nur von x abhängt
- Faktor, der nur von y abhängt
- Integrationskonstante, wird z.B. aus einem Anfangswert bestimmt
Lässt sich y′ als f(x) · g(y) schreiben, bringt man alles mit y auf eine Seite und integriert beide Seiten.
Variation der Konstanten
Voraussetzung:
- partikuläre (spezielle) Lösung der inhomogenen Gleichung
- Funktion, die an die Stelle der Konstanten C der homogenen Lösung tritt
- eine Stammfunktion von a(x)
- Koeffizient vor y in der Normalform y′ + a(x)·y = b(x)
- Störfunktion (Inhomogenität)
Man ersetzt die Konstante der homogenen Lösung durch eine Funktion C(x) und erhält so eine Lösung der inhomogenen Gleichung.
Voraussetzung:
- Laplace-Transformation
- Variable im Bildbereich
- Zeitvariable, t ≥ 0
- Exponent der Potenz, natürliche Zahl einschließlich 0
- reelle Konstante im Exponenten
- Kreisfrequenz
Die Laplace-Transformierten von Potenzen, e-Funktion, Sinus und Kosinus bilden die Grundlage jeder Korrespondenztabelle.