Näherung von Moivre-Laplace
Voraussetzung: binomialverteilt mit und
- binomialverteilte Zufallsgröße, die Anzahl der Treffer
- obere Grenze für die Trefferzahl
- Verteilungsfunktion der Standardnormalverteilung
- Erwartungswert der Binomialverteilung
- Standardabweichung der Binomialverteilung
- Länge der Bernoulli-Kette
- Trefferwahrscheinlichkeit
- Stetigkeitskorrektur, der halbe Abstand zwischen zwei ganzen Zahlen
Für σ > 3 lassen sich Binomialwahrscheinlichkeiten gut mit der Normalverteilung und der Stetigkeitskorrektur annähern.
Erklärung
Für große ist die Binomialverteilung mühsam zu berechnen. Ihr Histogramm sieht dann aber fast aus wie eine Glockenkurve. Der Satz von Moivre-Laplace erlaubt es deshalb, Binomialwahrscheinlichkeiten mit der Normalverteilung zu nähern, die denselben Erwartungswert und dieselbe Standardabweichung hat.
Die Näherung ist brauchbar, wenn die Laplace-Bedingung erfüllt ist.
Die heißt Stetigkeitskorrektur. Im Histogramm gehört zum Wert ein Balken von bis . Damit der Balken bei voll mitzählt, integriert man bis . Weitere Fälle:
- Lokale Näherung für einen einzelnen Wert: mit der Dichte der Standardnormalverteilung.
Heute rechnen Taschenrechner Binomialwahrscheinlichkeiten meist direkt. Die Näherung bleibt wichtig, weil sie die Sigma-Regeln und Konfidenzintervalle begründet.
Beispiele
Eine faire Münze wird -mal geworfen, ist die Anzahl „Kopf“. Dann ist und . Höchstens -mal Kopf:
Der exakte Wert ist . Ohne Stetigkeitskorrektur erhielte man nur .
Lokale Näherung für genau -mal Kopf:
Exakt ist .
Typische Fehler
- Die Laplace-Bedingung nicht prüfen. Bei Münzwürfen ist , die Näherung ist dann zu ungenau.
- Die Stetigkeitskorrektur in die falsche Richtung anbringen. Bei rechnet man mit , bei mit .
- Mit der Varianz statt mit standardisieren.