Erwartungswert und Standardabweichung der Binomialverteilung
Voraussetzung: binomialverteilt
- Erwartungswert E(X) der Trefferzahl
- Standardabweichung der Trefferzahl, Wurzel aus der Varianz V(X)
- Länge der Bernoulli-Kette
- Trefferwahrscheinlichkeit bei jedem Versuch
- Nietenwahrscheinlichkeit bei jedem Versuch
Für eine binomialverteilte Trefferzahl gilt μ = n · p und σ = √(n · p · (1 − p)).
Erklärung
Ist die Trefferzahl binomialverteilt mit Versuchen und Trefferwahrscheinlichkeit , muss man Erwartungswert und Standardabweichung nicht über die allgemeinen Summenformeln berechnen. Es gilt einfach:
ist anschaulich: Bei Versuchen mit je Trefferwahrscheinlichkeit erwartet man im Mittel Treffer. muss keine ganze Zahl sein.
beschreibt, wie weit die Trefferzahl typischerweise von abweicht. Für nahe oder ist die Streuung klein, am größten ist sie bei .
Für Abschätzungen nutzt man die Sigma-Regeln: Ist (Laplace-Bedingung), liegt mit grob 68 % Wahrscheinlichkeit im Intervall . Das ist nur eine Faustregel; der exakte Wert hängt von und ab.
Beispiele
Ein Würfel wird -mal geworfen, ist die Anzahl der Sechsen (, ):
Weil ist, gilt die Sigma-Regel: Die Anzahl der Sechsen liegt mit grob 68 % Wahrscheinlichkeit zwischen und , also bei bis Sechsen. Exakt mit der Binomialverteilung berechnet ist , also etwa 72 %.
Eine Fluggesellschaft hat Buchungen, jeder Fluggast erscheint mit Wahrscheinlichkeit nicht. Für die Anzahl der Nichterscheinenden gilt (unter der Annahme, dass die Fluggäste unabhängig voneinander handeln):
Typische Fehler
- Die Wurzel vergessen: ist die Varianz, nicht die Standardabweichung. Im Würfelbeispiel wäre statt falsch.
- und verwechseln, etwa im Flugbeispiel rechnen. Das ist die erwartete Zahl der Erscheinenden, nicht der Nichterscheinenden.
- Die Formeln auf Zufallsgrößen anwenden, die nicht binomialverteilt sind, z.B. auf eine Augenzahl oder beim Ziehen ohne Zurücklegen aus einer kleinen Urne.
- Die Sigma-Regeln ohne Prüfung von verwenden. Bei kleinem sind die Näherungen ungenau.