Geometrische Verteilung

Geometrische Verteilung

Studium
P(X=k)=(1−p)k−1⋅pP(X = k) = (1-p)^{k-1} \cdot p

Voraussetzung: 0<p≤1,0 < p \leq 1, k∈{1,2,3,…}k \in \{1, 2, 3, \ldots\}

XX
Nummer des Versuchs, in dem der erste Treffer eintritt
kk
Versuchsnummer, deren Wahrscheinlichkeit gesucht ist
pp
Trefferwahrscheinlichkeit bei jedem Versuch

Wahrscheinlichkeit, dass der erste Treffer einer Bernoulli-Kette genau im k-ten Versuch eintritt.

Erklärung

Eine Bernoulli-Kette mit Trefferwahrscheinlichkeit pp wird so lange fortgesetzt, bis der erste Treffer eintritt. XX ist die Nummer dieses Versuchs. Dass das genau im kk-ten Versuch geschieht, heißt: erst k−1k - 1 Nieten, dann ein Treffer. Wegen der Unabhängigkeit multipliziert man.

Wichtige Kennzahlen (V(X)V(X) ist die Varianz, auch Var⁡(X)\operatorname{Var}(X) geschrieben):

E(X)=1p,V(X)=1−pp2,P(X>k)=(1−p)kE(X) = \frac{1}{p}, \qquad V(X) = \frac{1-p}{p^2}, \qquad P(X > k) = (1-p)^k

Die geometrische Verteilung ist gedächtnislos: P(X>m+k∣X>m)=P(X>k)P(X > m + k \mid X > m) = P(X > k). Wer schon lange wartet, hat dadurch keine besseren Chancen für die nächsten Versuche.

Achtung, zwei Konventionen: Manche Bücher zählen statt der Versuchsnummer die Nieten vor dem ersten Treffer, Y=X−1∈{0,1,2,…}Y = X - 1 \in \{0, 1, 2, \ldots\}. Dann ist P(Y=k)=(1−p)k⋅pP(Y = k) = (1-p)^k \cdot p und E(Y)=1−ppE(Y) = \frac{1-p}{p}. Die Varianz bleibt V(Y)=1−pp2V(Y) = \frac{1-p}{p^2}.

Beispiele

Man würfelt, bis die erste Sechs fällt (p=16p = \frac{1}{6}). Erste Sechs genau im dritten Wurf:

P(X=3)=(56)2⋅16=25216≈0,1157P(X = 3) = \left(\frac{5}{6}\right)^2 \cdot \frac{1}{6} = \frac{25}{216} \approx 0{,}1157

Im Mittel braucht man E(X)=11/6=6E(X) = \frac{1}{1/6} = 6 Würfe, die Varianz ist 5/6(1/6)2=30\frac{5/6}{(1/6)^2} = 30. Nach 1010 Würfen ist noch immer keine Sechs gefallen mit Wahrscheinlichkeit (56)10≈0,1615\left(\frac{5}{6}\right)^{10} \approx 0{,}1615.

Ein Los gewinnt mit p=0,05p = 0{,}05. Wahrscheinlichkeit, unter den ersten 2020 Losen mindestens einen Gewinn zu haben: P(X≤20)=1−0,9520≈0,6415P(X \leq 20) = 1 - 0{,}95^{20} \approx 0{,}6415. Obwohl E(X)=10,05=20E(X) = \frac{1}{0{,}05} = 20 ist, liegt die Wahrscheinlichkeit also deutlich unter 11.

Typische Fehler

  • Den Exponenten kk statt k−1k - 1 nehmen. Vor dem Treffer im kk-ten Versuch liegen nur k−1k - 1 Nieten. (Das passt nur zur anderen Konvention mit YY.)
  • Die Konventionen mischen: E(X)=1pE(X) = \frac{1}{p} gilt für die Versuchsnummer, nicht für die Anzahl der Nieten.
  • Annehmen, nach vielen Nieten sei ein Treffer „überfällig“. Wegen der Gedächtnislosigkeit ändert sich die Wahrscheinlichkeit nicht.
  • Mit E(X)E(X) Versuchen einen sicheren Treffer erwarten. Nach 1p\frac{1}{p} Versuchen ist der erste Treffer bei kleinem pp nur mit etwa 1−1e≈63 %1 - \frac{1}{e} \approx 63\,\% eingetreten, im Losbeispiel mit 64 %64\,\%.

Verwandte Formeln