Laplace-Transformation
Voraussetzung: für alle
- Originalfunktion, definiert für t ≥ 0
- Bildfunktion (Laplace-Transformierte)
- Laplace-Operator, der f die Funktion F zuordnet
- Variable im Bildbereich (reell oder komplex mit Re s > σ)
- Zeitvariable im Originalbereich
- Konstanten, mit denen f höchstens exponentiell wächst
Die Laplace-Transformation ordnet einer Funktion f(t) das Integral von f(t) · e^(−st) über t von 0 bis ∞ zu.
Erklärung
Die Laplace-Transformation ordnet einer Funktion , die für definiert ist, eine neue Funktion zu. Man nennt die Originalfunktion und die Bildfunktion. Ihr Hauptnutzen: Aus Ableitungen werden Multiplikationen mit . Lineare Differentialgleichungen mit konstanten Koeffizienten werden so zu algebraischen Gleichungen, die man nach auflöst und anschließend zurücktransformiert.
Das Integral ist uneigentlich. Es existiert, wenn stückweise stetig ist und höchstens exponentiell wächst, also gilt. Dann konvergiert es für alle (bei komplexem für ).
Wichtige Eigenschaften:
- Linearität: .
- Eindeutigkeit: Stetige Funktionen mit gleicher Bildfunktion sind gleich. Deshalb kann man über eine Tabelle zurücktransformieren.
- Werte von für spielen keine Rolle.
Beispiele
Für und :
Mit folgt . Für ist , an der Stelle also .
Für liefert partielle Integration , an der Stelle also . Ein numerisch berechnetes Integral von über ergibt ebenfalls .
Wegen der Linearität ist
Typische Fehler
- Das Vorzeichen im Exponenten vergessen: Der Kern ist , nicht .
- Den Gültigkeitsbereich weglassen: gilt nur für .
- Annehmen, die Transformierte eines Produkts sei das Produkt der Transformierten. Das gilt nicht, .
- Funktionen transformieren, die zu schnell wachsen, z.B. . Für sie existiert das Integral für kein .