Laplace-Entwicklung

Laplace-Entwicklung

Studium
det⁡A=∑j=1n(−1)i+j aijdet⁡Aij\det A = \sum_{j=1}^{n} (-1)^{i+j}\, a_{ij} \det A_{ij}

Voraussetzung: A∈Rn×n,A \in \mathbb{R}^{n \times n}, i∈{1,…,n}i \in \{1, \ldots, n\} fest

AA
quadratische n × n-Matrix
aija_{ij}
Eintrag von A in Zeile i und Spalte j
AijA_{ij}
(n − 1) × (n − 1)-Matrix, die aus A durch Streichen von Zeile i und Spalte j entsteht
nn
Zeilen- und Spaltenzahl von A
jj
Spaltenindex, über den summiert wird
ii
Nummer der Zeile, nach der entwickelt wird
(−1)i+j(-1)^{i+j}
Vorzeichen nach dem Schachbrettmuster

Die Determinante ist die Summe über eine Zeile aus Eintrag mal Vorzeichen mal Determinante der Streichungsmatrix.

Erklärung

Mit der Laplace-Entwicklung führt man eine n×nn \times n-Determinante auf nn Determinanten der Größe (n−1)×(n−1)(n-1) \times (n-1) zurück. Man wählt eine Zeile ii und bildet für jeden Eintrag aija_{ij} dieser Zeile:

  1. die Streichungsmatrix AijA_{ij} (Zeile ii und Spalte jj streichen),
  2. ihre Determinante, den Minor det⁡Aij\det A_{ij},
  3. das Vorzeichen (−1)i+j(-1)^{i+j} nach dem Schachbrettmuster +−+−+−+−+\begin{smallmatrix} + & - & + \\ - & + & - \\ + & - & + \end{smallmatrix}.

Die Summe aller Produkte (−1)i+jaijdet⁡Aij(-1)^{i+j} a_{ij} \det A_{ij} ist det⁡A\det A. Der Ausdruck (−1)i+jdet⁡Aij(-1)^{i+j} \det A_{ij} heißt Kofaktor. Genauso darf man nach einer Spalte jj entwickeln: det⁡A=∑i=1n(−1)i+jaijdet⁡Aij\det A = \sum_{i=1}^{n} (-1)^{i+j} a_{ij} \det A_{ij}. Das Ergebnis hängt nicht von der Wahl der Zeile oder Spalte ab.

Am wenigsten Arbeit macht eine Zeile oder Spalte mit vielen Nullen, denn deren Summanden fallen weg. Oft lohnt es sich, vorher mit Zeilenumformungen Nullen zu erzeugen. Für große nn ist der Aufwand ohne Nullen etwa n!n!, dann ist die Umformung auf Dreiecksform besser.

Beispiele

A=(2103001014520171)A = \begin{pmatrix} 2 & 1 & 0 & 3 \\ 0 & 0 & 1 & 0 \\ 1 & 4 & 5 & 2 \\ 0 & 1 & 7 & 1 \end{pmatrix}

Zeile 2 enthält nur einen Eintrag ungleich 00, nämlich a23=1a_{23} = 1. Das Vorzeichen ist (−1)2+3=−1(-1)^{2+3} = -1. Streichen von Zeile 2 und Spalte 3 lässt

A23=(213142011),det⁡A23=2(4−2)−1(1−0)+3(1−0)=6.A_{23} = \begin{pmatrix} 2 & 1 & 3 \\ 1 & 4 & 2 \\ 0 & 1 & 1 \end{pmatrix}, \qquad \det A_{23} = 2(4 - 2) - 1(1 - 0) + 3(1 - 0) = 6.

Also ist det⁡A=−1⋅1⋅6=−6\det A = -1 \cdot 1 \cdot 6 = -6. Die 3×33 \times 3-Determinante wurde dabei selbst nach Zeile 1 entwickelt.

Typische Fehler

  • Das Schachbrettvorzeichen vergessen oder nach der Position in der Summe statt nach (−1)i+j(-1)^{i+j} vergeben. Bei a23a_{23} ist es −-, auch wenn es der einzige Summand ist.
  • Den Eintrag aija_{ij} vergessen und nur Vorzeichen mal Minor addieren.
  • Beim Streichen die falsche Spalte entfernen, besonders bei Entwicklung nach einer Spalte.
  • Die Regel von Sarrus auf 4×44 \times 4-Matrizen übertragen. Sie gilt nur für 3×33 \times 3.

Verwandte Formeln