Diskrete Mathematik

x≡ai ⁣ ⁣(modmi) (i=1,…,k)  ⇔  x≡∑i=1kai Mi yi(modM)x \equiv a_i \!\!\pmod{m_i}\ (i = 1, \ldots, k) \;\Leftrightarrow\; x \equiv \sum_{i=1}^{k} a_i \, M_i \, y_i \pmod M

Voraussetzung: m1,…,mk≥2m_1, \ldots, m_k \geq 2 paarweise teilerfremd,, M=m1⋯mk,M = m_1 \cdots m_k, Mi=Mmi,M_i = \tfrac{M}{m_i}, Mi yi≡1 ⁣ ⁣(modmi)M_i \, y_i \equiv 1 \!\!\pmod{m_i}

xx
gesuchte ganze Zahl
aia_i
vorgegebener Rest modulo m_i
mim_i
Moduln, paarweise teilerfremd
MM
Produkt aller Moduln
MiM_i
Produkt aller Moduln außer m_i
yiy_i
Inverses von M_i modulo m_i

Simultane Kongruenzen mit paarweise teilerfremden Moduln haben genau eine Lösung modulo dem Produkt der Moduln.

¬(A∧B)⇔¬A∨¬B,¬(A∨B)⇔¬A∧¬B\neg(A \wedge B) \Leftrightarrow \neg A \vee \neg B, \qquad \neg(A \vee B) \Leftrightarrow \neg A \wedge \neg B
A,BA, B
Aussagen, die wahr oder falsch sind
¬\neg
Negation, „nicht“
∧,∨\wedge, \vee
Konjunktion „und“ sowie Disjunktion „oder“ (nicht ausschließend)
⇔\Leftrightarrow
logische Äquivalenz, beide Seiten haben immer denselben Wahrheitswert

Eine verneinte Und-Aussage wird zu einer Oder-Aussage der Verneinungen und umgekehrt.

A∪B‾=A‾∩B‾,A∩B‾=A‾∪B‾\overline{A \cup B} = \overline{A} \cap \overline{B}, \qquad \overline{A \cap B} = \overline{A} \cup \overline{B}

Voraussetzung: A,B⊆Ω,A, B \subseteq \Omega, A‾=Ω∖A\overline{A} = \Omega \setminus A

A,BA, B
Teilmengen einer Grundmenge Ω
Ω\Omega
Grundmenge, bezüglich der das Komplement gebildet wird
A‾\overline{A}
Komplement von A, alle Elemente von Ω, die nicht in A liegen
∪,∩\cup, \cap
Vereinigung und Schnitt

Das Komplement einer Vereinigung ist der Schnitt der Komplemente, das Komplement eines Schnitts die Vereinigung der Komplemente.

ggT⁡(a,b)=s⋅a+t⋅b\operatorname{ggT}(a, b) = s \cdot a + t \cdot b

Voraussetzung: a,b∈Z,a, b \in \mathbb{Z}, (a,b)≠(0,0),(a, b) \neq (0, 0), s,t∈Zs, t \in \mathbb{Z}

a,ba, b
ganze Zahlen, nicht beide null
ggT⁡(a,b)\operatorname{ggT}(a, b)
größter gemeinsamer Teiler von a und b
s,ts, t
ganzzahlige Bézout-Koeffizienten, die der erweiterte Algorithmus liefert

Der ggT zweier Zahlen lässt sich als ganzzahlige Kombination s·a + t·b schreiben; s und t liefert der erweiterte Algorithmus.

ggT⁡(a,b)=ggT⁡(b, a mod b),ggT⁡(a,0)=a\operatorname{ggT}(a, b) = \operatorname{ggT}(b,\ a \bmod b), \qquad \operatorname{ggT}(a, 0) = a

Voraussetzung: a,b∈N0;a, b \in \mathbb{N}_0; b≥1b \geq 1 in der ersten, a≥1a \geq 1 in der zweiten Gleichung

a,ba, b
natürliche Zahlen, deren größter gemeinsamer Teiler gesucht ist
ggT⁡(a,b)\operatorname{ggT}(a, b)
größter gemeinsamer Teiler von a und b
a mod ba \bmod b
Rest bei der Division von a durch b, eine Zahl zwischen 0 und b−1

Der ggT zweier Zahlen ändert sich nicht, wenn man die größere durch ihren Rest bei Division durch die kleinere ersetzt.

