Satz von der totalen Wahrscheinlichkeit
Voraussetzung: paarweise unvereinbar
- das Ereignis, dessen Wahrscheinlichkeit gesucht ist
- Zerlegung der Ergebnismenge in Fälle, die sich nicht überschneiden
- Wahrscheinlichkeit des i-ten Falls
- bedingte Wahrscheinlichkeit von B im i-ten Fall
- Ergebnismenge, also alle möglichen Ergebnisse
- Anzahl der Fälle
P(B) ergibt sich als Summe über alle Fälle Aᵢ, jeweils P(Aᵢ) mal die bedingte Wahrscheinlichkeit von B im Fall Aᵢ.
Erklärung
Oft ist eine Wahrscheinlichkeit nicht direkt bekannt, wohl aber für verschiedene Fälle getrennt. Der Satz von der totalen Wahrscheinlichkeit setzt diese Teile zusammen: Man gewichtet die bedingte Wahrscheinlichkeit in jedem Fall mit der Wahrscheinlichkeit des Falls und addiert.
Voraussetzung ist eine Zerlegung von : Die Fälle überschneiden sich nicht, und zusammen decken sie alles ab. Im einfachsten Fall sind es zwei: und das Gegenereignis :
Im Baumdiagramm ist das genau die Pfadmultiplikationsregel entlang jedes Pfads zu und danach die Pfadadditionsregel über alle diese Pfade.
Das Ergebnis wird oft als Nenner im Satz von Bayes gebraucht.
Beispiele
Maschine stellt der Teile her, davon sind fehlerhaft. Maschine stellt her, davon sind fehlerhaft. Wahrscheinlichkeit, dass ein zufällig gewähltes Teil fehlerhaft ist ():
Mit Bayes folgt daraus z.B., dass ein fehlerhaftes Teil mit von stammt.
Ein Händler bezieht Ware von drei Lieferanten zu , und . Deren Fehlerquoten sind , und :
Typische Fehler
- Die Fehlerquoten einfach mitteln. ist falsch, weil mehr produziert und deshalb stärker zählt.
- Fälle verwenden, die sich überschneiden oder nicht alles abdecken. Die müssen zusammen ergeben (hier ).
- und vertauschen. Gegeben ist meist die Fehlerquote einer Maschine, also , nicht der Anteil von an den fehlerhaften Teilen.