Inverse über die Adjunkte
Studium
Voraussetzung:
- invertierbare n × n-Matrix
- Adjunkte von A, die Transponierte der Kofaktormatrix
- Streichungsmatrix ohne Zeile j und Spalte i
- Determinante von A
Die Inverse ist die Adjunkte, also die transponierte Matrix der Kofaktoren, geteilt durch die Determinante.
Erklärung
Die Adjunkte (auch adjungierte oder komplementäre Matrix) entsteht in zwei Schritten:
- Für jede Position den Kofaktor berechnen. Dabei ist die Matrix ohne Zeile und Spalte .
- Die Kofaktormatrix transponieren: .
Es gilt . Ist , folgt daraus die Formel für . Für -Matrizen ergibt sich die bekannte Regel „Diagonale tauschen, Nebendiagonale negieren".
Für -Matrizen ist das Verfahren handlich, für größere Matrizen ist der Gauß-Jordan-Algorithmus schneller. Die Formel ist trotzdem theoretisch wichtig: Sie zeigt, dass die Einträge von rationale Funktionen der Einträge von sind, und sie steckt hinter der Cramerschen Regel.
Beispiele
Die Kofaktoren, zeilenweise:
Zum Beispiel ist und . Transponieren und durch teilen:
Probe für den Eintrag von : .
Typische Fehler
- Das Transponieren vergessen und die Kofaktormatrix statt verwenden. Bei symmetrischen Matrizen fällt das nicht auf, sonst schon.
- Das Schachbrettvorzeichen weglassen.
- Am Ende nicht durch teilen.
- Die Formel anwenden, obwohl ist. Dann existiert keine Inverse; bleibt aber richtig.