φ(n)=n∏p∣n(1−1p)\varphi(n) = n \prod_{p \mid n} \left(1 - \frac{1}{p}\right)

Voraussetzung: n∈N,n \in \mathbb{N}, n≥1;n \geq 1; Produkt über die verschiedenen Primteiler pp von nn

φ(n)\varphi(n)
Anzahl der Zahlen k mit 1 ≤ k ≤ n und ggT(k, n) = 1
nn
natürliche Zahl ab 1
pp
die verschiedenen Primzahlen, die n teilen (jede nur einmal)

φ(n) zählt die zu n teilerfremden Zahlen von 1 bis n und ergibt sich aus den verschiedenen Primteilern von n.

E−K+F=2E - K + F = 2

Voraussetzung: konvexes Polyeder (allgemein: Polyeder ohne Löcher)

EE
Anzahl der Ecken
KK
Anzahl der Kanten
FF
Anzahl der Flächen

Bei jedem konvexen Polyeder ergibt Ecken minus Kanten plus Flächen immer 2.

Dn=n!∑j=0n(−1)jj!D_n = n! \sum_{j=0}^{n} \frac{(-1)^j}{j!}

Voraussetzung: n∈N0n \in \mathbb{N}_0

DnD_n
Anzahl der Permutationen von n Elementen, bei denen kein Element an seiner Stelle bleibt (Subfakultät !n)
nn
Anzahl der Elemente
n!n!
Anzahl aller Permutationen von n Elementen
jj
Summationsindex

Die Anzahl der Permutationen von n Elementen ohne Fixpunkt ist n! mal die alternierende Summe der Kehrwerte von 0! bis n!.

Fn=15((1+52)n−(1−52)n)F_n = \frac{1}{\sqrt{5}} \left( \left(\frac{1+\sqrt{5}}{2}\right)^{n} - \left(\frac{1-\sqrt{5}}{2}\right)^{n} \right)

Voraussetzung: n∈N0,n \in \mathbb{N}_0, F0=0,F_0 = 0, F1=1,F_1 = 1, Fn+1=Fn+Fn−1F_{n+1} = F_n + F_{n-1}

FnF_n
n-te Fibonacci-Zahl
nn
Index, natürliche Zahl einschließlich 0
1+52\tfrac{1+\sqrt{5}}{2}
goldener Schnitt Φ ≈ 1,618
1−52\tfrac{1-\sqrt{5}}{2}
zweite Lösung ψ ≈ −0,618 der Gleichung x² = x + 1

Die Formel von Binet berechnet die n-te Fibonacci-Zahl direkt aus Potenzen des goldenen Schnitts.

∑v∈Vdeg⁡(v)=2 ∣E∣\sum_{v \in V} \deg(v) = 2\,|E|

Voraussetzung: G=(V,E)G = (V, E) endlicher ungerichteter Graph; Schleifen zählen beim Grad doppelt

G=(V,E)G = (V, E)
Graph mit Knotenmenge V und Kantenmenge E
deg⁡(v)\deg(v)
Grad des Knotens v, die Anzahl der Kanten, die an v enden
∣E∣|E|
Anzahl der Kanten

In jedem endlichen ungerichteten Graphen ist die Summe aller Knotengrade doppelt so groß wie die Anzahl der Kanten.

