Diskrete Mathematik
Chinesischer Restsatz
Voraussetzung: paarweise teilerfremd
- gesuchte ganze Zahl
- vorgegebener Rest modulo m_i
- Moduln, paarweise teilerfremd
- Produkt aller Moduln
- Produkt aller Moduln außer m_i
- Inverses von M_i modulo m_i
Simultane Kongruenzen mit paarweise teilerfremden Moduln haben genau eine Lösung modulo dem Produkt der Moduln.
De-Morgan-Regeln der Logik
- Aussagen, die wahr oder falsch sind
- Negation, „nicht“
- Konjunktion „und“ sowie Disjunktion „oder“ (nicht ausschließend)
- logische Äquivalenz, beide Seiten haben immer denselben Wahrheitswert
Eine verneinte Und-Aussage wird zu einer Oder-Aussage der Verneinungen und umgekehrt.
De-Morgan-Regeln für Mengen
Voraussetzung:
- Teilmengen einer Grundmenge Ω
- Grundmenge, bezüglich der das Komplement gebildet wird
- Komplement von A, alle Elemente von Ω, die nicht in A liegen
- Vereinigung und Schnitt
Das Komplement einer Vereinigung ist der Schnitt der Komplemente, das Komplement eines Schnitts die Vereinigung der Komplemente.
Voraussetzung:
- ganze Zahlen, nicht beide null
- größter gemeinsamer Teiler von a und b
- ganzzahlige Bézout-Koeffizienten, die der erweiterte Algorithmus liefert
Der ggT zweier Zahlen lässt sich als ganzzahlige Kombination s·a + t·b schreiben; s und t liefert der erweiterte Algorithmus.
Euklidischer Algorithmus
Voraussetzung: in der ersten, in der zweiten Gleichung
- natürliche Zahlen, deren größter gemeinsamer Teiler gesucht ist
- größter gemeinsamer Teiler von a und b
- Rest bei der Division von a durch b, eine Zahl zwischen 0 und b−1
Der ggT zweier Zahlen ändert sich nicht, wenn man die größere durch ihren Rest bei Division durch die kleinere ersetzt.
Eulersche φ-Funktion
Voraussetzung: Produkt über die verschiedenen Primteiler von
- Anzahl der Zahlen k mit 1 ≤ k ≤ n und ggT(k, n) = 1
- natürliche Zahl ab 1
- die verschiedenen Primzahlen, die n teilen (jede nur einmal)
φ(n) zählt die zu n teilerfremden Zahlen von 1 bis n und ergibt sich aus den verschiedenen Primteilern von n.
Eulerscher Polyedersatz
Voraussetzung: konvexes Polyeder (allgemein: Polyeder ohne Löcher)
- Anzahl der Ecken
- Anzahl der Kanten
- Anzahl der Flächen
Bei jedem konvexen Polyeder ergibt Ecken minus Kanten plus Flächen immer 2.
Fixpunktfreie Permutationen
Voraussetzung:
- Anzahl der Permutationen von n Elementen, bei denen kein Element an seiner Stelle bleibt (Subfakultät !n)
- Anzahl der Elemente
- Anzahl aller Permutationen von n Elementen
- Summationsindex
Die Anzahl der Permutationen von n Elementen ohne Fixpunkt ist n! mal die alternierende Summe der Kehrwerte von 0! bis n!.
Formel von Binet
Voraussetzung:
- n-te Fibonacci-Zahl
- Index, natürliche Zahl einschließlich 0
- goldener Schnitt Φ ≈ 1,618
- zweite Lösung ψ ≈ −0,618 der Gleichung x² = x + 1
Die Formel von Binet berechnet die n-te Fibonacci-Zahl direkt aus Potenzen des goldenen Schnitts.
Handschlaglemma
Voraussetzung: endlicher ungerichteter Graph; Schleifen zählen beim Grad doppelt
- Graph mit Knotenmenge V und Kantenmenge E
- Grad des Knotens v, die Anzahl der Kanten, die an v enden
- Anzahl der Kanten
In jedem endlichen ungerichteten Graphen ist die Summe aller Knotengrade doppelt so groß wie die Anzahl der Kanten.
