Hypothesentest
Voraussetzung: unter binomialverteilt mit und
- Nullhypothese, die Annahme über die Trefferwahrscheinlichkeit, die geprüft wird
- Trefferwahrscheinlichkeit laut Nullhypothese
- Testgröße, die Anzahl der Treffer in der Stichprobe
- Stichprobenumfang
- Ablehnungsbereich, die Werte von X, bei denen man H₀ verwirft
- Signifikanzniveau, die höchstens erlaubte Irrtumswahrscheinlichkeit
- Wahrscheinlichkeit, berechnet mit p = p₀
Ein Hypothesentest verwirft H₀, wenn das Ergebnis in einem Bereich liegt, der unter H₀ höchstens mit Wahrscheinlichkeit α vorkommt.
Erklärung
Mit einem Hypothesentest entscheidet man anhand einer Stichprobe, ob eine Annahme über eine unbekannte Trefferwahrscheinlichkeit verworfen wird. Die Annahme heißt Nullhypothese , die Gegenannahme Alternative .
Man legt vorher einen Ablehnungsbereich fest. Fällt die Trefferzahl dort hinein, verwirft man . Der Bereich wird so gewählt, dass dies bei gültiger Nullhypothese höchstens mit der Wahrscheinlichkeit passiert, dem Signifikanzniveau (oft oder ).
Ablauf eines Tests mit einer binomialverteilten Testgröße:
- Hypothesen aufstellen, z.B. gegen .
- Testgröße , Stichprobenumfang und Signifikanzniveau festlegen.
- Art des Tests bestimmen: rechtsseitig (große Werte sprechen gegen ), linksseitig (kleine Werte) oder zweiseitig.
- Den Ablehnungsbereich mit so groß wie möglich wählen, sodass gilt.
- Entscheidungsregel formulieren, Stichprobe auswerten, Ergebnis im Sachzusammenhang formulieren.
Alle Schritte bis zur Entscheidungsregel müssen vor der Auswertung der Stichprobe feststehen. Ein Test beweist nichts: Wer verwirft, kann sich irren (Fehler 1. Art), und wer nicht verwirft, hat sie damit nicht bestätigt.
Beispiele
Ein bisheriges Medikament wirkt bei der Patienten. Ein Hersteller behauptet, sein neues Mittel wirke besser. Es wird an Personen getestet, ist die Anzahl der Personen, bei denen es wirkt.
- Hypothesen: , . Gerechnet wird mit dem Randwert .
- Viele Erfolge sprechen gegen , der Test ist rechtsseitig: .
- Erwartet werden unter etwa Erfolge.
Gesucht ist das kleinste mit :
Entscheidungsregel: Wirkt das Mittel bei mindestens von Personen, wird verworfen, und man geht von einer besseren Wirkung aus. Die Irrtumswahrscheinlichkeit beträgt dabei höchstens .
Typische Fehler
- Die Hypothesen vertauschen. Was man nachweisen möchte, gehört in , denn nur das Verwerfen von ist eine abgesicherte Aussage.
- Den Ablehnungsbereich erst nach dem Blick auf die Daten festlegen. Dann stimmt das Signifikanzniveau nicht mehr.
- mit berechnen. Richtig ist .
- Das Nicht-Verwerfen als Beweis für deuten. Es heißt nur, dass die Daten nicht deutlich genug dagegen sprechen.