∣⋃i=1nAi∣=∑∅≠I⊆{1,…,n}(−1)∣I∣+1∣⋂i∈IAi∣\left|\bigcup_{i=1}^{n} A_i\right| = \sum_{\emptyset \neq I \subseteq \{1, \ldots, n\}} (-1)^{|I|+1} \left|\bigcap_{i \in I} A_i\right|

Voraussetzung: A1,…,AnA_1, \ldots, A_n endliche Mengen,, n≥1n \geq 1

A1,…,AnA_1, \ldots, A_n
endliche Mengen
II
nichtleere Auswahl von Indizes, über die geschnitten wird
∣I∣|I|
Anzahl der ausgewählten Mengen; sie bestimmt das Vorzeichen
∣M∣|M|
Mächtigkeit, also Anzahl der Elemente einer Menge M

Die Größe einer Vereinigung erhält man, indem man Schnitte ungerader Ordnung addiert und Schnitte gerader Ordnung abzieht.

ap−1≡1(modp)a^{p-1} \equiv 1 \pmod p

Voraussetzung: pp Primzahl,, a∈Z,a \in \mathbb{Z}, p∤ap \nmid a

pp
Primzahl, die als Modul dient
aa
ganze Zahl, die nicht durch p teilbar ist

Für jede Primzahl p und jede nicht durch p teilbare Zahl a lässt a hoch p−1 bei Division durch p den Rest 1.

an=p an−1+q an−2  ⇒  an=c1λ1n+c2λ2na_n = p\,a_{n-1} + q\,a_{n-2} \;\Rightarrow\; a_n = c_1 \lambda_1^{n} + c_2 \lambda_2^{n}

Voraussetzung: p,q∈R,p, q \in \mathbb{R}, q≠0,q \neq 0, λ1≠λ2\lambda_1 \neq \lambda_2 Lösungen von λ2=pλ+q,\lambda^2 = p\lambda + q, n≥2n \geq 2 in der Rekursion

ana_n
n-tes Folgenglied
p,qp, q
konstante Koeffizienten der Rekursion
λ1,λ2\lambda_1, \lambda_2
verschiedene Lösungen der charakteristischen Gleichung λ² = pλ + q, eventuell komplex
c1,c2c_1, c_2
Konstanten, die aus den Startwerten a₀ und a₁ bestimmt werden

Eine lineare Rekursion zweiter Ordnung löst man über die Nullstellen der charakteristischen Gleichung λ² = pλ + q.

∣P(M)∣=2∣M∣|\mathcal{P}(M)| = 2^{|M|}

Voraussetzung: MM endliche Menge

MM
endliche Menge
P(M)\mathcal{P}(M)
Potenzmenge von M, die Menge aller Teilmengen von M
∣M∣|M|
Mächtigkeit, also Anzahl der Elemente von M

Eine Menge mit n Elementen hat genau 2ⁿ Teilmengen, die leere Menge und die Menge selbst eingeschlossen.

(nk)+(nk+1)=(n+1k+1)\binom{n}{k} + \binom{n}{k+1} = \binom{n+1}{k+1}

Voraussetzung: n,k∈N0;n, k \in \mathbb{N}_0; (nk)=0\binom{n}{k} = 0 für k>nk > n

(nk)\binom{n}{k}
Binomialkoeffizient „n über k“, Anzahl der k-elementigen Teilmengen einer n-elementigen Menge
nn
Größe der Grundmenge
kk
Größe der ausgewählten Teilmenge

Die Pascalsche Regel und verwandte Identitäten erlauben, Binomialkoeffizienten ohne Fakultäten zu berechnen und Summen zu vereinfachen.

a≡a′, b≡b′ ⁣ ⁣(modm)  ⇒  a±b≡a′±b′,  a⋅b≡a′⋅b′ ⁣ ⁣(modm)a \equiv a',\ b \equiv b' \!\!\pmod m \;\Rightarrow\; a \pm b \equiv a' \pm b',\ \ a \cdot b \equiv a' \cdot b' \!\!\pmod m

