Bogenlänge eines Graphen
Voraussetzung: stetig differenzierbar auf
- Länge des Graphen zwischen x = a und x = b
- Ableitung der Funktion f
- Grenzen des Abschnitts
Die Länge eines Funktionsgraphen ist das Integral über die Wurzel aus eins plus Ableitung zum Quadrat.
Erklärung
Die Formel berechnet, wie lang der Graph einer Funktion zwischen und ist, so als würde man einen Faden auf die Kurve legen und danach gerade ziehen.
Der Integrand ist immer mindestens . Deshalb ist die Bogenlänge nie kleiner als , und gleich nur bei einer waagrechten Geraden.
Nur für wenige Funktionen lässt sich das Integral geschlossen berechnen, weil die Wurzel meist keine elementare Stammfunktion hat. Sonst rechnet man numerisch.
Herleitung
Man nähert den Graphen durch kurze Strecken an. Ein Stück mit der Breite steigt um . Nach dem Satz des Pythagoras ist es
lang. Summiert man alle Stücke und lässt gegen gehen, entsteht das Integral.
Beispiele
Für die Gerade zwischen und ist :
Das passt zum Satz des Pythagoras: Die Strecke von nach ist lang.
Für ist , also :
Für die Kettenlinie (Kosinus hyperbolicus, ) gilt mit dem Sinus hyperbolicus die Ableitung und :
Typische Fehler
- statt in die Formel einsetzen.
- Die Wurzel auseinanderziehen: .
- Ein Ergebnis kleiner als der direkte Abstand der Endpunkte nicht als Fehler erkennen. Die Bogenlänge ist immer mindestens so groß wie die Sehne.