Geometrische Verteilung
Voraussetzung:
- Nummer des Versuchs, in dem der erste Treffer eintritt
- Versuchsnummer, deren Wahrscheinlichkeit gesucht ist
- Trefferwahrscheinlichkeit bei jedem Versuch
Wahrscheinlichkeit, dass der erste Treffer einer Bernoulli-Kette genau im k-ten Versuch eintritt.
Erklärung
Eine Bernoulli-Kette mit Trefferwahrscheinlichkeit wird so lange fortgesetzt, bis der erste Treffer eintritt. ist die Nummer dieses Versuchs. Dass das genau im -ten Versuch geschieht, heißt: erst Nieten, dann ein Treffer. Wegen der Unabhängigkeit multipliziert man.
Wichtige Kennzahlen ( ist die Varianz, auch geschrieben):
Die geometrische Verteilung ist gedächtnislos: . Wer schon lange wartet, hat dadurch keine besseren Chancen für die nächsten Versuche.
Achtung, zwei Konventionen: Manche Bücher zählen statt der Versuchsnummer die Nieten vor dem ersten Treffer, . Dann ist und . Die Varianz bleibt .
Beispiele
Man würfelt, bis die erste Sechs fällt (). Erste Sechs genau im dritten Wurf:
Im Mittel braucht man Würfe, die Varianz ist . Nach Würfen ist noch immer keine Sechs gefallen mit Wahrscheinlichkeit .
Ein Los gewinnt mit . Wahrscheinlichkeit, unter den ersten Losen mindestens einen Gewinn zu haben: . Obwohl ist, liegt die Wahrscheinlichkeit also deutlich unter .
Typische Fehler
- Den Exponenten statt nehmen. Vor dem Treffer im -ten Versuch liegen nur Nieten. (Das passt nur zur anderen Konvention mit .)
- Die Konventionen mischen: gilt für die Versuchsnummer, nicht für die Anzahl der Nieten.
- Annehmen, nach vielen Nieten sei ein Treffer „überfällig“. Wegen der Gedächtnislosigkeit ändert sich die Wahrscheinlichkeit nicht.
- Mit Versuchen einen sicheren Treffer erwarten. Nach Versuchen ist der erste Treffer bei kleinem nur mit etwa eingetreten, im Losbeispiel mit .