Lagebeziehung zweier Ebenen
Oberstufe
Voraussetzung:
- Normalenvektoren der Ebenen E₁ und E₂
- rechte Seiten der Koordinatenformen
- Schnittgerade der beiden Ebenen
Zwei Ebenen sind identisch, echt parallel oder schneiden sich in einer Geraden; das entscheiden die Normalenvektoren.
Erklärung
Zwei Ebenen im Raum haben drei mögliche Lagen zueinander:
- identisch: Sie haben alle Punkte gemeinsam.
- echt parallel: Sie haben keinen gemeinsamen Punkt.
- schneidend: Sie schneiden sich in einer Schnittgeraden .
Mit den Koordinatenformen entscheidet man so:
- Sind die Normalenvektoren Vielfache voneinander (, gleichwertig ), sind die Ebenen parallel. Man multipliziert die Gleichung von mit : Stimmt dann auch die rechte Seite mit überein, sind die Ebenen identisch, sonst echt parallel.
- Sonst schneiden sie sich. Die Schnittgerade steht auf beiden Normalenvektoren senkrecht, also ist ein Richtungsvektor. Einen Stützpunkt findet man, indem man eine Koordinate frei wählt und das Gleichungssystem aus beiden Ebenengleichungen löst.
Alternativ löst man das Gleichungssystem aus beiden Koordinatenformen direkt mit einem Parameter. Das liefert die Schnittgerade ebenfalls.
Beispiele
und . Die Normalenvektoren und sind keine Vielfachen, die Ebenen schneiden sich. Richtungsvektor:
Mit folgt aus und aus . Der Punkt liegt in beiden Ebenen:
hat den Normalenvektor . Verdoppelt man , erhält man . Wegen sind und echt parallel. Bei wären sie identisch.
Typische Fehler
- Nur die Normalenvektoren vergleichen und dann „parallel" und „identisch" verwechseln. Die rechten Seiten müssen mit demselben Faktor verglichen werden.
- Einen Normalenvektor als Richtungsvektor der Schnittgeraden nehmen. Die Schnittgerade steht senkrecht auf beiden Normalenvektoren.
- Beim Stützpunkt eine Koordinate frei wählen, die auf der Schnittgeraden konstant ist, weil die passende Komponente von null ist. Dann ist das System für den gewählten Wert meist unlösbar, und man muss eine andere Koordinate wählen.