Momenterzeugende Funktion
Studium
Voraussetzung: für alle in einem offenen Intervall um
- momenterzeugende Funktion der Zufallsgröße X an der Stelle t
- Zufallsgröße
- reelle Hilfsvariable
- k-tes Moment von X
- k-te Ableitung der momenterzeugenden Funktion an der Stelle 0
- Ordnung des Moments
Die momenterzeugende Funktion E(e^(tX)) liefert durch Ableiten an der Stelle 0 alle Momente einer Zufallsgröße.
Erklärung
Die momenterzeugende Funktion fasst alle Momente einer Zufallsgröße in einer einzigen Funktion zusammen. Entwickelt man in die Exponentialreihe, sieht man, warum:
Die Momente sind also die Taylor-Koeffizienten (mal ) an der Stelle . Insbesondere gilt und .
Wichtige Eigenschaften:
- Eindeutigkeit: Existiert in einer Umgebung von , bestimmt sie die Verteilung von eindeutig.
- Summen: Für unabhängige ist .
- Lineare Transformation: .
Häufige momenterzeugende Funktionen:
| Verteilung | |
|---|---|
| Bernoulli() | |
| Binomial(, ) | |
| Poisson() | |
| Exponential() | für |
| Normal(, ) |
Beispiele
Poisson-Verteilung mit : . Ableiten ergibt und , also
Exponentialverteilung mit : , also und . Damit , und .
Summen: Sind und unabhängig Poisson-verteilt mit und , dann ist . Wegen der Eindeutigkeit ist Poisson-verteilt mit .
Typische Fehler
- An der falschen Stelle ableiten. Die Momente erhält man an , nicht an .
- für die Varianz halten. ist , die Varianz ist .
- Die Produktregel ohne Unabhängigkeit verwenden.
- Den Definitionsbereich übersehen. Bei der Exponentialverteilung existiert nur für , bei manchen Verteilungen (z.B. t-Verteilung) gar nicht in einer Umgebung von .