Voraussetzung: a,a′,b,b′∈Z,a, a', b, b' \in \mathbb{Z}, m∈N,m \in \mathbb{N}, m≥2m \geq 2

a,ba, b
ganze Zahlen
a′,b′a', b'
ganze Zahlen mit demselben Rest modulo m wie a bzw. b
mm
Modul, die natürliche Zahl, durch die geteilt wird
a≡b(modm)a \equiv b \pmod m
a ist kongruent zu b modulo m, das heißt m teilt a − b

Summen, Differenzen, Produkte und Potenzen darf man modulo m mit beliebigen Vertretern gleichen Rests ausrechnen.

aφ(m)≡1(modm)a^{\varphi(m)} \equiv 1 \pmod m

Voraussetzung: m∈N,m \in \mathbb{N}, m≥2,m \geq 2, a∈Z,a \in \mathbb{Z}, ggT⁡(a,m)=1\operatorname{ggT}(a, m) = 1

aa
ganze Zahl, teilerfremd zu m
mm
Modul, natürliche Zahl ab 2
φ(m)\varphi(m)
Eulersche φ-Funktion, Anzahl der zu m teilerfremden Zahlen von 1 bis m

Ist a teilerfremd zu m, dann lässt a hoch φ(m) bei Division durch m den Rest 1.

n1+…+nk=n  ⇒  max⁡1≤j≤knj≥⌈nk⌉n_1 + \ldots + n_k = n \;\Rightarrow\; \max_{1 \leq j \leq k} n_j \geq \left\lceil \frac{n}{k} \right\rceil

Voraussetzung: n,k∈N,n, k \in \mathbb{N}, k≥1,k \geq 1, n1,…,nk∈N0n_1, \ldots, n_k \in \mathbb{N}_0

nn
Anzahl der verteilten Objekte
kk
Anzahl der Fächer
njn_j
Anzahl der Objekte im Fach j
⌈x⌉\left\lceil x \right\rceil
Aufrundung, die kleinste ganze Zahl größer oder gleich x

Verteilt man n Objekte auf k Fächer, liegen in mindestens einem Fach mindestens n/k aufgerundet Objekte.

#{(x1,…,xn)∈Nn:x1+…+xn=k}=(k−1n−1)\#\{(x_1, \ldots, x_n) \in \mathbb{N}^n : x_1 + \ldots + x_n = k\} = \binom{k-1}{n-1}

Voraussetzung: n,k∈N,n, k \in \mathbb{N}, 1≤n≤k;1 \leq n \leq k; Kugeln gleich, Urnen unterscheidbar, keine Urne leer

kk
Anzahl der gleichen (nicht unterscheidbaren) Kugeln
nn
Anzahl der unterscheidbaren Urnen
xjx_j
Anzahl der Kugeln in Urne j, mindestens 1
(k−1n−1)\binom{k-1}{n-1}
Binomialkoeffizient, Anzahl der Verteilungen

k gleiche Kugeln lassen sich auf (k−1 über n−1) Arten so auf n Urnen verteilen, dass keine Urne leer bleibt.

(A(n0)∧∀n≥n0:A(n)⇒A(n+1))  ⇒  ∀n≥n0:A(n)\bigl(A(n_0) \wedge \forall n \geq n_0 : A(n) \Rightarrow A(n+1)\bigr) \;\Rightarrow\; \forall n \geq n_0 : A(n)

Voraussetzung: n,n0∈Z,n, n_0 \in \mathbb{Z}, A(n)A(n) Aussage für jedes ganze n≥n0n \geq n_0

A(n)A(n)
Aussage, die von der ganzen Zahl n abhängt
n0n_0
Startwert, ab dem die Aussage gelten soll (meist 0 oder 1)
A(n0)A(n_0)
Induktionsanfang, die Aussage für den Startwert
A(n)⇒A(n+1)A(n) \Rightarrow A(n+1)
Induktionsschritt, aus der Gültigkeit für n folgt die für n+1

Gilt eine Aussage für einen Startwert und folgt sie stets von n auf n+1, dann gilt sie für alle n ab dem Startwert.