Standardabweichung

Standardabweichung

Oberstufe
s=s2=1n∑i=1n(xi−xˉ)2s = \sqrt{s^2} = \sqrt{\frac{1}{n} \sum_{i=1}^{n} (x_i - \bar{x})^2}

Voraussetzung: n≥1n \geq 1

ss
empirische Standardabweichung der Daten
s2s^2
empirische Varianz der Daten
nn
Anzahl der Datenwerte
xix_i
der i-te Datenwert
ii
Laufindex von 1 bis n
xˉ\bar{x}
arithmetisches Mittel der Daten

Die Standardabweichung ist die Wurzel aus der Varianz und misst die Streuung in der Einheit der Daten.

Erklärung

Die Standardabweichung ist die Wurzel aus der Varianz. Sie misst, wie weit die Werte typischerweise vom Mittelwert entfernt liegen. Durch die Wurzel hat sie wieder dieselbe Einheit wie die Daten und ist deshalb leichter zu deuten als die Varianz.

Wie bei der Varianz gibt es zwei Varianten: mit 1n\frac{1}{n} (Streuung der vorliegenden Daten, hier angegeben) und mit 1n−1\frac{1}{n-1} (Stichprobenstandardabweichung, zum Schätzen der Streuung einer Grundgesamtheit). Man gibt an, welche gemeint ist.

Kurz: ss beschreibt die Streuung vorliegender Daten, σ\sigma die Streuung einer Wahrscheinlichkeitsverteilung.

Für Zufallsgrößen heißt die Standardabweichung σ\sigma. Statt Datenwerten und 1n\frac{1}{n} verwendet man die Werte xix_i der Zufallsgröße XX, ihre Wahrscheinlichkeiten und den Erwartungswert μ=E(X)\mu = E(X):

σ=V(X)=∑i=1m(xi−μ)2⋅P(X=xi)\sigma = \sqrt{V(X)} = \sqrt{\sum_{i=1}^{m} (x_i - \mu)^2 \cdot P(X = x_i)}

Dabei ist mm die Anzahl der möglichen Werte von XX.

Beispiele

Wartezeiten von 44, 77, 55, 99 und 55 Minuten haben den Mittelwert 66 und die empirische Varianz s2=165=3,2 min2s^2 = \frac{16}{5} = 3{,}2\,\text{min}^2 (siehe empirische Varianz). Damit:

s=3,2 min≈1,79 mins = \sqrt{3{,}2}\,\text{min} \approx 1{,}79\,\text{min}

Mit n−1n - 1 im Nenner wäre es 164=2 min\sqrt{\frac{16}{4}} = 2\,\text{min}.

Zufallsgröße: Ein Glücksrad zahlt 00 € mit Wahrscheinlichkeit 0,50{,}5, 22 € mit 0,30{,}3 und 55 € mit 0,20{,}2. Erwartungswert μ=0⋅0,5+2⋅0,3+5⋅0,2=1,6\mu = 0 \cdot 0{,}5 + 2 \cdot 0{,}3 + 5 \cdot 0{,}2 = 1{,}6 €.

V(X)=(0−1,6)2⋅0,5+(2−1,6)2⋅0,3+(5−1,6)2⋅0,2=3,64V(X) = (0 - 1{,}6)^2 \cdot 0{,}5 + (2 - 1{,}6)^2 \cdot 0{,}3 + (5 - 1{,}6)^2 \cdot 0{,}2 = 3{,}64σ=3,64≈1,91\sigma = \sqrt{3{,}64} \approx 1{,}91

Die Auszahlung weicht also typischerweise um rund 1,911{,}91 € vom Erwartungswert ab.

Typische Fehler

  • Die Wurzel vergessen und die Varianz als Standardabweichung angeben.
  • Die Wurzel aus jedem Summanden einzeln ziehen. Die Wurzel gehört über die ganze Summe, erst summieren, dann teilen, dann Wurzel ziehen.
  • Empirische Standardabweichung (1n\frac{1}{n}), Stichprobenstandardabweichung (1n−1\frac{1}{n-1}) und σ\sigma einer Zufallsgröße durcheinanderbringen. Der Taschenrechner zeigt oft mehrere Werte an.
  • Bei einer Zufallsgröße die Quadrate nicht mit den Wahrscheinlichkeiten gewichten, sondern einfach durch die Anzahl der Werte teilen.

Verwandte Formeln