Normalgleichungen (Methode der kleinsten Quadrate)
Voraussetzung:
- Koeffizientenmatrix eines meist überbestimmten Systems (m Gleichungen, n Unbekannte)
- rechte Seite, z.B. die Messwerte
- gesuchte Lösung im Sinne der kleinsten Quadrate
- Transponierte von A
Der Vektor x, der den Fehler |Ax − b| minimiert, löst das quadratische System AᵀAx = Aᵀb.
Erklärung
Ein überbestimmtes Gleichungssystem mit mehr Gleichungen als Unbekannten hat meist keine exakte Lösung, etwa wenn Messwerte gestreut sind. Man sucht dann das , für das der Fehler möglichst klein ist: die Methode der kleinsten Quadrate.
Dieses löst die Normalgleichungen . Der Grund ist geometrisch: ist der Punkt im Spaltenraum von , der am nächsten liegt, also die orthogonale Projektion von . Das Residuum steht deshalb senkrecht auf allen Spalten von , das heißt . Umgestellt sind das die Normalgleichungen.
Lösbarkeit:
- Die Normalgleichungen sind immer lösbar.
- ist genau dann invertierbar, wenn die Spalten von linear unabhängig sind (). Dann ist die Lösung eindeutig: .
Die Ausgleichsgerade durch Messpunkte ist der Spezialfall mit Zeilen in und . Für schlecht konditionierte Probleme rechnet man numerisch besser mit der QR-Zerlegung, weil die Kondition quadriert.
Beispiele
Gesucht ist die Ausgleichsgerade durch , , :
Das System , liefert und . Die Gerade lautet .
Das Residuum ist . Probe: . Die minimale Fehlerquadratsumme ist .
Als Vorhersage für ergibt sich .
Typische Fehler
- Das überbestimmte System direkt mit dem Gauß-Algorithmus lösen wollen. Es ist in der Regel widersprüchlich.
- statt bilden. ist und passt nicht zu .
- Die rechte Seite vergessen und nur einsetzen.
- ansetzen. Für nicht quadratisches gibt es kein .