Chi-Quadrat-Anpassungstest

Chi-Quadrat-Anpassungstest

Studium
χ2=∑i=1k(Ni−npi)2npi\chi^2 = \sum_{i=1}^{k} \frac{(N_i - n p_i)^2}{n p_i}

Voraussetzung: npi≥5n p_i \geq 5 für alle ii (Faustregel),, p1+…+pk=1p_1 + \ldots + p_k = 1

χ2\chi^2
Wert der Testgröße
kk
Anzahl der Klassen (Kategorien)
NiN_i
beobachtete Häufigkeit in Klasse i
nn
Stichprobenumfang, Summe aller N_i
pip_i
Wahrscheinlichkeit der Klasse i laut Nullhypothese
npin p_i
erwartete Häufigkeit in Klasse i unter H₀

Der Chi-Quadrat-Anpassungstest prüft, ob beobachtete Häufigkeiten zu einer vermuteten Verteilung passen.

Erklärung

Mit dem Chi-Quadrat-Anpassungstest prüft man, ob eine Stichprobe zu einer vermuteten Verteilung passt. Die nn Beobachtungen werden in kk Klassen eingeteilt. Unter H0H_0 erwartet man in Klasse ii die Häufigkeit npin p_i. Die Testgröße summiert die quadrierten Abweichungen, jeweils relativ zur erwarteten Häufigkeit.

Unter H0H_0 ist χ2\chi^2 für großes nn näherungsweise Chi-Quadrat-verteilt mit

k−1−m Freiheitsgraden,k - 1 - m \ \text{Freiheitsgraden},

wobei mm die Anzahl der aus den Daten geschätzten Parameter ist (bei vollständig vorgegebenen pip_i ist m=0m = 0). Man verwirft H0H_0, wenn χ2\chi^2 das Quantil χk−1−m; 1−α2\chi^2_{k-1-m;\,1-\alpha} überschreitet. Der Test ist immer rechtsseitig: Nur große Abweichungen sprechen gegen H0H_0.

Kritische Werte für α=5 %\alpha = 5\,\%: 3,8413{,}841 (1 Freiheitsgrad), 5,9915{,}991 (2), 7,8157{,}815 (3), 9,4889{,}488 (4), 11,07011{,}070 (5).

Die Näherung ist nur brauchbar, wenn alle erwarteten Häufigkeiten mindestens 55 sind. Sonst fasst man Klassen zusammen.

Rechenvorteil: χ2=∑iNi2npi−n\chi^2 = \sum_{i} \frac{N_i^2}{n p_i} - n.

Beispiele

Ein Würfel wird 120120-mal geworfen. Unter H0H_0 (fairer Würfel) erwartet man je Augenzahl 120⋅16=20120 \cdot \frac{1}{6} = 20. Beobachtet werden 15,22,18,25,17,2315, 22, 18, 25, 17, 23:

χ2=25+4+4+25+9+920=7620=3,8\chi^2 = \frac{25 + 4 + 4 + 25 + 9 + 9}{20} = \frac{76}{20} = 3{,}8

Mit k−1=5k - 1 = 5 Freiheitsgraden ist der kritische Wert 11,0711{,}07. Wegen 3,8<11,073{,}8 < 11{,}07 wird H0H_0 nicht verworfen.

Ein Vererbungsmodell sagt die Anteile 50 %50\,\%, 30 %30\,\%, 20 %20\,\% voraus. Bei 200200 Pflanzen erwartet man 100100, 6060, 4040 und beobachtet 118118, 6060, 2222:

χ2=182100+0260+18240=3,24+0+8,1=11,34\chi^2 = \frac{18^2}{100} + \frac{0^2}{60} + \frac{18^2}{40} = 3{,}24 + 0 + 8{,}1 = 11{,}34

Mit 22 Freiheitsgraden ist der kritische Wert 5,9915{,}991. Das Modell wird auf dem 5 %5\,\%-Niveau verworfen.

Typische Fehler

  • Durch die beobachtete statt durch die erwartete Häufigkeit teilen.
  • Mit relativen Häufigkeiten statt mit absoluten Anzahlen rechnen. Die Testgröße hängt von nn ab.
  • Die Freiheitsgrade falsch zählen: Es sind k−1k - 1, nicht kk, und für jeden geschätzten Parameter einer weniger.
  • Den Test trotz erwarteter Häufigkeiten unter 55 anwenden, ohne Klassen zusammenzufassen.

Verwandte Formeln