Orthogonale Matrix

Orthogonale Matrix

Studium
QTQ=QQT=E⟺Q−1=QTQ^{T} Q = Q Q^{T} = E \quad\Longleftrightarrow\quad Q^{-1} = Q^{T}

Voraussetzung: Q∈Rn×nQ \in \mathbb{R}^{n \times n}

QQ
quadratische reelle Matrix
QTQ^{T}
Transponierte von Q
EE
n × n-Einheitsmatrix

Eine Matrix ist orthogonal, wenn ihre Spalten eine Orthonormalbasis bilden; dann ist ihre Inverse die Transponierte.

Erklärung

Eine quadratische Matrix QQ heißt orthogonal, wenn QTQ=EQ^T Q = E gilt. Gleichwertig sind:

  • Die Spalten von QQ bilden eine Orthonormalbasis: Jede Spalte hat Länge 11, verschiedene Spalten stehen senkrecht aufeinander.
  • Die Zeilen von QQ bilden eine Orthonormalbasis.
  • QQ ist invertierbar mit Q−1=QTQ^{-1} = Q^T.
  • QQ erhält das Skalarprodukt: ⟨Qx⃗,Qy⃗⟩=⟨x⃗,y⃗⟩\langle Q\vec x, Q\vec y \rangle = \langle \vec x, \vec y \rangle, also auch Längen und Winkel.

Weitere Eigenschaften:

  • det⁡Q=±1\det Q = \pm 1. Bei +1+1 ist QQ eine Drehung, bei −1-1 enthält sie eine Spiegelung.
  • Produkte und Inverse orthogonaler Matrizen sind wieder orthogonal.
  • Reelle Eigenwerte sind ±1\pm 1, komplexe haben den Betrag 11.

Orthogonale Matrizen sind numerisch angenehm: Die Inverse kostet nur ein Transponieren, und Rundungsfehler werden nicht verstärkt. Deshalb tauchen sie in der QR-Zerlegung und bei der Diagonalisierung symmetrischer Matrizen auf.

Beispiele

Q=15(3−443)Q = \frac{1}{5}\begin{pmatrix} 3 & -4 \\ 4 & 3 \end{pmatrix}: Die Spalten (0,6, 0,8)(0{,}6,\ 0{,}8) und (−0,8, 0,6)(-0{,}8,\ 0{,}6) haben Länge 11, denn 0,36+0,64=10{,}36 + 0{,}64 = 1, und ihr Skalarprodukt ist −0,48+0,48=0-0{,}48 + 0{,}48 = 0. Also ist QQ orthogonal mit det⁡Q=1\det Q = 1, eine Drehung. Sie bildet (5, 0)(5,\ 0) auf (3, 4)(3,\ 4) ab, beide haben Länge 55.

Die Permutationsmatrix P=(010100001)P = \begin{pmatrix} 0 & 1 & 0 \\ 1 & 0 & 0 \\ 0 & 0 & 1 \end{pmatrix} vertauscht die ersten beiden Koordinaten. Sie ist orthogonal mit det⁡P=−1\det P = -1, eine Spiegelung an der Ebene x1=x2x_1 = x_2.

(1101)\begin{pmatrix} 1 & 1 \\ 0 & 1 \end{pmatrix} ist nicht orthogonal: Die erste Spalte hat zwar Länge 11, aber das Skalarprodukt der Spalten ist 1≠01 \neq 0.

Typische Fehler

  • Nur prüfen, ob die Spalten senkrecht aufeinander stehen. Sie müssen außerdem die Länge 11 haben. (2002)\begin{pmatrix} 2 & 0 \\ 0 & 2 \end{pmatrix} hat orthogonale Spalten, ist aber nicht orthogonal.
  • Aus det⁡Q=±1\det Q = \pm 1 auf Orthogonalität schließen. Die Umkehrung gilt nicht, z.B. hat (1101)\begin{pmatrix} 1 & 1 \\ 0 & 1 \end{pmatrix} Determinante 11.
  • Q−1Q^{-1} aufwendig berechnen, obwohl QTQ^T genügt.

Verwandte Formeln