Binomialverteilung
Voraussetzung: Trefferzahl einer Bernoulli-Kette
- Zufallsgröße, die Anzahl der Treffer in der Bernoulli-Kette
- Länge der Bernoulli-Kette, also Anzahl der Durchführungen
- Anzahl der Treffer, deren Wahrscheinlichkeit gesucht ist
- Trefferwahrscheinlichkeit bei jeder einzelnen Durchführung
- Wahrscheinlichkeit für eine Niete bei jeder Durchführung
- Binomialkoeffizient, Anzahl der Pfade mit genau k Treffern
Wahrscheinlichkeit für genau k Treffer bei n unabhängigen Versuchen mit Trefferwahrscheinlichkeit p.
Erklärung
Eine Bernoulli-Kette der Länge besteht aus gleichen Versuchen mit nur zwei Ausgängen, Treffer oder Niete. Die Versuche müssen voneinander unabhängig sein, und die Trefferwahrscheinlichkeit muss bei jedem Versuch gleich bleiben. Die Anzahl der Treffer heißt dann binomialverteilt mit den Parametern und .
Die Formel setzt sich aus zwei Teilen zusammen:
- Jeder einzelne Pfad mit Treffern und Nieten hat nach der Pfadmultiplikationsregel die Wahrscheinlichkeit .
- Es gibt solche Pfade. Nach der Pfadadditionsregel werden sie addiert.
Für „höchstens“ und „mindestens“ addiert man mehrere Werte (kumulierte Wahrscheinlichkeit) oder nutzt die Gegenwahrscheinlichkeit. Ziehen ohne Zurücklegen ist keine Bernoulli-Kette, weil sich von Zug zu Zug ändert.
Für oder wird gesetzt.
Beispiele
Eine faire Münze wird -mal geworfen, Treffer ist „Kopf“, also , . Genau -mal Kopf:
Ein Test hat Fragen mit je Antworten, von denen genau eine richtig ist. Wer nur rät, hat und . Genau richtige Antworten:
Höchstens eine richtige Antwort:
Mindestens zwei richtige Antworten hat man also mit einer Wahrscheinlichkeit von .
Typische Fehler
- und vertauschen. Mit berechnet man , nicht . Der Exponent von ist immer die Trefferzahl .
- Den Binomialkoeffizienten vergessen. ist nur die Wahrscheinlichkeit eines Pfades.
- „Mindestens“ oder „höchstens“ wie „genau“ rechnen. enthält und .
- Die Formel verwenden, obwohl keine Bernoulli-Kette vorliegt, z.B. beim Ziehen ohne Zurücklegen aus einer kleinen Urne.