Schubfachprinzip
Voraussetzung:
- Anzahl der verteilten Objekte
- Anzahl der Fächer
- Anzahl der Objekte im Fach j
- Aufrundung, die kleinste ganze Zahl größer oder gleich x
Verteilt man n Objekte auf k Fächer, liegen in mindestens einem Fach mindestens n/k aufgerundet Objekte.
Erklärung
Das Schubfachprinzip (auch Dirichletsches Prinzip) ist ein einfaches, aber starkes Beweiswerkzeug: Legt man mehr Objekte in Fächer, als es Fächer gibt, dann landen in einem Fach mindestens zwei Objekte.
Allgemein liegen bei Objekten in Fächern in mindestens einem Fach Objekte. Beweis: Enthielte jedes Fach höchstens Objekte, wären es insgesamt weniger als .
Das Prinzip ist ein Existenzbeweis: Es sagt, dass ein volles Fach existiert, aber nicht, welches. Die Kunst liegt darin, geeignete Objekte und Fächer zu wählen, etwa Reste modulo , Teilintervalle oder Farben.
Beispiele
Geburtstage: Unter Menschen haben mindestens zwei am selben Tag Geburtstag, denn es gibt nur mögliche Tage: .
Socken: In einer Schublade liegen Socken in Farben. Wer im Dunkeln Socken nimmt, hat sicher zwei gleicher Farbe: .
Monate: Von Personen haben mindestens im selben Monat Geburtstag.
Zahlentheorie: Unter je ganzen Zahlen gibt es zwei, deren Differenz durch teilbar ist. Fächer sind die möglichen Reste modulo ; zwei Zahlen mit gleichem Rest haben eine durch teilbare Differenz.
Typische Fehler
- Abrunden statt aufrunden. ist zu schwach. Mit nur pro Monat kämen höchstens Personen unter, also muss ein Monat haben.
- Gleich viele Objekte wie Fächer. Bei Personen und Tagen ist eine Doppelung nicht garantiert. Man braucht mindestens ein Objekt mehr als Fächer.
- Mehr behaupten als bewiesen. Das Prinzip sagt nicht, welches Fach voll ist, und auch nicht, dass die Objekte gleichmäßig verteilt sind.