Verteilung von Kugeln auf Urnen

Verteilung von Kugeln auf Urnen

Studium
#{(x1,…,xn)∈Nn:x1+…+xn=k}=(k−1n−1)\#\{(x_1, \ldots, x_n) \in \mathbb{N}^n : x_1 + \ldots + x_n = k\} = \binom{k-1}{n-1}

Voraussetzung: n,k∈N,n, k \in \mathbb{N}, 1≤n≤k;1 \leq n \leq k; Kugeln gleich, Urnen unterscheidbar, keine Urne leer

kk
Anzahl der gleichen (nicht unterscheidbaren) Kugeln
nn
Anzahl der unterscheidbaren Urnen
xjx_j
Anzahl der Kugeln in Urne j, mindestens 1
(k−1n−1)\binom{k-1}{n-1}
Binomialkoeffizient, Anzahl der Verteilungen

k gleiche Kugeln lassen sich auf (k−1 über n−1) Arten so auf n Urnen verteilen, dass keine Urne leer bleibt.

Erklärung

Gezählt werden die Möglichkeiten, kk gleiche Kugeln auf nn unterscheidbare Urnen zu verteilen. Gleichwertig zählt man die Lösungen der Gleichung x1+…+xn=kx_1 + \ldots + x_n = k in ganzen Zahlen. Es gibt zwei Grundfälle:

BedingungAnzahl
keine Urne leer, xj≥1x_j \geq 1(k−1n−1)\binom{k-1}{n-1}
leere Urnen erlaubt, xj≥0x_j \geq 0(n+k−1n−1)=(n+k−1k)\binom{n+k-1}{n-1} = \binom{n+k-1}{k}

Sterne und Striche: Man legt die kk Kugeln als Sterne in eine Reihe. Zwischen zwei Sternen gibt es k−1k - 1 Lücken. Wählt man n−1n - 1 dieser Lücken für Trennstriche aus, entstehen nn nichtleere Gruppen. Daher (k−1n−1)\binom{k-1}{n-1}. Für k<nk < n gibt es keine solche Verteilung.

Der zweite Fall ist die Kombination mit Wiederholung. Man führt ihn auf den ersten zurück: Mit yj=xj+1y_j = x_j + 1 wird aus x1+…+xn=kx_1 + \ldots + x_n = k mit xj≥0x_j \geq 0 die Gleichung y1+…+yn=k+ny_1 + \ldots + y_n = k + n mit yj≥1y_j \geq 1.

Allgemeine Mindestanzahlen xj≥ujx_j \geq u_j behandelt man genauso: Zuerst legt man uju_j Kugeln in Urne jj, dann verteilt man den Rest frei.

Sind die Kugeln dagegen unterscheidbar, gibt es bei erlaubten leeren Urnen nkn^k Verteilungen, weil jede Kugel ihre Urne einzeln wählt.

Beispiele

Bonbons: 1010 gleiche Bonbons werden auf 44 Kinder verteilt, jedes bekommt mindestens eins:

(10−14−1)=(93)=84\binom{10-1}{4-1} = \binom{9}{3} = 84

Kontrolle: Jedes Kind erhält zuerst ein Bonbon, die restlichen 66 werden frei verteilt: (4+6−16)=(96)=84\binom{4 + 6 - 1}{6} = \binom{9}{6} = 84.

Gleichung: x1+x2+x3=7x_1 + x_2 + x_3 = 7 hat in positiven ganzen Zahlen (62)=15\binom{6}{2} = 15 Lösungen.

Mit Mindestanzahl: x1+x2+x3=10x_1 + x_2 + x_3 = 10 mit x1≥2x_1 \geq 2, x2≥0x_2 \geq 0, x3≥1x_3 \geq 1. Nach dem Vorab-Verteilen bleiben 10−2−1=710 - 2 - 1 = 7 Kugeln, frei auf 33 Urnen: (7+3−13−1)=(92)=36\binom{7 + 3 - 1}{3 - 1} = \binom{9}{2} = 36.

Typische Fehler

  • Die beiden Fälle verwechseln. Dürfen Kinder leer ausgehen, sind es bei 1010 Bonbons und 44 Kindern (133)=286\binom{13}{3} = 286 Möglichkeiten, nicht 8484.
  • Unterscheidbare Kugeln mit dieser Formel zählen. Zehn verschiedene Geschenke auf 44 Kinder ergeben 410=1 048 5764^{10} = 1\,048\,576 Verteilungen, wenn leere Hände erlaubt sind.
  • Oben kk statt k−1k - 1 einsetzen. Die Striche stehen in den k−1k - 1 Lücken zwischen den Sternen, nicht an den Rändern, sonst entstünden leere Urnen.

Verwandte Formeln