Chi-Quadrat-Anpassungstest
Voraussetzung: für alle (Faustregel)
- Wert der Testgröße
- Anzahl der Klassen (Kategorien)
- beobachtete Häufigkeit in Klasse i
- Stichprobenumfang, Summe aller N_i
- Wahrscheinlichkeit der Klasse i laut Nullhypothese
- erwartete Häufigkeit in Klasse i unter H₀
Der Chi-Quadrat-Anpassungstest prüft, ob beobachtete Häufigkeiten zu einer vermuteten Verteilung passen.
Erklärung
Mit dem Chi-Quadrat-Anpassungstest prüft man, ob eine Stichprobe zu einer vermuteten Verteilung passt. Die Beobachtungen werden in Klassen eingeteilt. Unter erwartet man in Klasse die Häufigkeit . Die Testgröße summiert die quadrierten Abweichungen, jeweils relativ zur erwarteten Häufigkeit.
Unter ist für großes näherungsweise Chi-Quadrat-verteilt mit
wobei die Anzahl der aus den Daten geschätzten Parameter ist (bei vollständig vorgegebenen ist ). Man verwirft , wenn das Quantil überschreitet. Der Test ist immer rechtsseitig: Nur große Abweichungen sprechen gegen .
Kritische Werte für : (1 Freiheitsgrad), (2), (3), (4), (5).
Die Näherung ist nur brauchbar, wenn alle erwarteten Häufigkeiten mindestens sind. Sonst fasst man Klassen zusammen.
Rechenvorteil: .
Beispiele
Ein Würfel wird -mal geworfen. Unter (fairer Würfel) erwartet man je Augenzahl . Beobachtet werden :
Mit Freiheitsgraden ist der kritische Wert . Wegen wird nicht verworfen.
Ein Vererbungsmodell sagt die Anteile , , voraus. Bei Pflanzen erwartet man , , und beobachtet , , :
Mit Freiheitsgraden ist der kritische Wert . Das Modell wird auf dem -Niveau verworfen.
Typische Fehler
- Durch die beobachtete statt durch die erwartete Häufigkeit teilen.
- Mit relativen Häufigkeiten statt mit absoluten Anzahlen rechnen. Die Testgröße hängt von ab.
- Die Freiheitsgrade falsch zählen: Es sind , nicht , und für jeden geschätzten Parameter einer weniger.
- Den Test trotz erwarteter Häufigkeiten unter anwenden, ohne Klassen zusammenzufassen.