Eigenwerte und charakteristisches Polynom
Voraussetzung:
- quadratische Matrix
- Einheitsmatrix derselben Größe (auch I geschrieben)
- Eigenwert von A, eine Nullstelle des charakteristischen Polynoms
- charakteristisches Polynom von A, ein Polynom vom Grad n in λ
Die Eigenwerte einer Matrix sind die Nullstellen ihres charakteristischen Polynoms det(A − λE).
Erklärung
Ein Eigenvektor einer quadratischen Matrix ist ein Vektor , den nur streckt oder staucht: . Die Zahl heißt Eigenwert.
Umgeformt lautet die Bedingung . Dieses homogene System hat genau dann eine Lösung , wenn nicht invertierbar ist, also wenn . Die linke Seite ist ein Polynom vom Grad in , das charakteristische Polynom .
Vorgehen:
- von jedem Diagonaleintrag von abziehen.
- Die Determinante berechnen und gleich setzen.
- Die Nullstellen bestimmen: Das sind die Eigenwerte.
- Für jeden Eigenwert das System lösen: Die Lösungen sind die Eigenvektoren.
Für -Matrizen gilt . Dabei ist die Spur die Summe der Diagonaleinträge. Allgemein ist die Summe der Eigenwerte die Spur, ihr Produkt die Determinante (mit Vielfachheit, über gezählt). Eine reelle Matrix kann auch komplexe Eigenwerte haben, z.B. eine Drehmatrix.
Beispiele
Für :
Die Eigenwerte sind und . Kontrolle: und .
Eigenvektor zu : liefert , z.B. . Probe: .
Eigenvektor zu : liefert , z.B. . Probe: .
Typische Fehler
- von allen Einträgen abziehen. Abgezogen wird nur auf der Diagonalen, denn hat außerhalb der Diagonalen Nullen.
- Den Nullvektor als Eigenvektor angeben. Eigenvektoren sind per Definition vom Nullvektor verschieden.
- statt rechnen.
- Erwarten, dass jede reelle Matrix reelle Eigenwerte hat. hat das Polynom und keine reellen Eigenwerte.