Chi-Quadrat-Unabhängigkeitstest
Voraussetzung: für alle Zellen (Faustregel)
- Wert der Testgröße
- Anzahl der Zeilen (Ausprägungen des ersten Merkmals)
- Anzahl der Spalten (Ausprägungen des zweiten Merkmals)
- beobachtete Häufigkeit in Zeile i und Spalte j
- erwartete Häufigkeit bei Unabhängigkeit
- Summe der Zeile i
- Summe der Spalte j
- Gesamtzahl der Beobachtungen
Der Chi-Quadrat-Unabhängigkeitstest prüft anhand einer Kreuztabelle, ob zwei Merkmale unabhängig sind.
Erklärung
Zwei Merkmale (z.B. Altersgruppe und Kaufentscheidung) werden an Personen erhoben und in einer Kontingenztafel mit Zeilen und Spalten ausgezählt. Die Nullhypothese lautet: Die Merkmale sind unabhängig.
Bei Unabhängigkeit ist die Wahrscheinlichkeit einer Zelle das Produkt der Rand-Wahrscheinlichkeiten. Schätzt man diese durch die relativen Randhäufigkeiten, erhält man die erwarteten Häufigkeiten
Unter ist näherungsweise Chi-Quadrat-verteilt mit Freiheitsgraden. wird verworfen, wenn das Quantil übersteigt (für : bei einem, bei zwei Freiheitsgraden).
Für eine Vierfeldertafel mit den Zellen (erste Zeile) und (zweite Zeile) gibt es eine Kurzformel:
Beispiele
Je Personen aus Gruppe A und Gruppe B werden gefragt, ob sie ein Produkt kaufen würden:
| ja | nein | Summe | |
|---|---|---|---|
| Gruppe A | 60 | 40 | 100 |
| Gruppe B | 45 | 55 | 100 |
| Summe | 105 | 95 | 200 |
Erwartete Häufigkeiten: und , in der zweiten Zeile ebenso. Jede Zelle weicht um ab:
Die Kurzformel liefert denselben Wert: .
Mit Freiheitsgrad ist der kritische Wert . Wegen wird die Unabhängigkeit auf dem -Niveau verworfen: Die Kaufbereitschaft hängt von der Gruppe ab.
Typische Fehler
- Die erwarteten Häufigkeiten als Gesamtzahl geteilt durch die Zellenzahl berechnen. Sie hängen von den Randsummen ab.
- Die Freiheitsgrade als zählen. Richtig ist .
- Mit Prozentwerten statt absoluten Häufigkeiten rechnen.
- Ein signifikantes Ergebnis als Nachweis einer Ursache deuten. Der Test zeigt nur einen Zusammenhang.