Kovarianz

Kovarianz

Studium
Cov⁡(X,Y)=E[(X−E(X))(Y−E(Y))]=E(XY)−E(X) E(Y)\operatorname{Cov}(X, Y) = E\big[(X - E(X))(Y - E(Y))\big] = E(XY) - E(X)\,E(Y)

Voraussetzung: E(X2)<∞,E(X^2) < \infty, E(Y2)<∞E(Y^2) < \infty

Cov⁡(X,Y)\operatorname{Cov}(X, Y)
Kovarianz von X und Y
X,YX, Y
Zufallsgrößen auf demselben Wahrscheinlichkeitsraum
EE
Erwartungswert

Die Kovarianz misst, ob zwei Zufallsgrößen gemeinsam über oder unter ihrem Erwartungswert liegen.

Erklärung

Die Kovarianz beschreibt, wie zwei Zufallsgrößen gemeinsam schwanken:

  • Cov⁡(X,Y)>0\operatorname{Cov}(X, Y) > 0: Liegt XX über seinem Erwartungswert, tut das meist auch YY (gleichläufig).
  • Cov⁡(X,Y)<0\operatorname{Cov}(X, Y) < 0: Große Werte von XX gehen eher mit kleinen Werten von YY einher (gegenläufig).
  • Cov⁡(X,Y)=0\operatorname{Cov}(X, Y) = 0: XX und YY heißen unkorreliert.

Die rechte Form (Verschiebungssatz) folgt durch Ausmultiplizieren und die Linearität des Erwartungswerts. Weitere Eigenschaften:

  • Cov⁡(X,X)=Var⁡(X)\operatorname{Cov}(X, X) = \operatorname{Var}(X)
  • Cov⁡(aX+b,cY+d)=ac Cov⁡(X,Y)\operatorname{Cov}(aX + b, cY + d) = ac\,\operatorname{Cov}(X, Y)
  • Var⁡(X+Y)=Var⁡(X)+Var⁡(Y)+2Cov⁡(X,Y)\operatorname{Var}(X + Y) = \operatorname{Var}(X) + \operatorname{Var}(Y) + 2\operatorname{Cov}(X, Y)

Aus Unabhängigkeit folgt Cov⁡(X,Y)=0\operatorname{Cov}(X, Y) = 0, die Umkehrung gilt nicht.

Für Datenpaare (xi,yi)(x_i, y_i) ist die empirische Kovarianz sxy=1n−1∑i=1n(xi−xˉ)(yi−yˉ)s_{xy} = \frac{1}{n-1}\sum_{i=1}^{n} (x_i - \bar{x})(y_i - \bar{y}); manche Bücher teilen durch nn.

Der Betrag der Kovarianz hängt von den Einheiten ab. Über die Stärke des Zusammenhangs sagt er deshalb wenig; dafür normiert man zum Korrelationskoeffizienten.

Beispiele

XX und YY nehmen die Werte 00 und 11 an mit P(0,0)=0,4P(0,0) = 0{,}4, P(0,1)=0,1P(0,1) = 0{,}1, P(1,0)=0,1P(1,0) = 0{,}1, P(1,1)=0,4P(1,1) = 0{,}4. Dann ist E(X)=E(Y)=0,5E(X) = E(Y) = 0{,}5 und E(XY)=1⋅1⋅0,4=0,4E(XY) = 1 \cdot 1 \cdot 0{,}4 = 0{,}4:

Cov⁡(X,Y)=0,4−0,5⋅0,5=0,15\operatorname{Cov}(X, Y) = 0{,}4 - 0{,}5 \cdot 0{,}5 = 0{,}15

Die Definition liefert dasselbe: (−0,5)2⋅0,4+2⋅(−0,5)(0,5)⋅0,1+0,52⋅0,4=0,15(-0{,}5)^2 \cdot 0{,}4 + 2 \cdot (-0{,}5)(0{,}5) \cdot 0{,}1 + 0{,}5^2 \cdot 0{,}4 = 0{,}15.

Datenpaare (1,2)(1, 2), (2,4)(2, 4), (3,5)(3, 5) mit xˉ=2\bar{x} = 2, yˉ=113\bar{y} = \frac{11}{3}:

sxy=(1−2)(2−113)+(2−2)(4−113)+(3−2)(5−113)3−1=32=1,5s_{xy} = \frac{(1-2)\left(2-\frac{11}{3}\right) + (2-2)\left(4-\frac{11}{3}\right) + (3-2)\left(5-\frac{11}{3}\right)}{3 - 1} = \frac{3}{2} = 1{,}5

Unkorreliert, aber abhängig: XX sei gleichverteilt auf {−1,0,1}\{-1, 0, 1\} und Y=X2Y = X^2. Dann ist E(X)=0E(X) = 0 und E(XY)=E(X3)=(−1)3+03+133=0E(XY) = E(X^3) = \frac{(-1)^3 + 0^3 + 1^3}{3} = 0, also Cov⁡(X,Y)=0\operatorname{Cov}(X, Y) = 0, obwohl YY durch XX festgelegt ist.

Typische Fehler

  • Aus Cov⁡(X,Y)=0\operatorname{Cov}(X, Y) = 0 auf Unabhängigkeit schließen. Das letzte Beispiel zeigt, dass das falsch ist.
  • Die Größe der Kovarianz als Stärke des Zusammenhangs deuten. Multipliziert man im Datenbeispiel alle xx-Werte mit 1010 (etwa durch eine andere Einheit) und alle yy-Werte mit 33, wird sxy=3⋅10⋅1,5=45s_{xy} = 3 \cdot 10 \cdot 1{,}5 = 45, der Zusammenhang ist aber derselbe.
  • Im Verschiebungssatz E(X)⋅E(Y)E(X) \cdot E(Y) addieren statt abziehen.

Verwandte Formeln