Exponentialverteilung

Exponentialverteilung

Studium
f(x)=λ e−λxf(x) = \lambda \, e^{-\lambda x}

Voraussetzung: λ>0,\lambda > 0, x≥0 (fu¨r x<0 ist f(x)=0)x \geq 0\ (\text{für } x < 0 \text{ ist } f(x) = 0)

f(x)f(x)
Wert der Dichtefunktion an der Stelle x
xx
Wartezeit oder Lebensdauer
λ\lambda
Rate, mittlere Anzahl Ereignisse pro Zeiteinheit; Kehrwert der mittleren Wartezeit
ee
Eulersche Zahl, etwa 2,718

Die Exponentialverteilung beschreibt Wartezeiten und Lebensdauern ohne Alterung, mit Dichte λ·e^(−λx) für x ≥ 0.

Erklärung

Eine Zufallsgröße XX mit dieser Dichte heißt exponentialverteilt mit Rate λ\lambda. Sie modelliert Wartezeiten zwischen zufälligen Ereignissen (z.B. bis zum nächsten Anruf) und Lebensdauern von Bauteilen, die nicht altern.

Wichtige Größen (V(X)V(X) ist die Varianz, auch Var⁡(X)\operatorname{Var}(X) geschrieben):

F(x)=P(X≤x)=1−e−λx,E(X)=1λ,V(X)=1λ2F(x) = P(X \leq x) = 1 - e^{-\lambda x}, \qquad E(X) = \frac{1}{\lambda}, \qquad V(X) = \frac{1}{\lambda^2}

Der Median ist ln⁡2λ\frac{\ln 2}{\lambda}, analog zur Halbwertszeit beim radioaktiven Zerfall.

Die Exponentialverteilung ist gedächtnislos:

P(X>s+t∣X>s)=P(X>t)fu¨r s,t≥0P(X > s + t \mid X > s) = P(X > t) \quad \text{für } s, t \geq 0

Ein Bauteil, das schon ss Stunden hält, ist danach „wie neu“. Für Teile mit Verschleiß ist das Modell deshalb ungeeignet.

Zusammenhang mit der Poisson-Verteilung: Treten Ereignisse Poisson-verteilt mit Rate λ\lambda pro Zeiteinheit auf, sind die Wartezeiten zwischen ihnen exponentialverteilt mit derselben Rate.

Beispiele

Eine Lampe hält im Mittel 20002000 Stunden, also λ=12000=0,0005\lambda = \frac{1}{2000} = 0{,}0005 pro Stunde. Ausfall in den ersten 10001000 Stunden:

P(X≤1000)=1−e−0,0005⋅1000=1−e−0,5≈0,3935P(X \leq 1000) = 1 - e^{-0{,}0005 \cdot 1000} = 1 - e^{-0{,}5} \approx 0{,}3935

Länger als 40004000 Stunden hält sie mit P(X>4000)=e−0,0005⋅4000=e−2≈0,1353P(X > 4000) = e^{-0{,}0005 \cdot 4000} = e^{-2} \approx 0{,}1353.

Die Hälfte der Lampen fällt vor ln⁡20,0005≈1386\frac{\ln 2}{0{,}0005} \approx 1386 Stunden aus, also deutlich vor dem Mittelwert 20002000.

Typische Fehler

  • λ\lambda mit der mittleren Wartezeit verwechseln. Bei einer mittleren Lebensdauer von 20002000 h ist λ=0,0005\lambda = 0{,}0005, nicht 20002000.
  • Den Dichtewert f(x)f(x) als Wahrscheinlichkeit lesen. Wahrscheinlichkeiten sind Flächen, also Werte von FF.
  • P(X>x)P(X > x) mit F(x)F(x) berechnen. Für „länger als“ gilt P(X>x)=e−λxP(X > x) = e^{-\lambda x}.
  • Erwartungswert und Median gleichsetzen. Wegen der schiefen Verteilung ist der Median kleiner.

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