Standardisierung

Standardisierung

Oberstufe
z=x−μσz = \frac{x - \mu}{\sigma}

Voraussetzung: σ>0\sigma > 0

zz
standardisierter Wert (z-Wert), Abstand von μ in Standardabweichungen
xx
ursprünglicher Wert
μ\mu
Erwartungswert oder Mittelwert
σ\sigma
Standardabweichung

Der z-Wert gibt an, um wie viele Standardabweichungen ein Wert x vom Erwartungswert μ entfernt ist.

Erklärung

Die Standardisierung macht Werte aus ganz verschiedenen Verteilungen vergleichbar. Man zieht den Erwartungswert ab und teilt durch die Standardabweichung. Der z-Wert sagt dann:

  • z=0z = 0: Der Wert liegt genau bei μ\mu.
  • z>0z > 0: Der Wert liegt um zz Standardabweichungen über μ\mu, bei z<0z < 0 entsprechend darunter.

Wichtigste Anwendung: Ist XX normalverteilt mit μ\mu und σ\sigma, dann ist Z=X−μσZ = \frac{X - \mu}{\sigma} standardnormalverteilt (μ=0\mu = 0, σ=1\sigma = 1). Deshalb genügt eine einzige Tabelle der Verteilungsfunktion Φ\Phi:

P(X≤x)=Φ ⁣(x−μσ)P(X \leq x) = \Phi\!\left(\frac{x - \mu}{\sigma}\right)

Umgekehrt erhält man aus einem z-Wert den ursprünglichen Wert mit x=μ+z⋅σx = \mu + z \cdot \sigma.

Beispiele

Eine Klausur hat den Mittelwert μ=70\mu = 70 Punkte und die Standardabweichung σ=8\sigma = 8 Punkte. Lea hat 8282 Punkte:

z=82−708=1,5z = \frac{82 - 70}{8} = 1{,}5

In einer anderen Klausur (μ=65\mu = 65, σ=5\sigma = 5) hat Tom 7575 Punkte, also z=75−655=2z = \frac{75 - 65}{5} = 2. Im Vergleich zu den jeweiligen Mitschreibenden hat Tom besser abgeschnitten, obwohl er weniger Punkte hat.

Sind die Punkte normalverteilt, liegt Lea vor etwa Φ(1,5)≈0,9332\Phi(1{,}5) \approx 0{,}9332, also gut 93 %93\,\% aller Ergebnisse. Ein Ergebnis über Toms Wert hat nur die Wahrscheinlichkeit 1−Φ(2)≈0,02281 - \Phi(2) \approx 0{,}0228.

Rückrechnung: Bei μ=100\mu = 100 und σ=15\sigma = 15 gehört zu z=−1,2z = -1{,}2 der Wert x=100+(−1,2)⋅15=82x = 100 + (-1{,}2) \cdot 15 = 82.

Typische Fehler

  • Durch die Varianz statt durch die Standardabweichung teilen. 82−7064=0,1875\frac{82 - 70}{64} = 0{,}1875 ist falsch.
  • Die Reihenfolge im Zähler vertauschen (μ−x\mu - x). Dann stimmt das Vorzeichen nicht, und Φ\Phi liefert den falschen Wert.
  • Φ(z)\Phi(z) als Wahrscheinlichkeit für „größer als“ lesen. Φ(z)\Phi(z) ist immer P(Z≤z)P(Z \leq z); für „größer“ rechnet man 1−Φ(z)1 - \Phi(z).

Verwandte Formeln