Varianz einer Zufallsgröße
Voraussetzung: nimmt genau die verschiedenen Werte an
- Varianz der Zufallsgröße X, auch Var(X) oder σ² geschrieben
- Zufallsgröße
- die möglichen Werte von X
- Wahrscheinlichkeit, dass X den Wert x_i annimmt
- Erwartungswert E(X)
- Anzahl der möglichen Werte
- Laufindex von 1 bis n
Die Varianz ist die mit den Wahrscheinlichkeiten gewichtete Summe der quadrierten Abweichungen vom Erwartungswert.
Erklärung
Der Erwartungswert sagt, wo eine Zufallsgröße im Mittel liegt. Die Varianz misst, wie stark die Werte um streuen. Für jeden Wert quadriert man die Abweichung und gewichtet sie mit ihrer Wahrscheinlichkeit.
Sie ist das Gegenstück zur empirischen Varianz von Messdaten: Statt relativer Häufigkeiten stehen hier Wahrscheinlichkeiten.
Die Standardabweichung ist . Sie hat dieselbe Einheit wie und ist deshalb anschaulicher.
Oft schneller ist der Verschiebungssatz:
Beispiele
Augenzahl eines fairen Würfels, :
Mit dem Verschiebungssatz: , also .
Ein Spiel zahlt € mit Wahrscheinlichkeit , € mit und € mit . Erwartungswert: . Varianz:
Probe mit dem Verschiebungssatz: und . Die Standardabweichung ist €.
Typische Fehler
- Die Abweichungen nicht mit den Wahrscheinlichkeiten gewichten, sondern einfach mitteln. Das geht nur, wenn alle Werte gleich wahrscheinlich sind, wie beim Würfel.
- Beim Verschiebungssatz statt abziehen. ist falsch.
- und verwechseln. ist der Erwartungswert der quadrierten Werte.
- Varianz und Standardabweichung verwechseln. Die Varianz hat die quadrierte Einheit, hier €², und ist deshalb nicht direkt mit den Werten vergleichbar.