Lagebeziehung zweier Ebenen

Lagebeziehung zweier Ebenen

Oberstufe
n⃗1×n⃗2≠0⃗  ⇒  E1∩E2=s mit Richtungsvektor n⃗1×n⃗2\vec{n}_1 \times \vec{n}_2 \neq \vec{0} \;\Rightarrow\; E_1 \cap E_2 = s \text{ mit Richtungsvektor } \vec{n}_1 \times \vec{n}_2

Voraussetzung: E1 ⁣:n⃗1⋅x⃗=d1,E_1\colon \vec{n}_1 \cdot \vec{x} = d_1, E2 ⁣:n⃗2⋅x⃗=d2,E_2\colon \vec{n}_2 \cdot \vec{x} = d_2, n⃗1,n⃗2≠0⃗\vec{n}_1, \vec{n}_2 \neq \vec{0}

n⃗1,n⃗2\vec{n}_1, \vec{n}_2
Normalenvektoren der Ebenen E₁ und E₂
d1,d2d_1, d_2
rechte Seiten der Koordinatenformen
ss
Schnittgerade der beiden Ebenen

Zwei Ebenen sind identisch, echt parallel oder schneiden sich in einer Geraden; das entscheiden die Normalenvektoren.

Erklärung

Zwei Ebenen im Raum haben drei mögliche Lagen zueinander:

  • identisch: Sie haben alle Punkte gemeinsam.
  • echt parallel: Sie haben keinen gemeinsamen Punkt.
  • schneidend: Sie schneiden sich in einer Schnittgeraden ss.

Mit den Koordinatenformen entscheidet man so:

  1. Sind die Normalenvektoren Vielfache voneinander (n⃗2=k⋅n⃗1\vec{n}_2 = k \cdot \vec{n}_1, gleichwertig n⃗1×n⃗2=0⃗\vec{n}_1 \times \vec{n}_2 = \vec{0}), sind die Ebenen parallel. Man multipliziert die Gleichung von E1E_1 mit kk: Stimmt dann auch die rechte Seite mit d2d_2 überein, sind die Ebenen identisch, sonst echt parallel.
  2. Sonst schneiden sie sich. Die Schnittgerade steht auf beiden Normalenvektoren senkrecht, also ist n⃗1×n⃗2\vec{n}_1 \times \vec{n}_2 ein Richtungsvektor. Einen Stützpunkt findet man, indem man eine Koordinate frei wählt und das Gleichungssystem aus beiden Ebenengleichungen löst.

Alternativ löst man das Gleichungssystem aus beiden Koordinatenformen direkt mit einem Parameter. Das liefert die Schnittgerade ebenfalls.

Beispiele

E1 ⁣:x1+x2+x3=3E_1\colon x_1 + x_2 + x_3 = 3 und E2 ⁣:x1−x2=1E_2\colon x_1 - x_2 = 1. Die Normalenvektoren (1, 1, 1)(1,\ 1,\ 1) und (1, −1, 0)(1,\ -1,\ 0) sind keine Vielfachen, die Ebenen schneiden sich. Richtungsvektor:

n⃗1×n⃗2=(111)×(1−10)=(11−2)\vec{n}_1 \times \vec{n}_2 = \begin{pmatrix} 1 \\ 1 \\ 1 \end{pmatrix} \times \begin{pmatrix} 1 \\ -1 \\ 0 \end{pmatrix} = \begin{pmatrix} 1 \\ 1 \\ -2 \end{pmatrix}

Mit x2=0x_2 = 0 folgt aus E2E_2 x1=1x_1 = 1 und aus E1E_1 x3=2x_3 = 2. Der Punkt (1∣0∣2)(1 \mid 0 \mid 2) liegt in beiden Ebenen:

s ⁣:x⃗=(102)+t⋅(11−2)s\colon \vec{x} = \begin{pmatrix} 1 \\ 0 \\ 2 \end{pmatrix} + t \cdot \begin{pmatrix} 1 \\ 1 \\ -2 \end{pmatrix}

E3 ⁣:2x1+2x2+2x3=5E_3\colon 2x_1 + 2x_2 + 2x_3 = 5 hat den Normalenvektor 2⋅n⃗12 \cdot \vec{n}_1. Verdoppelt man E1E_1, erhält man 2x1+2x2+2x3=62x_1 + 2x_2 + 2x_3 = 6. Wegen 6≠56 \neq 5 sind E1E_1 und E3E_3 echt parallel. Bei 2x1+2x2+2x3=62x_1 + 2x_2 + 2x_3 = 6 wären sie identisch.

Typische Fehler

  • Nur die Normalenvektoren vergleichen und dann „parallel" und „identisch" verwechseln. Die rechten Seiten müssen mit demselben Faktor verglichen werden.
  • Einen Normalenvektor als Richtungsvektor der Schnittgeraden nehmen. Die Schnittgerade steht senkrecht auf beiden Normalenvektoren.
  • Beim Stützpunkt eine Koordinate frei wählen, die auf der Schnittgeraden konstant ist, weil die passende Komponente von n⃗1×n⃗2\vec{n}_1 \times \vec{n}_2 null ist. Dann ist das System für den gewählten Wert meist unlösbar, und man muss eine andere Koordinate wählen.

Verwandte Formeln