Definitheit symmetrischer Matrizen
Voraussetzung:
- symmetrische n × n-Matrix
- beliebiger Vektor im Rⁿ
- quadratische Form von A, eine reelle Zahl
- linke obere k × k-Teilmatrix von A, ihre Determinante heißt führender Hauptminor
Eine symmetrische Matrix ist positiv definit, wenn ihre quadratische Form für x ≠ 0 positiv ist, also wenn alle führenden Hauptminoren positiv sind.
Erklärung
Eine symmetrische Matrix wird nach dem Vorzeichen ihrer quadratischen Form eingeteilt:
| heißt | für alle | Eigenwerte |
|---|---|---|
| positiv definit | alle | |
| positiv semidefinit | alle | |
| negativ definit | alle | |
| negativ semidefinit | alle | |
| indefinit | nimmt positive und negative Werte an | positive und negative |
Das Hauptminorenkriterium (nach Hurwitz oder Sylvester) prüft Definitheit ohne Eigenwerte. Man berechnet die führenden Hauptminoren der linken oberen Teilmatrizen:
- positiv definit alle ,
- negativ definit die Vorzeichen wechseln, beginnend mit : ,
- ist und keins der beiden Muster liegt vor, ist indefinit.
Für Semidefinitheit reichen die führenden Hauptminoren nicht: Man muss alle Hauptminoren prüfen (alle Teilmatrizen mit gleicher Zeilen- und Spaltenauswahl) oder die Eigenwerte.
Anwendung: Bei Funktionen mehrerer Variablen entscheidet die Definitheit der Hesse-Matrix, ob ein kritischer Punkt ein Minimum (positiv definit), ein Maximum (negativ definit) oder ein Sattelpunkt (indefinit) ist.
Beispiele
hat die führenden Hauptminoren , und . Alle sind positiv, ist positiv definit. Man sieht es auch an der quadratischen Form:
die nur für verschwindet.
hat , aber . Sie ist indefinit, die Eigenwerte sind und . Für ist , für ist .
hat die Minoren und , das Vorzeichen wechselt passend: negativ definit.
Typische Fehler
- Aus führenden Hauptminoren auf positive Semidefinitheit schließen. hat die führenden Hauptminoren und , ist aber wegen negativ semidefinit und nicht positiv semidefinit.
- Für negative Definitheit „alle Minoren " verlangen. Richtig ist der Vorzeichenwechsel
- Das Kriterium auf nicht symmetrische Matrizen anwenden. Dann vorher mit symmetrisieren, denn nur dieser Teil bestimmt die quadratische Form.
- Nur die Diagonaleinträge betrachten. Positive Diagonale ist notwendig, aber nicht hinreichend, wie das zweite Beispiel zeigt.