Bedingte Wahrscheinlichkeit
Voraussetzung:
- Wahrscheinlichkeit von B unter der Bedingung A, auch P(B | A) geschrieben
- Bedingung, das Ereignis, von dem man weiß, dass es eingetreten ist
- Ereignis, dessen Wahrscheinlichkeit gesucht ist
- Wahrscheinlichkeit, dass A und B beide eintreten
- Wahrscheinlichkeit der Bedingung A
Die Wahrscheinlichkeit von B unter der Bedingung A ist P(A ∩ B) geteilt durch P(A).
Erklärung
Die bedingte Wahrscheinlichkeit beantwortet die Frage: Wie wahrscheinlich ist , wenn man schon weiß, dass eingetreten ist? In vielen Büchern steht dafür , gelesen „P von B unter der Bedingung A“.
Man schränkt dabei die Betrachtung auf die Fälle ein, in denen eintritt. Darum steht im Nenner. Die Formel ist nur sinnvoll, wenn gilt; unter einer unmöglichen Bedingung kann man nichts bedingen.
Umgestellt erhält man die Pfadmultiplikationsregel für zweistufige Baumdiagramme:
Im Baumdiagramm stehen die bedingten Wahrscheinlichkeiten an den Ästen der zweiten Stufe.
und heißen stochastisch unabhängig, wenn gilt, das Wissen über also nichts an der Wahrscheinlichkeit von ändert.
Beispiele
Eine Firma befragt Beschäftigte. : „fährt mit dem Rad zur Arbeit“, : „wohnt weniger als 5 km entfernt“.
| Summe | |||
|---|---|---|---|
| Summe |
Wie wahrscheinlich wohnt jemand, der Rad fährt, in der Nähe? Mit und :
Direkt in der Tabelle: .
Umgekehrt gefragt: Wie wahrscheinlich fährt jemand aus der Nähe Rad?
Da , sind und nicht unabhängig.
Typische Fehler
- und verwechseln. Im Beispiel ist , aber . Die Bedingung steht im Index bzw. hinter dem senkrechten Strich, und ihre Wahrscheinlichkeit kommt in den Nenner.
- Durch die Gesamtzahl statt durch die Bedingung teilen: ist , nicht .
- „Unter der Bedingung“ und „und“ verwechseln: „Eine zufällig ausgewählte Person fährt Rad und wohnt in der Nähe“ ist . „Ein zufällig ausgewählter Radfahrer wohnt in der Nähe“ ist , denn hier wird nur unter den Radfahrern ausgewählt.