Normalverteilung

Normalverteilung

Oberstufe
φμ,σ(x)=1σ2π e−12(x−μσ)2\varphi_{\mu,\sigma}(x) = \frac{1}{\sigma \sqrt{2\pi}} \, e^{-\frac{1}{2}\left(\frac{x - \mu}{\sigma}\right)^2}

Voraussetzung: μ∈R,\mu \in \mathbb{R}, σ>0\sigma > 0

φμ,σ(x)\varphi_{\mu,\sigma}(x)
Wert der Dichtefunktion an der Stelle x
xx
beliebige reelle Zahl, ein möglicher Wert der Zufallsgröße
μ\mu
Erwartungswert, Lage des Hochpunkts der Glockenkurve
σ\sigma
Standardabweichung, bestimmt die Breite der Kurve
ee
Eulersche Zahl, etwa 2,718

Die Dichte der Normalverteilung ist die Gaußsche Glockenkurve mit Hochpunkt bei μ und Breite σ.

Erklärung

Viele Größen streuen zufällig um einen Mittelwert, z.B. Körpergrößen, Messfehler oder Füllmengen. Ihre Verteilung hat oft die Form einer Glockenkurve. Eine Zufallsgröße mit genau dieser Form heißt normalverteilt mit den Parametern μ\mu und σ\sigma.

Die Formel beschreibt die Dichtefunktion φμ,σ\varphi_{\mu,\sigma}:

  • Sie ist symmetrisch zur Geraden x=μx = \mu und hat dort ihren Hochpunkt mit dem Wert 1σ2π\frac{1}{\sigma\sqrt{2\pi}}.
  • Ihre Wendestellen liegen bei μ−σ\mu - \sigma und μ+σ\mu + \sigma. Je größer σ\sigma, desto flacher und breiter ist die Kurve.
  • Die gesamte Fläche unter der Kurve ist 11.

Eine normalverteilte Zufallsgröße ist stetig. Wahrscheinlichkeiten sind deshalb Flächen unter der Kurve:

P(a≤X≤b)=∫abφμ,σ(x) dxP(a \leq X \leq b) = \int_a^b \varphi_{\mu,\sigma}(x)\,\mathrm{d}x

Dieses Integral hat keine elementare Stammfunktion. Man bestimmt es mit dem Taschenrechner (Verteilungsfunktion) oder über Standardisierung und eine Tabelle der Standardnormalverteilung (μ=0\mu = 0, σ=1\sigma = 1).

Beispiele

Für die Standardnormalverteilung (μ=0\mu = 0, σ=1\sigma = 1) ist der Hochpunkt

φ0,1(0)=12π≈0,3989\varphi_{0,1}(0) = \frac{1}{\sqrt{2\pi}} \approx 0{,}3989

Ein Testwert sei normalverteilt mit μ=100\mu = 100 und σ=15\sigma = 15. Dichte am Hochpunkt und eine Standardabweichung daneben:

φ(100)=1152π≈0,0266,φ(115)=1152π e−12≈0,0161\varphi(100) = \frac{1}{15\sqrt{2\pi}} \approx 0{,}0266, \qquad \varphi(115) = \frac{1}{15\sqrt{2\pi}} \, e^{-\frac{1}{2}} \approx 0{,}0161

Die Wahrscheinlichkeit für einen Wert zwischen 8585 und 115115 ist die Fläche darunter. Der Taschenrechner liefert P(85≤X≤115)≈0,683P(85 \leq X \leq 115) \approx 0{,}683.

Typische Fehler

  • Den Funktionswert als Wahrscheinlichkeit lesen. φ(100)≈0,0266\varphi(100) \approx 0{,}0266 ist keine Wahrscheinlichkeit; für jeden einzelnen Wert gilt P(X=100)=0P(X = 100) = 0.
  • σ2\sigma^2 statt σ\sigma einsetzen. Die Angabe N(μ,σ2)N(\mu, \sigma^2) nennt die Varianz. Bei N(100,225)N(100, 225) ist σ=15\sigma = 15.
  • Das Minus im Exponenten oder den Faktor 12\frac{1}{2} vergessen.
  • Bei diskreten Größen (z.B. Anzahlen) die Normalverteilung ohne Prüfung verwenden. Für die Näherung einer Binomialverteilung braucht man σ>3\sigma > 3.

Verwandte Formeln