Gauß-Test

Gauß-Test

Studium
z=xˉ−μ0σ/nz = \frac{\bar{x} - \mu_0}{\sigma / \sqrt{n}}

Voraussetzung: X1,…,XnX_1, \ldots, X_n unabhängig,, N(μ,σ2)N(\mu, \sigma^2)-verteilt mit bekanntem σ>0\sigma > 0

zz
Wert der Testgröße, unter H₀ standardnormalverteilt
xˉ\bar{x}
arithmetisches Mittel der Stichprobe
μ0\mu_0
Erwartungswert laut Nullhypothese
σ\sigma
bekannte Standardabweichung der Grundgesamtheit
nn
Stichprobenumfang

Der Gauß-Test prüft eine Hypothese über den Erwartungswert, wenn die Standardabweichung der Grundgesamtheit bekannt ist.

Erklärung

Der Gauß-Test prüft, ob der Erwartungswert μ\mu einer normalverteilten Größe einem vorgegebenen Wert μ0\mu_0 entspricht. Die Standardabweichung σ\sigma muss bekannt sein, z.B. aus langer Erfahrung mit einem Messgerät. Unter H0 ⁣:μ=μ0H_0\colon \mu = \mu_0 ist die Testgröße standardnormalverteilt.

Entscheidungsregeln zum Signifikanzniveau α\alpha mit Quantilen zqz_q der Standardnormalverteilung:

NullhypotheseAlternativeH0H_0 verwerfen, wenn
μ=μ0\mu = \mu_0μ≠μ0\mu \neq \mu_0∣z∣>z1−α/2\lvert z \rvert > z_{1-\alpha/2}
μ≤μ0\mu \leq \mu_0μ>μ0\mu > \mu_0z>z1−αz > z_{1-\alpha}
μ≥μ0\mu \geq \mu_0μ<μ0\mu < \mu_0z<−z1−αz < -z_{1-\alpha}

Für α=5 %\alpha = 5\,\% ist z0,975=1,96z_{0{,}975} = 1{,}96 und z0,95=1,645z_{0{,}95} = 1{,}645. Gleichwertig vergleicht man den p-Wert mit α\alpha. Ist σ\sigma unbekannt, nimmt man den t-Test. Für große nn ist der Gauß-Test auch ohne Normalverteilung näherungsweise gültig (zentraler Grenzwertsatz).

Beispiele

Eine Maschine füllt Beutel mit Sollgewicht μ0=500 g\mu_0 = 500\,\text{g}, die Standardabweichung ist bekannt: σ=5 g\sigma = 5\,\text{g}. Eine Stichprobe von n=25n = 25 Beuteln ergibt xˉ=502,3 g\bar{x} = 502{,}3\,\text{g}. Zweiseitig mit α=5 %\alpha = 5\,\%:

z=502,3−5005/25=2,31=2,3>1,96z = \frac{502{,}3 - 500}{5 / \sqrt{25}} = \frac{2{,}3}{1} = 2{,}3 > 1{,}96

H0H_0 wird verworfen, die Maschine füllt signifikant falsch ab. Der einseitige p-Wert ist 1−Φ(2,3)≈0,01071 - \Phi(2{,}3) \approx 0{,}0107, der zweiseitige 2⋅0,0107≈0,02142 \cdot 0{,}0107 \approx 0{,}0214.

Linksseitig (H1 ⁣:μ<500H_1\colon \mu < 500) mit xˉ=498,4\bar{x} = 498{,}4:

z=498,4−5001=−1,6>−1,645z = \frac{498{,}4 - 500}{1} = -1{,}6 > -1{,}645

H0H_0 wird knapp nicht verworfen, der p-Wert ist Φ(−1,6)≈0,0548\Phi(-1{,}6) \approx 0{,}0548.

Typische Fehler

  • σ\sigma statt σn\frac{\sigma}{\sqrt{n}} im Nenner. Dann wird fast nie etwas signifikant.
  • Den Gauß-Test verwenden, obwohl σ\sigma nur aus der Stichprobe geschätzt wurde. Dann ist der t-Test richtig.
  • Beim zweiseitigen Test das Quantil z0,95=1,645z_{0{,}95} = 1{,}645 statt z0,975=1,96z_{0{,}975} = 1{,}96 nehmen.
  • Das Nichtverwerfen von H0H_0 als Beweis für H0H_0 werten. Es fehlt nur die Evidenz dagegen.

Verwandte Formeln