Ganzrationale Funktion

Ganzrationale Funktion

Oberstufe
f(x)=anxn+an−1xn−1+…+a1x+a0f(x) = a_n x^n + a_{n-1} x^{n-1} + \ldots + a_1 x + a_0

Voraussetzung: n∈N0,n \in \mathbb{N}_0, a0,…,an∈R,a_0, \ldots, a_n \in \mathbb{R}, an≠0a_n \neq 0

nn
Grad der Funktion, der höchste vorkommende Exponent
ana_n
Leitkoeffizient, der Faktor vor der höchsten Potenz
an−1,…,a1a_{n-1}, \ldots, a_1
weitere Koeffizienten, dürfen auch 0 sein
a0a_0
Absolutglied, der y-Achsenabschnitt
xx
Eingabewert (Stelle)
f(x)f(x)
Funktionswert an der Stelle x

Eine ganzrationale Funktion ist eine Summe von Potenzen von x mit natürlichen Exponenten und festen Koeffizienten.

−2−1123−10−55xyf
Graph von f(x) = 2x³ − 4x² − 6x vom Grad 3 mit den Nullstellen −1, 0 und 3

Erklärung

Eine ganzrationale Funktion (auch Polynomfunktion) ist eine Summe aus Potenzfunktionen mit natürlichen Exponenten. Der höchste Exponent nn mit einem Koeffizienten ungleich 00 heißt Grad, sein Faktor ana_n heißt Leitkoeffizient. Lineare Funktionen haben den Grad 11, quadratische den Grad 22.

Aus Grad und Koeffizienten lässt sich viel ablesen:

  • Der y-Achsenabschnitt ist f(0)=a0f(0) = a_0.
  • Eine Funktion vom Grad n≥1n \geq 1 hat höchstens nn Nullstellen und höchstens n−1n - 1 Extremstellen.
  • Das Verhalten im Unendlichen bestimmt allein der Summand anxna_n x^n. Bei geradem nn zeigen beide Enden des Graphen in dieselbe Richtung, bei ungeradem nn in entgegengesetzte. Ist an>0a_n > 0, geht der Graph für x→∞x \to \infty nach oben.
  • Kommen nur gerade Exponenten vor, ist der Graph achsensymmetrisch zur y-Achse; kommen nur ungerade vor, ist er punktsymmetrisch zum Ursprung.

Beispiele

f(x)=2x3−4x2−6xf(x) = 2x^3 - 4x^2 - 6x hat den Grad 33 und den Leitkoeffizienten 22. Weil a0=0a_0 = 0 ist, geht der Graph durch den Ursprung. Für die Nullstellen klammert man 2x2x aus und zerlegt den Rest in Linearfaktoren:

f(x)=2x(x2−2x−3)=2x(x−3)(x+1)f(x) = 2x \left(x^2 - 2x - 3\right) = 2x(x - 3)(x + 1)

Die Nullstellen sind x1=−1x_1 = -1, x2=0x_2 = 0 und x3=3x_3 = 3, also die Höchstzahl 33. Außerdem ist f(2)=16−16−12=−12f(2) = 16 - 16 - 12 = -12.

Verhalten im Unendlichen: n=3n = 3 ist ungerade und a3=2>0a_3 = 2 > 0. Für x→−∞x \to -\infty geht f(x)→−∞f(x) \to -\infty, für x→∞x \to \infty geht f(x)→∞f(x) \to \infty. Zur Kontrolle: f(−100)=−2 039 400f(-100) = -2\,039\,400 und f(100)=1 959 400f(100) = 1\,959\,400.

Typische Fehler

  • Den Grad am ersten Summanden ablesen: f(x)=3x+x4f(x) = 3x + x^4 hat den Grad 44, nicht 11. Maßgeblich ist der höchste Exponent.
  • Glauben, dass eine Funktion vom Grad nn immer genau nn Nullstellen hat: x2+1x^2 + 1 ist nie kleiner als 11 und hat deshalb keine reelle Nullstelle.
  • Beim Verhalten im Unendlichen das Vorzeichen von ana_n übersehen: −x4-x^4 geht an beiden Enden nach unten.

Verwandte Formeln