Laplace-Transformation der Ableitung
Voraussetzung: stetig höchstens exponentiell wachsend für zusätzlich stetig und höchstens exponentiell wachsend
- Originalfunktion, auf t ≥ 0 differenzierbar
- erste und zweite Ableitung von f
- Laplace-Transformierte von f
- Anfangswert von f
- Anfangswert der Ableitung
- Variable im Bildbereich
- Laplace-Transformation
Ableiten im Zeitbereich wird zur Multiplikation mit s; die Anfangswerte stehen direkt in der Formel.
Erklärung
Der Differentiationssatz ist der Grund, warum man Differentialgleichungen mit der Laplace-Transformation löst. Er folgt aus partieller Integration:
Der Randterm bei verschwindet, weil höchstens exponentiell wächst und groß genug ist. Zweimal angewendet ergibt sich die Formel für . Allgemein gilt
Vorgehen bei einem Anfangswertproblem: beide Seiten transformieren, die Anfangswerte einsetzen, nach auflösen und mit der Korrespondenztabelle zurücktransformieren. Die Anfangswerte sind damit automatisch eingebaut; eine allgemeine Lösung mit Konstanten braucht man nicht.
Beispiele
mit . Transformieren ergibt
mit , :
Partialbruchzerlegung: , also
Probe: und .
Typische Fehler
- Die Anfangswerte vergessen und schreiben. Das stimmt nur bei .
- Bei der zweiten Ableitung nicht mit multiplizieren: richtig ist .
- Das Vorzeichen falsch setzen: Die Anfangswerte werden abgezogen, nicht addiert.
- Im Bildbereich bei der Partialbruchzerlegung Rechenfehler machen und dann eine Lösung erhalten, die die Anfangswerte nicht erfüllt. Die Probe mit und deckt das auf.