Handschlaglemma
Voraussetzung: endlicher ungerichteter Graph; Schleifen zählen beim Grad doppelt
- Graph mit Knotenmenge V und Kantenmenge E
- Grad des Knotens v, die Anzahl der Kanten, die an v enden
- Anzahl der Kanten
In jedem endlichen ungerichteten Graphen ist die Summe aller Knotengrade doppelt so groß wie die Anzahl der Kanten.
Erklärung
Ein Graph besteht aus Knoten und Kanten, die je zwei Knoten verbinden. Der Grad eines Knotens ist die Anzahl der Kanten, die an ihm enden. Das Handschlaglemma sagt: Addiert man alle Grade, erhält man die doppelte Kantenzahl.
Begründung durch doppeltes Abzählen: Jede Kante hat zwei Enden und wird deshalb in der Gradsumme genau zweimal gezählt, einmal bei jedem Endknoten. Eine Schleife (Kante von zu sich selbst) trägt zum Grad von bei, damit bleibt die Formel richtig.
Wichtigste Folgerung: Die Anzahl der Knoten mit ungeradem Grad ist immer gerade. Sonst wäre die Gradsumme ungerade.
Der Name kommt von der Deutung als Party: Knoten sind Gäste, Kanten Händedrücke. Die Summe aller gegebenen Hände ist doppelt so groß wie die Zahl der Händedrücke.
Beispiele
Ein Graph mit fünf Knoten hat die Grade . Die Summe ist , also hat er Kanten.
Unmöglicher Graph: Kann jeder von Gästen genau anderen die Hand geben? Die Gradsumme wäre , also ungerade. Das ist unmöglich.
Vollständiger Graph : Jeder der Knoten ist mit allen anderen verbunden, hat also Grad . Daraus folgt
Bei Gästen, die sich alle die Hand geben, sind das Händedrücke.
Würfel als Graph: Ecken mit je Grad ergeben Kanten.
Typische Fehler
- Den Faktor 2 vergessen. Die Gradsumme ist nicht die Kantenzahl. Bei ist die Gradsumme , es gibt aber Kanten.
- Schleifen einfach zählen. Eine Schleife erhöht den Grad um , nicht um .
- Auf gerichtete Graphen übertragen. Dort gilt stattdessen: Summe der Eingangsgrade gleich Summe der Ausgangsgrade gleich .