Erwartungswert
Voraussetzung: nimmt genau die verschiedenen Werte an
- Erwartungswert der Zufallsgröße X, oft auch μ geschrieben
- Zufallsgröße, z.B. Gewinn oder Augenzahl
- die möglichen Werte von X
- Wahrscheinlichkeit, dass X den Wert x_i annimmt
- Anzahl der möglichen Werte
- Laufindex von 1 bis n
Der Erwartungswert ist die Summe aller Werte einer Zufallsgröße, jeweils mit ihrer Wahrscheinlichkeit gewichtet.
Erklärung
Eine Zufallsgröße ordnet jedem Ergebnis eines Zufallsexperiments eine Zahl zu, z.B. einen Gewinn in Euro. Der Erwartungswert gibt an, welcher Wert sich auf lange Sicht im Mittel ergibt, wenn man das Experiment sehr oft wiederholt.
Man multipliziert jeden möglichen Wert mit seiner Wahrscheinlichkeit und addiert alles. Der Erwartungswert ist also ein gewichteter Mittelwert: Häufige Werte zählen stärker als seltene. Die Wahrscheinlichkeiten müssen zusammen ergeben.
Ein Glücksspiel heißt fair, wenn der Erwartungswert des Gewinns ist.
Beispiele
Augenzahl bei einem fairen Würfel:
Der Wert kann nie gewürfelt werden. Er ist der langfristige Durchschnitt.
An einer Losbude kostet ein Los €. Mit 5 % gewinnt man €, mit 15 % €, sonst nichts. Der Reingewinn (Auszahlung minus Einsatz) ist €, € oder €:
Pro Los verliert man im Mittel €, bei Losen also etwa €. Das Spiel ist nicht fair.
Typische Fehler
- Den Einsatz vergessen. Die mittlere Auszahlung ist €; erst nach Abzug des Einsatzes ergibt sich der Gewinn €.
- Die Werte einfach mitteln, ohne mit den Wahrscheinlichkeiten zu gewichten: ist falsch.
- Wahrscheinlichkeiten verwenden, die zusammen nicht ergeben, weil ein Fall vergessen wurde (hier „kein Gewinn“ mit ).
- Erwarten, dass der Erwartungswert ein möglicher Wert sein muss. Beim Würfel ist er .