Inklusion-Exklusion
Voraussetzung: endliche Mengen
- endliche Mengen
- nichtleere Auswahl von Indizes, über die geschnitten wird
- Anzahl der ausgewählten Mengen; sie bestimmt das Vorzeichen
- Mächtigkeit, also Anzahl der Elemente einer Menge M
Die Größe einer Vereinigung erhält man, indem man Schnitte ungerader Ordnung addiert und Schnitte gerader Ordnung abzieht.
Kleiner Satz von Fermat
Voraussetzung: Primzahl
- Primzahl, die als Modul dient
- ganze Zahl, die nicht durch p teilbar ist
Für jede Primzahl p und jede nicht durch p teilbare Zahl a lässt a hoch p−1 bei Division durch p den Rest 1.
Voraussetzung: Lösungen von in der Rekursion
- n-tes Folgenglied
- konstante Koeffizienten der Rekursion
- verschiedene Lösungen der charakteristischen Gleichung λ² = pλ + q, eventuell komplex
- Konstanten, die aus den Startwerten a₀ und a₁ bestimmt werden
Eine lineare Rekursion zweiter Ordnung löst man über die Nullstellen der charakteristischen Gleichung λ² = pλ + q.
Mächtigkeit der Potenzmenge
Voraussetzung: endliche Menge
- endliche Menge
- Potenzmenge von M, die Menge aller Teilmengen von M
- Mächtigkeit, also Anzahl der Elemente von M
Eine Menge mit n Elementen hat genau 2ⁿ Teilmengen, die leere Menge und die Menge selbst eingeschlossen.
Voraussetzung: für
- Binomialkoeffizient „n über k“, Anzahl der k-elementigen Teilmengen einer n-elementigen Menge
- Größe der Grundmenge
- Größe der ausgewählten Teilmenge
Die Pascalsche Regel und verwandte Identitäten erlauben, Binomialkoeffizienten ohne Fakultäten zu berechnen und Summen zu vereinfachen.
Rechnen mit Kongruenzen
Voraussetzung:
- ganze Zahlen
- ganze Zahlen mit demselben Rest modulo m wie a bzw. b
- Modul, die natürliche Zahl, durch die geteilt wird
- a ist kongruent zu b modulo m, das heißt m teilt a − b
Summen, Differenzen, Produkte und Potenzen darf man modulo m mit beliebigen Vertretern gleichen Rests ausrechnen.
Satz von Euler
Voraussetzung:
- ganze Zahl, teilerfremd zu m
- Modul, natürliche Zahl ab 2
- Eulersche φ-Funktion, Anzahl der zu m teilerfremden Zahlen von 1 bis m
Ist a teilerfremd zu m, dann lässt a hoch φ(m) bei Division durch m den Rest 1.
Schubfachprinzip
Voraussetzung:
- Anzahl der verteilten Objekte
- Anzahl der Fächer
- Anzahl der Objekte im Fach j
- Aufrundung, die kleinste ganze Zahl größer oder gleich x
Verteilt man n Objekte auf k Fächer, liegen in mindestens einem Fach mindestens n/k aufgerundet Objekte.
Voraussetzung: Kugeln gleich, Urnen unterscheidbar, keine Urne leer
- Anzahl der gleichen (nicht unterscheidbaren) Kugeln
- Anzahl der unterscheidbaren Urnen
- Anzahl der Kugeln in Urne j, mindestens 1
- Binomialkoeffizient, Anzahl der Verteilungen
k gleiche Kugeln lassen sich auf (k−1 über n−1) Arten so auf n Urnen verteilen, dass keine Urne leer bleibt.
Vollständige Induktion
Voraussetzung: Aussage für jedes ganze
- Aussage, die von der ganzen Zahl n abhängt
- Startwert, ab dem die Aussage gelten soll (meist 0 oder 1)
- Induktionsanfang, die Aussage für den Startwert
- Induktionsschritt, aus der Gültigkeit für n folgt die für n+1
Gilt eine Aussage für einen Startwert und folgt sie stets von n auf n+1, dann gilt sie für alle n ab dem Startwert.