Stationäre Verteilung
Voraussetzung: stochastische Matrix (Spaltensummen
- Übergangsmatrix; a_ij ist die Wahrscheinlichkeit für einen Wechsel von Zustand j nach Zustand i
- stationäre Verteilung (Fixvektor), die sich durch einen Schritt nicht ändert
- langfristiger Anteil bzw. Wahrscheinlichkeit von Zustand i
- Anzahl der Zustände
Eine stationäre Verteilung ist ein Wahrscheinlichkeitsvektor, den die Übergangsmatrix unverändert lässt; oft ist sie die Grenzverteilung.
Erklärung
Eine stationäre Verteilung einer Markow-Kette ist eine Verteilung auf die Zustände, die sich durch einen Übergang nicht mehr ändert. Startet die Kette in , bleibt sie für alle Zeiten in . Algebraisch ist ein Eigenvektor zum Eigenwert 1, normiert auf die Komponentensumme .
Berechnung: Man löst das lineare Gleichungssystem mit der Einheitsmatrix zusammen mit der Normierung . Eine der Gleichungen aus ist überflüssig und wird durch die Normierung ersetzt.
Existenz, Eindeutigkeit und Konvergenz für endlich viele Zustände:
- Eine stationäre Verteilung existiert immer.
- Sie ist eindeutig, wenn die Kette irreduzibel ist (jeder Zustand ist von jedem aus erreichbar).
- Ist die Kette zusätzlich aperiodisch (z.B. wenn eine Potenz nur positive Einträge hat), dann konvergiert für jeden Startvektor. ist dann die Grenzverteilung.
Für zwei Zustände mit Wechselwahrscheinlichkeiten (von 1 nach 2) und (von 2 nach 1), , gilt
In der Zeilenschreibweise vieler Lehrbücher lautet die Bedingung mit .
Beispiele
Für die Anbieterwechsel mit liefert die erste Zeile von :
Mit folgt und . Die Formel für zwei Zustände bestätigt das: . Probe:
Langfristig hat Anbieter X also Marktanteil, egal wie die Anteile am Anfang verteilt sind. Der zweite Eigenwert ist , deshalb halbiert sich der Abstand zur stationären Verteilung mit jedem Schritt.
Gegenbeispiel zur Konvergenz: Bei ist stationär, aber vom Start aus springt die Verteilung ewig hin und her (Periode ).
Typische Fehler
- Die Normierung vergessen. allein hat unendlich viele Lösungen, alle Vielfachen von .
- Mit der falschen Konvention rechnen: Bei zeilenstochastischen Matrizen ist zu lösen, nicht .
- Annehmen, die Kette konvergiere immer gegen . Bei periodischen Ketten gilt das nicht.
- Bei reduziblen Ketten eine eindeutige stationäre Verteilung erwarten.