Laplace-Transformation

Laplace-Transformation

Studium
F(s)=L{f(t)}(s)=∫0∞f(t) e−st dtF(s) = \mathcal{L}\{f(t)\}(s) = \int_0^\infty f(t)\,e^{-st}\,dt

Voraussetzung: ∣f(t)∣≤Meσt|f(t)| \leq M e^{\sigma t} für alle t≥0,t \geq 0, s>σs > \sigma

f(t)f(t)
Originalfunktion, definiert für t ≥ 0
F(s)F(s)
Bildfunktion (Laplace-Transformierte)
L\mathcal{L}
Laplace-Operator, der f die Funktion F zuordnet
ss
Variable im Bildbereich (reell oder komplex mit Re s > σ)
tt
Zeitvariable im Originalbereich
M,σM, \sigma
Konstanten, mit denen f höchstens exponentiell wächst

Die Laplace-Transformation ordnet einer Funktion f(t) das Integral von f(t) · e^(−st) über t von 0 bis ∞ zu.

Erklärung

Die Laplace-Transformation ordnet einer Funktion f(t)f(t), die für t≥0t \geq 0 definiert ist, eine neue Funktion F(s)F(s) zu. Man nennt ff die Originalfunktion und FF die Bildfunktion. Ihr Hauptnutzen: Aus Ableitungen werden Multiplikationen mit ss. Lineare Differentialgleichungen mit konstanten Koeffizienten werden so zu algebraischen Gleichungen, die man nach F(s)F(s) auflöst und anschließend zurücktransformiert.

Das Integral ist uneigentlich. Es existiert, wenn ff stückweise stetig ist und höchstens exponentiell wächst, also ∣f(t)∣≤M eσt|f(t)| \leq M\,e^{\sigma t} gilt. Dann konvergiert es für alle s>σs > \sigma (bei komplexem ss für Re⁡s>σ\operatorname{Re} s > \sigma).

Wichtige Eigenschaften:

  • Linearität: L{c1f+c2g}=c1F+c2G\mathcal{L}\{c_1 f + c_2 g\} = c_1 F + c_2 G.
  • Eindeutigkeit: Stetige Funktionen mit gleicher Bildfunktion sind gleich. Deshalb kann man über eine Tabelle zurücktransformieren.
  • Werte von ff für t<0t < 0 spielen keine Rolle.

Beispiele

Für f(t)=eatf(t) = e^{at} und s>as > a:

F(s)=∫0∞e(a−s)t dt=[e(a−s)ta−s]0∞=0−1a−s=1s−aF(s) = \int_0^\infty e^{(a - s)t}\,dt = \left[ \frac{e^{(a - s)t}}{a - s} \right]_0^\infty = 0 - \frac{1}{a - s} = \frac{1}{s - a}

Mit a=0a = 0 folgt L{1}=1s\mathcal{L}\{1\} = \frac{1}{s}. Für f(t)=e−3tf(t) = e^{-3t} ist F(s)=1s+3F(s) = \frac{1}{s + 3}, an der Stelle s=1s = 1 also 14\frac{1}{4}.

Für f(t)=tf(t) = t liefert partielle Integration L{t}=1s2\mathcal{L}\{t\} = \frac{1}{s^2}, an der Stelle s=2s = 2 also 0,250{,}25. Ein numerisch berechnetes Integral von t e−2tt\,e^{-2t} über [0,20][0, 20] ergibt ebenfalls 0,25000{,}2500.

Wegen der Linearität ist

L{3+2e−t}=3s+2s+1=5s+3s (s+1)\mathcal{L}\{3 + 2e^{-t}\} = \frac{3}{s} + \frac{2}{s + 1} = \frac{5s + 3}{s\,(s + 1)}

Typische Fehler

  • Das Vorzeichen im Exponenten vergessen: Der Kern ist e−ste^{-st}, nicht este^{st}.
  • Den Gültigkeitsbereich weglassen: L{eat}=1s−a\mathcal{L}\{e^{at}\} = \frac{1}{s - a} gilt nur für s>as > a.
  • Annehmen, die Transformierte eines Produkts sei das Produkt der Transformierten. Das gilt nicht, L{f⋅g}≠F⋅G\mathcal{L}\{f \cdot g\} \neq F \cdot G.
  • Funktionen transformieren, die zu schnell wachsen, z.B. et2e^{t^2}. Für sie existiert das Integral für kein ss.

Verwandte Formeln