Lagebeziehung Gerade–Ebene

Lagebeziehung Gerade–Ebene

Oberstufe
n⃗⋅u⃗≠0  ⇒  genau ein Schnittpunkt,n⃗⋅u⃗=0  ⇒  g∥E oder g⊂E\vec{n} \cdot \vec{u} \neq 0 \;\Rightarrow\; \text{genau ein Schnittpunkt}, \qquad \vec{n} \cdot \vec{u} = 0 \;\Rightarrow\; g \parallel E \text{ oder } g \subset E

Voraussetzung: g ⁣:x⃗=p⃗+t⋅u⃗,g\colon \vec{x} = \vec{p} + t \cdot \vec{u}, E ⁣:n⃗⋅x⃗=d,E\colon \vec{n} \cdot \vec{x} = d, u⃗,n⃗≠0⃗\vec{u}, \vec{n} \neq \vec{0}

p⃗\vec{p}
Stützvektor der Geraden g
u⃗\vec{u}
Richtungsvektor der Geraden g
n⃗\vec{n}
Normalenvektor der Ebene E
dd
rechte Seite der Koordinatenform von E
tt
Parameter der Geraden

Eine Gerade schneidet eine Ebene, liegt parallel zu ihr oder in ihr; man setzt die Gerade in die Koordinatenform ein.

Erklärung

Eine Gerade gg und eine Ebene EE im Raum haben drei mögliche Lagen:

  • Die Gerade schneidet die Ebene in genau einem Punkt, dem Durchstoßpunkt.
  • Die Gerade ist echt parallel zur Ebene und hat keinen gemeinsamen Punkt mit ihr.
  • Die Gerade liegt in der Ebene.

Am schnellsten geht es mit der Koordinatenform von EE: Man setzt die Koordinaten der Geraden ein und erhält eine Gleichung für tt.

  • Genau eine Lösung tt: Schnittpunkt. Man setzt tt in die Geradengleichung ein.
  • Keine Lösung (eine falsche Aussage wie 1=41 = 4): echt parallel.
  • Unendlich viele Lösungen (eine wahre Aussage wie 4=44 = 4): Die Gerade liegt in der Ebene.

Vorab erkennt man am Skalarprodukt n⃗⋅u⃗\vec{n} \cdot \vec{u}, ob überhaupt ein Schnittpunkt möglich ist: Ist es 00, steht der Richtungsvektor senkrecht auf dem Normalenvektor, die Gerade verläuft also parallel zur Ebene oder in ihr.

Beispiele

Gegeben ist E ⁣:2x1+x2−x3=4E\colon 2x_1 + x_2 - x_3 = 4 mit n⃗=(2, 1, −1)\vec{n} = (2,\ 1,\ -1).

Schnittpunkt: g1 ⁣:x⃗=(1, 0, 1)+t⋅(1, 1, 1)g_1\colon \vec{x} = (1,\ 0,\ 1) + t \cdot (1,\ 1,\ 1). Einsetzen:

2(1+t)+t−(1+t)=1+2t=4  ⇒  t=1,52(1 + t) + t - (1 + t) = 1 + 2t = 4 \;\Rightarrow\; t = 1{,}5

Der Durchstoßpunkt ist S(2,5∣1,5∣2,5)S(2{,}5 \mid 1{,}5 \mid 2{,}5). Probe: 5+1,5−2,5=45 + 1{,}5 - 2{,}5 = 4.

Echt parallel: g2 ⁣:x⃗=(1, 0, 1)+t⋅(1, −1, 1)g_2\colon \vec{x} = (1,\ 0,\ 1) + t \cdot (1,\ -1,\ 1). Es ist n⃗⋅u⃗=2−1−1=0\vec{n} \cdot \vec{u} = 2 - 1 - 1 = 0. Einsetzen ergibt 2(1+t)−t−(1+t)=12(1 + t) - t - (1 + t) = 1, also 1=41 = 4, eine falsche Aussage.

In der Ebene: g3 ⁣:x⃗=(2, 0, 0)+t⋅(1, −1, 1)g_3\colon \vec{x} = (2,\ 0,\ 0) + t \cdot (1,\ -1,\ 1). Einsetzen ergibt 2(2+t)−t−t=42(2 + t) - t - t = 4, also 4=44 = 4 für jedes tt.

Typische Fehler

  • Den Parameterwert tt als Schnittpunkt angeben, statt ihn in die Geradengleichung einzusetzen.
  • n⃗⋅u⃗=0\vec{n} \cdot \vec{u} = 0 als „senkrecht zur Ebene" deuten. Es bedeutet das Gegenteil: Die Gerade verläuft parallel zur Ebene oder in ihr.
  • Beim Einsetzen die Klammern vergessen, z.B. 2⋅1+t2 \cdot 1 + t statt 2(1+t)2(1 + t).

Verwandte Formeln