Exponentialverteilung
Voraussetzung:
- Wert der Dichtefunktion an der Stelle x
- Wartezeit oder Lebensdauer
- Rate, mittlere Anzahl Ereignisse pro Zeiteinheit; Kehrwert der mittleren Wartezeit
- Eulersche Zahl, etwa 2,718
Die Exponentialverteilung beschreibt Wartezeiten und Lebensdauern ohne Alterung, mit Dichte λ·e^(−λx) für x ≥ 0.
Erklärung
Eine Zufallsgröße mit dieser Dichte heißt exponentialverteilt mit Rate . Sie modelliert Wartezeiten zwischen zufälligen Ereignissen (z.B. bis zum nächsten Anruf) und Lebensdauern von Bauteilen, die nicht altern.
Wichtige Größen ( ist die Varianz, auch geschrieben):
Der Median ist , analog zur Halbwertszeit beim radioaktiven Zerfall.
Die Exponentialverteilung ist gedächtnislos:
Ein Bauteil, das schon Stunden hält, ist danach „wie neu“. Für Teile mit Verschleiß ist das Modell deshalb ungeeignet.
Zusammenhang mit der Poisson-Verteilung: Treten Ereignisse Poisson-verteilt mit Rate pro Zeiteinheit auf, sind die Wartezeiten zwischen ihnen exponentialverteilt mit derselben Rate.
Beispiele
Eine Lampe hält im Mittel Stunden, also pro Stunde. Ausfall in den ersten Stunden:
Länger als Stunden hält sie mit .
Die Hälfte der Lampen fällt vor Stunden aus, also deutlich vor dem Mittelwert .
Typische Fehler
- mit der mittleren Wartezeit verwechseln. Bei einer mittleren Lebensdauer von h ist , nicht .
- Den Dichtewert als Wahrscheinlichkeit lesen. Wahrscheinlichkeiten sind Flächen, also Werte von .
- mit berechnen. Für „länger als“ gilt .
- Erwartungswert und Median gleichsetzen. Wegen der schiefen Verteilung ist der Median kleiner.