Standardfehler des Mittelwerts
Voraussetzung: unabhängig mit gleicher Standardabweichung
- Standardabweichung des Stichprobenmittels
- Standardabweichung eines einzelnen Messwerts
- Stichprobenumfang
- korrigierte Standardabweichung der Stichprobe als Schätzung für σ
- geschätzter Standardfehler
Der Standardfehler gibt an, wie stark der Mittelwert einer Stichprobe vom Umfang n um den wahren Erwartungswert schwankt.
Erklärung
Einzelne Messwerte streuen mit der Standardabweichung . Der Mittelwert aus unabhängigen Messungen streut deutlich weniger. Weil sich bei unabhängigen Summanden die Varianzen addieren, gilt
Die Wurzel daraus ist der Standardfehler . Da meist unbekannt ist, setzt man die Stichprobenstandardabweichung ein.
Folgerungen:
- Die Genauigkeit wächst nur mit . Für einen halb so großen Standardfehler braucht man die vierfache Stichprobe.
- Der Standardfehler ist die Grundlage von Konfidenzintervallen () und t-Tests.
- Nach dem zentralen Grenzwertsatz ist für großes näherungsweise normalverteilt mit Standardabweichung , auch wenn die Einzelwerte es nicht sind.
Beispiele
Körpergrößen streuen mit . Bei Personen ist
Für braucht man Personen, denn .
Zehn Messungen einer Pendeldauer haben . Der Standardfehler des Mittelwerts ist .
Liegt der Mittelwert eines Tests bei Punkten mit , dann umfasst der Bereich die Werte von bis , grob ein -Konfidenzintervall bei großem .
Typische Fehler
- Standardfehler und Standardabweichung verwechseln. beschreibt die Streuung der Einzelwerte, die Unsicherheit des Mittelwerts.
- Durch statt durch teilen. Dann wirkt die Schätzung viel genauer, als sie ist.
- Die Formel bei abhängigen Messungen (z.B. Zeitreihen, Klumpenstichproben) verwenden. Dann ist der Standardfehler meist größer.