Korrelationskoeffizient nach Pearson

Korrelationskoeffizient nach Pearson

Studium
r=∑i=1n(xi−xˉ)(yi−yˉ)∑i=1n(xi−xˉ)2⋅∑i=1n(yi−yˉ)2r = \frac{\sum_{i=1}^{n} (x_i - \bar{x})(y_i - \bar{y})}{\sqrt{\sum_{i=1}^{n} (x_i - \bar{x})^2} \cdot \sqrt{\sum_{i=1}^{n} (y_i - \bar{y})^2}}

Voraussetzung: n≥2,n \geq 2, nicht alle xix_i gleich,, nicht alle yiy_i gleich

rr
empirischer Korrelationskoeffizient, zwischen −1 und 1
(xi,yi)(x_i, y_i)
die Datenpaare
xˉ,yˉ\bar{x}, \bar{y}
arithmetische Mittel der x- und der y-Werte
nn
Anzahl der Datenpaare
ii
Laufindex von 1 bis n

Der Korrelationskoeffizient r misst Stärke und Richtung eines linearen Zusammenhangs, mit Werten von −1 bis 1.

Erklärung

Für nn Datenpaare (xi,yi)(x_i, y_i) misst rr, wie gut die Punkte auf einer Geraden liegen. Der Zähler ist (bis auf den Faktor 1n−1\frac{1}{n-1}) die empirische Kovarianz, der Nenner das Produkt der Standardabweichungen mit demselben Faktor. Kurz:

r=sxysx⋅syr = \frac{s_{xy}}{s_x \cdot s_y}

Ob man dabei durch nn oder n−1n - 1 teilt, ist egal, der Faktor kürzt sich.

Deutung:

  • r=1r = 1 bzw. r=−1r = -1: Alle Punkte liegen exakt auf einer Geraden mit positiver bzw. negativer Steigung.
  • rr nahe 00: Es gibt keinen linearen Zusammenhang.
  • Faustregel (je nach Fach verschieden): ab etwa ∣r∣≥0,7|r| \geq 0{,}7 spricht man von einem starken linearen Zusammenhang.

rr ist dimensionslos und ändert sich nicht, wenn man die Werte linear mit positivem Faktor umrechnet (z.B. andere Einheit). Für Zufallsgrößen ist das Gegenstück ρ=Cov⁡(X,Y)σXσY\rho = \frac{\operatorname{Cov}(X, Y)}{\sigma_X \sigma_Y}.

Beispiele

Datenpaare (1,2)(1, 2), (2,4)(2, 4), (3,5)(3, 5) mit xˉ=2\bar{x} = 2, yˉ=113\bar{y} = \frac{11}{3}. Die Summe der Produkte der Abweichungen ist 33, die Quadratsummen sind 22 (für xx) und 143\frac{14}{3} (für yy):

r=32⋅143≈0,9820r = \frac{3}{\sqrt{2} \cdot \sqrt{\frac{14}{3}}} \approx 0{,}9820

Ein sehr starker positiver linearer Zusammenhang.

Datenpaare (−1,1)(-1, 1), (0,0)(0, 0), (1,1)(1, 1), also y=x2y = x^2, mit xˉ=0\bar{x} = 0 und yˉ=23\bar{y} = \frac{2}{3}. Der Zähler ist

(−1)(1−23)+0⋅(0−23)+1⋅(1−23)=0(-1)\left(1 - \tfrac{2}{3}\right) + 0 \cdot \left(0 - \tfrac{2}{3}\right) + 1 \cdot \left(1 - \tfrac{2}{3}\right) = 0

also r=0r = 0, obwohl yy exakt durch xx bestimmt ist. Der Zusammenhang ist eben nicht linear.

Typische Fehler

  • Korrelation als Ursache-Wirkung deuten. Ein hohes rr kann durch eine dritte Größe entstehen (Scheinkorrelation).
  • Aus r≈0r \approx 0 schließen, dass kein Zusammenhang besteht. Nichtlineare Zusammenhänge wie im zweiten Beispiel erfasst rr nicht.
  • rr mit der Steigung der Regressionsgeraden verwechseln. r=0,98r = 0{,}98 heißt nicht, dass yy pro Einheit von xx um 0,980{,}98 steigt.
  • Einen Wert ∣r∣>1|r| > 1 ausrechnen. Dann liegt ein Rechenfehler vor, meist im Nenner.

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